Achdorfer gedachten den Gefallenen und Opfern der beiden Weltkriege

Am Vorabend des Volkstrauertages organisierte der KSK Achdorf traditionell einen Gedenkgottesdienst mit anschließender Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal.

Die Stadtkapelle Landshut unter der Leitung von Bernhard Schuder ließ es sich nicht nehmen, wie schon seit vielen Jahren und trotz strömenden Regens die Gedenkveranstaltung musikalisch zu begleiten. Rund um das Kriegerdenkmal hatten die Anwohner Kerzen angezündet und in die Fenster gestellt. Stadtpfarrer Dekan Alexander Blei hielt den Gottesdienst.

Der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft Achdorf, Stadtrat Gerd Steinberger ging in seiner 12. Gedenkrede auf die vielen mahnenden Worte rund um den Volkstrauertag der vergangenen Jahre ein: „Heute muss ich feststellen, meine Worte und die vielen anderen waren umsonst.“ Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Landshut-Achdorf habe vor einigen Jahren ihren alten Namen „Krieger- und Veteranenverein“ abgelegt, weil es mit wenigen Ausnahmen keinen Veteranen mehr gab. „Seit wenigen Wochen mit dem Rückzug aus Afghanistan hat Deutschland wieder 90.000 Veteranen. Das heißt von den 183.000 Soldat*innen der Bundeswehr war die Hälfte im Kriegseinsatz, Gesamtkosten über 12 Mrd. Euro (Zahlen des Bundesministeriums, nachzulesen in Wikipedia und im Spiegel). Deutsche Soldat*innen haben getötet, auch Zivilisten, 59 sind getötet worden, gefallen heißt es wohl. 20 Jahre umsonst.“, zog Steinberger eine traurige Bilanz. Zur Realität gehörten auch tausende traumatisierte Soldat*innen und einheimische Mitarbeiter*innen, die den Taliban überlassen wurden. 20 Jahre habe es kaum einen Menschen in unserem Land interessiert was sich dort abgespielt hat. „Hier können wir nicht zurückblicken auf Kriege vergangener Generationen. Es geschah vor unseren Augen.“ Er rief die Bevölkerung dazu auf, es nicht nur bei mahnenden Worten zu belassen, sondern sich mit genauso viel Emotion und Einsatz gegen Kriegseinsätze einzusetzen wie dies bei Parkplätzen, Bäumen oder Verkehrsberuhigung geschieht.

Am Ende seiner Gedenkansprache gab Gerd Steinberger den Anwesenden ein Zitat von Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.) mit auf den Weg: „Der ungerechteste Frieden ist immer noch besser als der gerechteste Krieg.“

Er bedankte sich bei den Mitwirkenden, die diese Veranstaltung jährlich möglich machen und bei allen Anwesenden, insbesondere bei den anwesenden Stadträt*innen: Patricia Steinberger, Anja König und Ludwig Zellner, die durch ihre Teilnahme auch ganz persönlich den Gefallenen und Opfern die Ehre erweisen.

Foto: A. König

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