Betreuung von Senioren ist Daseinsvorsorge

MdL Ruth Müller im Gespräch mit der Spitalstiftung Pattendorf

„Eine älter werdende Gesellschaft muss sich frühzeitig Gedanken über den Umgang mit Senioren machen“, eröffnete die Landtagsabgeordnete Ruth Müller das Gespräch im Seniorenzentrum St. Martin mit dem Vorsitzenden der Spitalstiftung Pattendorf, Hans Weinzierl und dem Heimleiter Wolfgang Hiemer. Anlass des Besuchs war die angekündigte Schließung des Caritas-Seniorenheims in Furth sowie die Umstrukturierung der ambulanten Kranken- und Altenpflegestation. „Wenn man sich die Pflegelandschaft im Landkreis Landshut anschaut, stellt man fest, dass die Bedarfe nach Tages- und Nachtpflege, aber auch nach Kurzzeitpflege und ambulanter Pflege steigen“.

So unterschiedlich wie die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Unterstützungs- und Pflegebedarfe, machte Weinzierl deutlich. Dabei dürfe man nicht übersehen, dass über 70 Prozent der Pflegebedürftigen zuhause von ihren Angehörigen betreut und gepflegt werden, solange dies der Gesundheitszustand zulässt. Deshalb müssen die pflegenden Angehörigen die Beratung und Entlastung bekommen, die sie verdienen, sowohl ideell als auch finanziell. Ein erster Schritt sei dabei nun die Errichtung eines Pflegestützpunktes im Landkreis Landshut, der berät und vernetzt. Doch das dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass Pflege im Alter – im Gegensatz zur Kinderbetreuung – bisher noch nicht als Daseinsvorsorge gesehen wird und deshalb einem starken wirtschaftlichen Druck unterliegt, erläuterte Hans Weinzierl. „Wir befinden uns im Spannungsfeld, eine gute Pflege, ein angenehmes Ambiente, gut ausgebildete und dementsprechend bezahlte Pflegekräfte so zu kombinieren, dass wir wirtschaftlich arbeiten können“, erläuterte Heimleiter Wolfgang Hiemer. „Corona hat uns auch hier deutlich vor Augen geführt, dass die Gesundheitsversorgung und Pflege als Daseinsvorsorge verstanden werden müsse und nicht zur Gewinnoptimierung von privaten Investoren dienen dürfe“, so Müller.  Die gesellschaftliche Anerkennung der Pflegeberufe sei gestiegen und dies müsse auch als Chance und als Aufruf verstanden werden, sich Gedanken zu machen, welche Pflegeeinrichtungen und –konzepte es im nördlichen Landkreis in Zukunft geben muss, um das Älterwerden positiv und aktiv auf kommunaler Ebene zu begleiten, blickte Hans Weinzierl in die Zukunft.

Bildquelle: Büro Müller

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