Covid-Intensivbelegung steigt weiter an

Höchststand der „zweiten Welle“ im Rettungsdienstbereich überschritten

Das zweite Osterfest in der Corona-Pandemie hat kaum für Entspannung gesorgt: Sowohl in den Kliniken als auch bei der Corona-Kontaktverfolgung und dem Impfzentrum herrschte unverändert Betrieb. 

In den Kliniken des Rettungsdienstbereiches Landshut (zu dem neben Stadt und Landkreis Landshut auch die Landkreise Dingolfing-Landau und Kelheim gehören) wurde am Ostersonntag bei der Belegung der Covid-Intensivbetten mit 22 Patienten ein neuer Höchststand erreicht, der Verlegungen innerhalb des Rettungsdienstbereiches, aber auch in andere Krankenhäuser in umliegende Regionen nötig machten. Heute ist die Zahl der Covid-Intensivpatienten auf 24 gestiegen und damit vier mehr als zum Scheitelpunkt der zweiten Welle im Januar.

„Die Situation in unseren Kliniken spitzt sich mehr und mehr zu, sodass wir weitere Maßnahmen ergreifen müssen, um weitere Kapazitäten für Covid-Patienten und Notfälle zu schaffen“, erklärt der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordination, Jürgen Königer. Eine der ersten Maßnahmen ist die Reduzierung planbarer Operationen auf einen späteren Zeitpunkt – die Versorgung von Notfällen und Covid-Patienten wird zum größten Fokus. Denn unabhängig von Corona sind die Intensiv-Betten in den Krankenhäusern stark belegt – sei es durch Herzinfarkte, Unfallgeschehen oder Schlaganfälle, die, auch unabhängig von Corona, weiter tagtäglich passieren.

Die Kliniken noch lange versucht, geplante Operationen durchzuführen, damit hier kein großer Rückstau entsteht. Vor allem im Hinblick darauf, dass ein solcher Rückstau zwangsläufig zu zunehmenden akuten Fällen führt. Auch dies bindet viele Kapazitäten, sei es materiell durch Beatmungsplätze oder personell durch engmaschige Vor- und Nachbereitung der Eingriffe. Dieser Elektiv-Bereich kann nicht von heute auf morgen heruntergefahren werden, obwohl alle Kliniken diesen bereits deutlich eingeschränkt haben.

Weiterhin ist nicht die Ausstattung der limitierende Faktor – vielmehr wird Personal zur Versorgung der Patienten benötigt. Deshalb bittet der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordination, Jürgen Königer, weiter an alle Pflegekräfte mit Intensiv-Erfahrung, die aktuell nicht in einem Krankenhaus arbeiten, sich zu melden, sollten Sie für wenige Wochen die Kliniken unterstützen können, egal in welchem zeitlichen Umfang. Er ist gerne bei der Vermittlung an die einzelnen Kliniken behilflich und steht auch bei Rückfragen unter kh-koordinator@zrf-landshut.bayern zur Verfügung. „Diese dritte Welle wird wohl die schwierigste für unsere Kliniken – dabei werden wir die Auswirkungen von Ostern erst in einigen Wochen zu spüren bekommen. Deshalb brauchen wir bereits jetzt jede helfende Hand.“

Am heutigen Dienstag melden die regionalen Krankenhäuser (LAKUMED-Kliniken in Vilsbiburg und Landshut-Achdorf sowie das Klinikum Landshut) 39 Patienten auf den extra eingerichteten Normalstationen, die nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das sind zehn mehr als noch am Gründonnerstag. Hinzu kommen 13 Personen, die in diesem Zusammenhang intensivmedizinisch betreut werden müssen (+ 2).

Insgesamt 166 Neuinfektionen sind seit Donnerstag in der Corona-Arbeitsgruppe am Staatlichen Gesundheitsamt Landshut eingegangen. Der Schwerpunkt lag dabei vor allem deutlich auf Karfreitag und Samstag, während es Ostersonntag und –Montag ruhiger war. Nachvollziehbar, da Samstag und Sonntag die Teststation geschlossen war. Bei den neuen Fällen handelt es sich fast ausschließlich um Infektionen Virusmutationen: Deutlicher Schwerpunkt liegt auf der britischen Variante.

Die gemeldeten Neuinfektionen betreffen vorwiegend Ansteckungen innerhalb von Familien, da die Virusmutationen innerhalb kürzester Zeit alle Mitglieder eines Haushaltes betreffen. Auffällig ist aber, dass auch viele Reiserückkehrer aus Kroatien unter den Infizierten sind. Bei insgesamt 9 220 Bürgerinnen und Bürgern der Region Landshut wurde seit Pandemiebeginn das Corona-Virus nachweislich festgestellt. Davon konnten 8 461 bereits wieder aus der häuslichen Quarantäne entlassen werden (+ 266 seit Donnerstag), sodass das Gesundheitsamt aktuell 505 laufende Infektionen verwaltet (- 101).

Heute wurde ein Todesfall gemeldet, sodass es mittlerweile 253 Personen aus der Region sind, die in Zusammenhang mit dem Virus verstorben sind. Die 7-Tages-Inzidenzen liegen laut Robert-Koch-Institut in der Stadt Landshut heute bei 114,4, im Landkreis bei 133,2.

Trotz Osterfeiertage gingen auch die Impfungen im Landkreis Landshut unvermittelt weiter. Insgesamt 1 700 Impfungen wurden von mobilen Teams, am Impfzentrum oder im Impfbus über das Wochenende bzw. die Feiertage durchgeführt – mehr haben die knappen Impfstofflieferungen nicht zugelassen. Für morgen erwartet das Impfzentrum eine umfangreiche Lieferung des Präparats von BionTech, das auch sehr gut angenommen wird – rund 90 Prozent der Termine in dieser Woche wurden bereits vergeben. Insgesamt wurden im Landkreis Landshut bereits weit über 20 000 Impfungen durchgeführt. (Stand aller Angaben: 06. April 2021) – CW –

Grafik: Landkreis Landshut

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