Borderline -Trialog in Fokus der Gesellschaft rücken

Landshuter Masterabsolventin Enikö Schradi empfängt für ihre Abschlussarbeit den Kulturpreis Bayern

Ein weiterer, großartiger Erfolg für die Fakultät Soziale Arbeit. Enikö Schradi, die 2020 ihr Studium der „Klinischen Sozialarbeit“ an der Hochschule Landshut abschloss, erhielt vergangenen Donnerstag für ihre Masterarbeit zum Thema „Borderline-Trialog“ den Kulturpreis Bayern verliehen. Ihre Ehrung nahm Schradi in den Eisbach Studios in München entgegen.

„Wir sind sehr stolz, dass eine unserer Absolventinnen mit diesem Preis ausgezeichnet wird“, betont Prof. Dr. Eva Wunderer, die die Arbeit betreute. „Das zeigt ganz deutlich den hohen Stellenwert von Lehre und Forschung an der Fakultät Soziale Arbeit und die große Relevanz gerade auch der Klinischen Sozialarbeit für die Gesellschafft.“ Schradi evaluierte in ihrer Masterarbeit den neu etablierten Borderline-Trialog Landshut und stellte den Nutzen für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte heraus.

Trialog als festes Angebot verankern

„Die Veranstaltung kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Herausforderungen psychischer Probleme und deren Auswirkungen zu bewältigen“, sagt Schradi zusammenfassend. Das trialogische Vorgehen biete eine gute Möglichkeit für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte, subjektive Wahrnehmungen und Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam zu reflektieren und Bewältigungsstrategien weiterzuentwickeln. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmenden empfanden den Austausch im Trialog als hilfreich, um ihr Wissen über die Borderline-Persönlichkeitsstörung und die Sichtweise auf diese zu erweitern. Enikö Schradi sagt: „Durch den Perspektivenwechsel entstehen neue Erfahrungsräume und das Verständnis für den anderen und den Umgang mit der BPS kann wachsen.“ Ihr Fazit deshalb: Der Borderline-Trialog sollte als festes Angebot in der sozialpsychiatrischen Hilfelandschaft verankert werden.

Den Kulturpreis Bayern verleiht das Bayernwerk zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. In der Sparte Wissenschaft werden die 32 besten Universitäts- und Hochschulabsolventinnen und -absolventen Bayerns geehrt. „Für wissenschaftlichen Fortschritt braucht es kluge Köpfe und innovative Ideen. Mit der Auszeichnung machen wir ihre Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich und wertschätzen sie“, erklärt Dr. Egon Leo Westphal, Vorstandsvorsitzender des Bayernwerks. „Der Kulturpreis Bayern ist eine Auszeichnung mit jahrzehntelanger Tradition. Immer ging es darum, Menschen zu danken, die mit ihrem Engagement, ihrem Wirken und ihrer Begeisterung für Kunst, Kultur und Wissenschaft unsere Gesellschaft bereichern. Den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern danken wir für ihre Leistungen und gratulieren herzlich zu dieser Auszeichnung.“

Neben der Ehrung werden die Preise in der Sparte Kunst und der Sonderpreis mit jeweils 5.000 Euro, in der Sparte Wissenschaft jeweils mit 2.000 Euro honoriert.


Foto: Andreas Schradi/Alex Schelbert

Bildunterschriften: Enikö Schradi hat für ihre herausragende wissenschaftliche Leistung den Kulturpreis Bayern erhalten. Dazu gehört neben der Bronzestatue ein Preisgeld von 2.000 Euro. (Copyright Schradi)
Preisträgerin Enikö Schradi mit dem bayerischen Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (l.) und Bayernwerk-Chef Dr. Egon Leo Westphal (r.). (Copyright Schelbert)

weitere Beiträge