„An den Herausforderungen des Lebens wachsen“

Verspätet aber genauso wertvoll – Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Landshut feiern Abschluss ihres Studiums

 

Was lange währt, wird endlich gut! Wohl auf keine andere Veranstaltung trifft dieser Satz so passend zu, wie auf die akademische Abschlussfeier der Hochschule Landshut. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie wurden viele Versuche unternommen, den Studierenden einen festlichen Rahmen zu schaffen, um ihren Abschluss gebührend zu feiern. In letzter Minute mussten geplante Termine jedoch wieder abgesagt werden. Umso größer war die Freude der ganzen Hochschulfamilie, dass am Wochenende die zwei ausgefallenen Feiern der Jahrgänge 2019/20 und 2020/21 stattfinden konnten. Rund 1600 Gäste – davon über 460 Absolventinnen und Absolventen, die mit strahlenden Gesichtern ihre Hüte fliegen ließen – kamen am Freitag und Samstag in die Sparkassenarena.

 

Jahrgänge mit besonderem Abschluss

„Die vergangenen zwei Jahre waren wahrlich stürmische Zeiten“, fasste Hochschulpräsident Prof. Dr. Fritz Pörnbacher die Herausforderungen seit Ausbruch der Corona-Pandemie zusammen. Umso schöner sei es, nun endlich wieder zusammenzukommen und den Absolventinnen und Absolventen den Abschied zu ermöglichen, den sie sich verdient haben. Den Alumni gab Pörnbacher noch eine wichtige Botschaft mit auf ihren weiteren Lebensweg und zitierte dabei Konfuzius: „Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen.“

Auch Prof. Dr. Silvia Dollinger, Vizepräsidentin Studium und Lehre, hatte für die Anwesenden eine wichtige Botschaft. „Bewahren Sie sich Ihren Mut, bewahren Sie sich immer auch Ihre Haltung“, so Dollinger, die dabei auch auf die bedrückende aktuelle weltpolitische Situation verwies. Die ehemaligen Studierenden könnten stolz darauf sein, was sie in dieser gesellschaftlichen Ausnahmesituation geschafft haben. „Hochschule ist ihrem Selbstverständnis nach ein Ort der sozialen Begegnung und der Interaktion – gerade dies war pandemiebedingt in den letzten Semestern Ihres Studiums nicht mehr möglich.“

Als Ehrengast und Laudator ergriff auch Alexander Putz, Landshuter Oberbürgermeister, die Gelegenheit, sich direkt an die Absolventinnen und Absolventen zu wenden, um ihnen seinen größten Respekt zu zollen. „Wir brauchen kluge Köpfe wie Sie, um unseren Bedarf an top ausgebildeten Arbeitskräften zu decken“, betonte Putz. Mit dem Abschluss an der Hochschule Landshut seien dafür die besten Voraussetzungen geschaffen worden. „Besonders wertvoll sind dabei auch die Erfahrungen, die über das Studium hinaus gehen“, so der Oberbürgermeister. „Sie haben gelernt, mit dem einen oder anderen Rückschlag umzugehen und sind deshalb auch für künftige Herausforderungen bestens gewappnet.“ Das Grußwort von Alexander Putz war gleichzeitig der Startschuss für die Ehrungen und Preisverleihungen.

Würdigung der Besten

Für ihren herausragenden Bachelorabschluss erhielt am Freitag Monika Königbauer (Landshut) – aus den Händen vom Landshuter Oberbürgermeister – den Preis der Stadt Landshut. Am Samstag wurde Marcel Kokorsch (Landshut) dieselbe Ehre teil. Den Preis für den besten Masterabschluss stiftet seit vielen Jahren der Landkreis Landshut. In Vertretung von Landrat Peter Dreier überreichte Kreisrätin Rosa-Maria Maurer diesen am Freitag an Simon Hartel (Neumarkt-Sankt-Veit). Am Samstag erhielt Johannes Kargl (Landshut) die Auszeichnung von Kreisrat Alfred Holzner.

Im Anschluss an die Vertreter*innen von Stadt und Landkreis betrat an beiden Tagen jeweils Jeannette Lakèl die Bühne, Landesversitzende des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer. Sie übergab den Preis des Bundesverbands für den besten Abschluss im Studiengang „Gebärdensprachdolmetschen“. Alina Reidelstürz (Landshut) nahm die Ehrung am Freitag, Pia Koch (Landshut) am Samstag entgegen.

Eine weitere Verleihung, die an der Hochschule bereits eine längere Tradition hat, ist die des TÜV SÜD Stifterpreises. Dieser ehrt Studierende für herausragende Studienleistungen in der Fachrichtung „Ingenieurpädagogik“ sowie gesellschaftliches und auf das Studium bezogene Engagement. Dotiert ist er mit 1000 Euro. Die Preisträger*innen sind Katharina Wagner, Michael Veitweber (Aidenbach), Anton Kirmeier, Marco Kinseher (München), Maximilian Gröppmair (Oberding) und Susanne Ammer.

Wichtige Ehrungen, die vor allem den Forschungsbereich der Hochschule Landshut betreffen, übernahm Prof. Dr. Holger Timinger, Vizepräsident für Forschung und Transfer. Er gratulierte den sieben Doktorandinnen Christina Toigo, Hanning Liang, Michael Strohmeier, Martin Frankenberger, Christina Zugschwert, Lisa Küber und Martina Königbauer zu ihren hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen sowie zur erfolgreichen Promotion.

Gemeinsam mit Kommilitoninnen und Kommilitonen feiern

Nach den Grußworten und Ehrungen kamen schließlich nach und nach die Absolventinnen und -absolventen der einzelnen Fakultäten sowie der Weiterbildungsakademie auf die Bühne und wurden von ihren Dekan*innen bzw. vom Vizepräsidenten für Digitalisierung, Gründung und Weiterbildung, Prof. Dr. Marcus Jautze, offiziell verabschiedet. Eine mit dem eigenen Namen eingravierte Glaskaraffe erhielten jeweils die besten eines jeden Studiengangs.

Mit Spannung erwartet wurden zum Abschluss die jeweiligen Reden der Absolvent*innen, die das Studium an der Hochschule Landshut Revue passieren ließen. Simon Hartel erinnerte sich am Freitag zurück an seinen Studienstart: „Worte wie Lockdown und Corona kannten wir damals noch nicht.“ Er hätte zu Studienbeginn außerdem noch nicht gewusst, wie viel Spaß und Freude ihm sein Studium letztendlich bereiten würde. Seinen Dank richtete er vor allem an alle, die die Studienzeit überhaupt ermöglicht und mitgestaltet haben – von Eltern und Freunden über Dozierende bis hin zur Hochschulleitung. Diesen Punkt nahm am Samstag auch Veronika Bichlmeier auf. Sie verbinde viele schöne Erinnerungen mit ihrer Studienzeit, zum Beispiel das gemeinsame Feiern mit Kommilitoninnen und Kommilitonen. Das Studium habe dabei vor allem eines ausgezeichnet: „Es ging nicht nur darum, sich fachliche Kenntnisse anzueignen, sondern sich selbst und seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln und an den Herausforderungen des Lebens zu wachsen.“

Fotos: Julian Klemm/skyphoto
Bildunterschriften: Ein Highlight auf jeder akademischen Abschlussfeier – das traditionelle Hüte-Werfen auf der Bühne. Corona hat es lange Zeit unmöglich gemacht, am Wochenende konnten die zwei ausstehenden Abschlussfeiern endlich nachgeholt werden.

 

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