Betreuungsangebote verbessern

Abgeordneter Radlmeier und Bürgermeister Strauß im Gespräch

Ergolding. Über die Betreuung von Kindern und Senioren sprachen Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier und Bürgermeister Andreas Strauß. Beides ist für den Markt eine Herausforderung – allerdings unter ganz unterschiedlichen Vorzeichen.

Wie stellt man die Betreuung von Kindern sicher? Diese Frage stellen sich Städte und Gemeinden immer häufiger. Denn: In Kitas und Kindergärten mangelt es oft an Personal. „Eigentlich haben wir zukunftsgerichtet gearbeitet“, meint Ergoldings 1.Bürgermeister Andreas Strauß. „Einrichtungen und Räumlichkeiten sind daher kein Problem – Mitarbeiter zu finden ist dagegen eine Katastrophe“, so Strauß. Der Fachkräftemangel schlägt in diesem Bereich voll durch.

Der Freistaat unterstütze im Rahmen seiner Möglichkeiten die Träger an vielen Stellen, wie Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier ausführte: „Ein neues Qualifizierungssystem schafft Durchlässigkeit, sodass sich Assistenz- zu Fachkräften qualifizieren können und Quereinsteigern eine Chance gegeben wird. Starre Vorgaben, wie der Anteil an Fachkräften im Team, wurden gelockert, Gruppengrößen erhöht und mit den neuen Einstiegsgruppen gehen Erleichterungen beim Personaleinsatz einher“, so Radlmeier.

Das alles hilft vor Ort. „Aber das große Rad können wir nicht drehen“, hielt der Abgeordnete fest. Das große Problem bleibt nämlich: „Der Bund schraubt die Anforderungen weiter nach oben“, so Radlmeier. Ab 2026 gibt es für alle Grundschulkinder einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Dann werde sich die Lage noch weiter verschlimmern, sind Strauß und Radlmeier überzeugt.

Tagespflege entlastet

Während es in der Kinderbetreuung an Personal mangelt, fehlt es bei der Betreuung von Pflegebedürftigen nicht selten an entsprechenden Einrichtungen. Helmut Radlmeier, Mitglied des Landtagsausschusses für Gesundheit und Pflege, wirbt deshalb seit einiger Zeit verstärkt für den Aufbau von Tagespflege-Einrichtungen in den Gemeinden der Region. „Eine Tagespflege hilft jedem: Sie entlastet die pflegenden Angehörigen und zugleich bleibt die pflegebedürftige Person in ihrem Zuhause verwurzelt“, fasste Radlmeier die Vorteile zusammen.

Der Markt Ergolding hat diese Verzüge erkannt und baut an der Bargrabenstraße eine Tagespflege. 18 Plätze sollen dort ab Ende 2023 zur Verfügung stehen. Der Bau komme gut voran, wie Strauß berichtete: Der Trockenbau sei in vollem Gange, die Fenster würden gesetzt und die Elektroinstallation laufe. Betreiber wird die Arbeiterwohlfahrt Landshut sein. „Die Chemie stimmte von Anfang an“, schilderte Strauß. In die Planung des Gebäudes wurde die AWO schon eingebunden und auch die Innen-Gestaltung ist mit dem künftigen Nutzer abgesprochen.

Den Bedarf an Tagespflegeplätzen sieht Strauß damit in Zukunft gut abgedeckt. Auch darüber hinaus hat die Marktgemeinde ihre Senioren im Blick. In der Gemeindeverwaltung kümmere sich eine Angestellte um die Belange der Senioren und helfe beispielsweise bei Antragsstellungen.

Klinikverbund gründen

Radlmeier brachte auch die Forderung nach einem Klinikverbund zur Sprache. „Wir stehen an einer Weggabelung. Immer mehr kleinere Krankenhäuser müssen schließen oder werden privatisiert. Das kann niemand wollen. Die Lösung wäre ein Klinikverbund, um alle Häuser in der Region zu erhalten und zu spezialisieren“, erläuterte Radlmeier. Damit rannte er bei Bürgermeister Strauß offene Türen ein. Als Krankenhausbetriebswirt und ehemaliger LAKUMED-Verwaltungsrat kennt Strauß die Materie bestens: „Ich bin seit langem der Meinung, dass das der einzig richtige Weg ist“, betonte Strauß. Mit dem Erwerb des Kinderkrankenhauses durch Stadt und Landkreis und dem Aufbau des Medizincampus Niederbayern ergebe sich eine ideale Gelegenheit, einen Klinikverbund zu gründen, waren sich der Abgeordnete und der Bürgermeister einig.

Bildunterschrift (v.r.):

Bei Bürgermeister Andreas Strauß informierte sich der Landtagsabgeordnete Helmut Radlmeier über den Bau der Tagespflegeeinrichtung an der Bargrabenstraße. 18 Tagespflegeplätze entstehen dort.

Foto:

Josef Amann 

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