25 Jahre lang kommunalpolitisch der Stadt gedient

Ehrung der Stadträtinnen Gaby Sultanow und Jutta Widmann sowie der Stadträte Dr. Thomas Keyßner, Klaus Pauli, Rudolf Schnur und Gerd Steinberger

Bevor sich die Landshuter Stadträte und Stadträtinnen am Freitagnachmittag um 15 Uhr im Plenum zusammenfanden und ihrer Arbeit nachgingen, hatte Oberbürgermeister Alexander Putz das Privileg, zwei Stadträtinnen und vier Stadträte zu ihrer 25-jährigen Stadtratszugehörigkeit zu gratulieren und sie zu ehren. „Mit ihrem Fachwissen und großem persönlichen Einsatz haben Sie aktiv an der Erfolgsgeschichte der Stadt Landshut, der vergangenen Jahrzehnte mitgeschrieben und so manches Kapitel mitgeprägt“, so OB Putz.

Frau Gaby Sultanow zog 1996 über die Liste der Freien Wähler in den Stadtrat ein. Sie trat aber im Mai 2005 aus dem Stadtverband aus und schloss sich der CSU an. Von 2008 bis 2014 fungierte sie als eine der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Seit mehr als 15 Jahren gehört sie dem Personalsenat an. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle ihre Tätigkeit als langjährige Vorsitzende des Förderkreises Klinikum.

Frau Jutta Widmann gelang 1996 ebenfalls für die Freien Wähler der Sprung in den Stadtrat. 2008 bewarb sie sich für die Freien Wähler um ein Landtagsmandat, das sie bis heute innehat. Ihren politischen Wurzeln blieb Frau Widmann aber auch als Abgeordnete und mittelstandspolitische Sprecherin ihrer Landtags-Fraktion treu und baute ihr Engagement nach den Stadtratswahlen im Frühjahr vergangenen Jahres sogar nochmals aus. Im Mai 2020 wurde sie als erste Frau zur Dritten Bürgermeisterin der Stadt Landshut gewählt. Seither sitzt sie dem Sportsenat und dem Jugendhilfeausschuss vor.

Herr Dr. Thomas Keyßner ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert eine der Gallionsfiguren der Landshuter Grünen. Als Stadtratsneuling wurde er von seiner Fraktion direkt zum Vorsitzenden durch Wahl bestimmt. Am 9. Mai 2008 wurde Herr Dr. Keyßner zum Zweiten Bürgermeister der Stadt Landshut gewählt. Nach der Stadtratswahl 2014, aus der er als „Stimmenkönig“ hervorging, wurde Dr. Keyßner bis April 2020 als Zweiter Bürgermeister bestätigt. Obwohl Dr. Keyßner der Chefsessel im Rathaus verwehrt blieb, sind die 26,4 Prozent, die er bei der Wahl im Oktober 2010 einfuhr, dennoch das beste Resultat eines OB-Kandidaten der Grünen in Landshut – und es ist der Beleg dafür, dass die Bürger und Bürgerinnen ihn persönlich zu schätzen wissen. Daran ändert auch an der Tatsache nichts, dass er im vergangenen Jahr auf Grund der Mehrheitsverhältnisse das Bürgermeisteramt abgeben musste.

Als „Lobbyist für Arbeitnehmer“ und „Gewerkschafter im Stadtrat“ bezeichnete Herr Klaus Pauli sich selbst. Und das mit Recht, denn als ihm 1996 für die SPD der Sprung in den Stadtrat gelang, hatte er sich bereits als Regionssprecher einen Namen gemacht. In der SPD-Fraktion hatte er lange Zeit Führungspositionen inne, so fungierte er von 2010 bis 2014 als Vorsitzender und war zuvor mehrere Jahre stellvertretender Fraktionschef. Im Juli 2016 schloss sich Pauli den Freien Wählern an, für die er 2020 erneut in den Stadtrat einzog. In der laufenden Wahlperiode wurde er zum Verwaltungsbeirat für Senioren und die Hl.-Geistspitalstiftung bestellt.

Ebenfalls eine herausragende Rolle im Stadtrat nimmt seit nunmehr 25 Jahren Herr Rudolf Schnur ein. Als versierter Umweltpolitiker, Bauexperte und Haushälter verschaffte er sich auch wegen seiner akribischen Arbeitsweise schnell Respekt – bei der politischen Konkurrenz, in der eigenen Fraktion und gegenüber der Stadtverwaltung. Seine vielseitigen Interessen spiegeln sich mit einem Blick auf die lange Liste der Senate, Ausschüsse, Aufsichtsräte und Zweckverbände wieder, in denen Rudolf Schnur im Verlauf des vergangenen Vierteljahrhunderts Mitglied war und oftmals bis heute ist. Seit Mai 2014 leitet er zudem die CSU-Stadtratsfraktion, die mittlerweile bekanntlich auch die LM, JL und BfL umfasst.

Als inzwischen dienstältester Vertreter der SPD ist Herr Gerd Steinberger seit 25 Jahren ununterbrochen Mitglied des Stadtrates. Der selbstständige Malermeister setzt sich – nicht zuletzt im Bausenat, dem er seit 1996 ohne Unterbrechung bis heute angehört – stets für das regionale Handwerk ein. Aber auch die Themen sozialer Zusammenhalt, bezahlbares Wohnen und Kultur liegen ihm ebenso wie die Städtepartnerschaften sehr am Herzen.

Von 1998 bis 2008, also 10 Jahre von den 25 Jahren, war er Fraktionsvorsitzender und schließlich von 2008 bis 2014 Bürgermeister der Stadt Landshut, eine Position, die er souverän und überparteilich ausführte. In den Jahren 1998 und 2004 war Gerd Steinberger Oberbürgermeisterkandidat der SPD.

Gerade um die Gründung der Landshuter Stadtbau GmbH & Co. KG, hat Stadtrat Gerd Steinberger sehr große Verdienste. Er kämpfte nicht nur die gesamten 25 Jahre über gemeinsam mit der SPD-Fraktion für die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Er unterstütze auch mit vollem Einsatz das Bürgerbegehren im Jahr 2018, für welches die Unterstützer und Unterstützerinnen fast 5000 Unterschriften sammelten. Mobilisieren und als Vorbild vorangehen, das sind neben Hartnäckigkeit, Solidarität und Beständigkeit Eigenschaften, die man für ein solch langwieriges Projekt braucht. Ein grandios gewonnener Bürgerentscheid war der Erfolg aus der jahrzehntelangen hartnäckigen und harten Arbeit. „Es lohnt sich immer für eine gute Sache dranzubleiben und zu kämpfen“, davon ist Stadtrat Steinberger überzeugt.

Oberbürgermeister Alexander Putz bedankte sich bei den zwei Jubilarinnen und den vier Jubilaren für die lösungsorientierte und trotz so manch inhaltlicher Differenzen, menschlich angenehme Zusammenarbeit.

– hjl –

Bildquelle: h.j.lodermeier

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