Denkmalschutz: CSU-Fraktion will Raubgrabungen verhindern

München/Region Landshut. Immer mehr Bodendenkmäler werden geplündert.

Die CSU-Landtagsfraktion hat nun eine Initiative gestartet, um solche Raubgrabungen einzuschränken. „Damit wollen wir die Beschädigung von bayerischem Kulturgut verhindern“, führt Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier, der die Initiative angestoßen hatte, dazu aus. Für die Region Landshut und weitere Teile Niederbayerns ist die angestrebte Regelung besonders relevant: Durch den Bau des SuedOstLinks ist eine Vielzahl von archäologischen Funden zu erwarten.

Sonden-Suche auf eingetragenen Bodendenkmälern: das soll es künftig nach dem Willen der CSU-Landtagsfraktion nicht mehr geben. Per Antrag im Wissenschafts- und Kunstausschuss macht sich die Fraktion dafür stark, den Anreiz für Raubgrabungen zu senken und die Plünderung von Bodendenkmälern, die aktuell vier Prozent der Landesfläche ausmachen, zu verhindern. Dazu soll das Bayerische Denkmalschutzgesetz entsprechend geändert und ein Schatzregal eingeführt werden.

„Die Thematik beschäftigt mich nun schon seit Jahren. Mit unserem Lösungsvorschlag wollen wir den Knoten jetzt durchschlagen“, so Helmut Radlmeier, Mitglied des Kulturausschusses und zuständiger Berichterstatter der CSU-Landtagsfraktion. Das bayerische Schatzregal soll Eigentümer- und kommunalfreundlicher werden als seine Pendants in den anderen Bundesländern. Außerdem setzt sich die CSU-Landtagsfraktion für eine vernünftige Wertausgleichsregelung für die Grundstückseigentümer ein.

„Diese Reform ist jetzt umso dringlicher, weil in den kommenden Jahren bei großen Baumaßnahmen wie etwa dem Bau von Stromtrassen wie dem SuedOstLink eine Vielzahl von archäologischen Funden zu erwarten ist. Hier brauchen wir eine Handhabe, um die Ausplünderung von Bodendenkmälern zu verhindern. Wichtig ist mir persönlich auch, dass die Fundstücke – wo dies fachgerecht möglich ist – in der Nähe des Fundorts aufbewahrt werden können“, erläutert Radlmeier.  

Hintergrund für den Antrag, der heute im Kulturausschuss beschlossen wurde, ist auch, dass sich die Zahl der Sondengänger in Bayern nach Schätzungen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege in den letzten 15 Jahren verdoppelt hat. In den Corona-Jahren entstand gar ein regelrechter Boom. Schätzungen zufolge werden jährlich eine Million archäologisch relevanter Funde außerhalb von offiziellen archäologischen Grabungen dem Boden entnommen. Nur ein Bruchteil davon, rund 2500, werden gesetzeskonform den zuständigen Behörden gemeldet. Bisher gibt es in Bayern keine Sonderregelung für archäologische Bodenfunde. Das Eigentum am Fund wird zwischen Entdecker und Grundstückseigentümer hälftig geteilt. Mit einem Schatzregal würde das Eigentum an archäologischen Fundstücken an den Staat übergehen. Grundstückseigentümer würden ab einem bestimmten Wert entschädigt.

Bildunterschrift: Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (r.) hat der Kulturausschuss unter der Leitung des Abgeordneten Robert Brannekämper (beide CSU) heute eine Neuregelung auf den Weg gebracht, die Raubgrabungen verhindern soll.

Foto: Büro MdL Radlmeier.

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