Blick über den Tellerrand und wichtiger Austausch

Hochschule Landshut veranstaltet Tag der Lehre und setzt wichtige Impulse im Bereich des digitalen Prüfungswesens

Das halbe Dutzend ist voll. Bereits zum 6. Mal fand an der Hochschule Landshut der „Tag der Lehre“ statt – organisiert von Prof. Dr. Silvia Dollinger, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, und dem Team des Zentrums Innovative Lehre (ZIL), unter Leitung von Dipl. Wirtschaftsinf. Almut Rieke MA. Wie bereits im vergangenen Jahr fokussierte sich der Aktionstag vor allem auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie. Widmete man sich 2020 der Digitalen Lehre stand 2021 nun vor allem eines im Zentrum der Aufmerksamkeit: Digitale Prüfungen. Der Tag der Lehre thematisierte viele Aspekte dieser besonderen Herausforderung – von didaktischen über technische bis hin zu rechtlichen Fragen.

„In den vergangenen zwei Jahren hat sich in der Hochschullehre unglaublich viel verändert, auch wenn die jeweiligen ‚Corona-Semester‘ in ihren Qualitäten und Handlungsfeldern durchaus heterogen waren und sind“, so Dollinger in ihren Eröffnungsworten. Die Corona-Pandemie habe die Hochschule dabei vor enorme Herausforderungen gestellt. „Gleichzeitig ergab sich daraus für uns aber euch eine Chance“, betonte Hochschulpräsident Prof. Dr. Fritz Pörnbacher. „Digitalisierung in der Lehre und auch in den Prüfungen ermöglicht deutlich mehr Flexibilität.“

Es sei beeindruckend, was die Kolleg*innen gemeinsam mit dem Zentrum Innovative Lehre auf die Beine gestellt haben, ergänzte Dollinger. „Wir haben über das vergangene Jahr enorme Fortschritte gemacht und inzwischen eine Support- und Infrastruktur geschaffen, die die digitale Lehre an der Hochschule enorm weiterentwickelt hat.“ Gleichwohl gebe es aber noch Raum für Verbesserungen und Weiterentwicklungen, vor allem im Bereich des digitalen und kompetenzorientierten Prüfungswesens.

Hochkarätige Speaker und Workshops

Für den Tag der Lehre konnten die Organisatoren erfahrene Referent*innen gewinnen. So hielt unter anderem PD Dr. Malte Persike, Wissenschaftlicher Leiter des Centers für Lehr- und Lernservices (CLS) der RWTH Aachen, einen Vortrag zum Thema „Digitales Prüfen – Konzepte, Technik, Praxis“. Darin ging er auf die veränderte Realität im Bereich der Hochschulprüfungen ein. Viele Konzepte, die vor wenigen Monaten im deutschsprachigen Raum noch belächelt wurden, sind laut Persike längst echte Optionen geworden, beispielsweise Prüfungen via Videokonferenz oder mit Proctoring. Aber auch Take-Home-Exams mit den Formaten Closed Book, Cheat Sheet, Open Book oder Open Web seien längst Normalität geworden. Persike skizzierte die komplexe Landschaft elektronischer Prüfungsszenarien und diskutierte Chancen und Herausforderungen.

Eine dieser Herausforderungen ist vor allem die „Rechtliche Sicherheit bei elektronischen Prüfungen“. Mit dieser Überschrift betitelte Jurist Alexander Besner seinen Vortrag. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am TUM im Center for Digital Public Services sowie am Lehrstuhl für Recht und Sicherheit der Digitalisierung von Professor Dirk Heckmann an der Technischen Universität München (TU). Besner beleuchtete die Bayerische Fernprüfungserprobungsverordnung (BayFFEV), die seit vergangenem Jahr die erste Rechtsgrundlage für Fernprüfungen darstellt. Außerdem ging er auf die Vorgaben zur datenschutzrechtlichen Zulässigkeit von Fernprüfungen, zur Authentifizierung der Prüfungsteilnehmenden, zur Durchführung von Videoaufsicht und zur Durchführung von automatisierter Aufsicht (Proctoring) ein. Mit im Gepäck hatte Besner auch Praxisbeispiele einiger bayerische Hochschulen.

Hohe Qualität der Lehre an der Hochschule Landshut sicherstellen

Am Tag der Lehre kamen aber nicht nur externe Redner zu Wort. Die Hochschule Landshut war ebenfalls mit einigen Referent*innen vertreten. So berichteten Prof. Dr. Johann Uhrmann (Fakultät Informatik), Prof. Dr. Alexander Kumpf (Fakultät Betriebswirtschaft) und Prof. Dr. Bettina Kühbeck (Fakultät Soziale Arbeit) von ihren Erfahrungen mit digitalen Prüfungsformen in den vergangenen zwei Semestern. Der Austausch zwischen allen teilnehmenden Dozierenden der Hochschule Landshut kam auch nicht zu kurz. In zwei Workshop-Sessions sprachen die Teilnehmenden über die Umsetzungsoptionen von digitalen Prüfungen sowie neue Möglichkeiten für Bonusleistungen in der Hochschullehre.

Seit vielen Jahren ist der Aktionstag ein wichtiger Impulsgeber für alle Professorinnen und Professoren sowie Lehrenden an der Hochschule Landshut. Die positive Resonanz auf den Tag der Lehre und der intensive Austausch aller Dozierenden untereinander ist ein Garant für die qualitativ hochwertige Lehre in Landshut, die sich kontinuierlich weiterentwickelt.


Fotos: Hochschule Landshut

Bildunterschrift: Die Organisatoren hatten den Aktionstag bereits frühzeitig online geplant. So fanden auch die Vorträge und Workshops ausschließlich digital statt.

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