Der Blumenverkauf hat einen langen Vorlauf

Niederaichbacher Gärtnerei schildert der Abgeordneten Ruth Müller Probleme

Über 15 Politiker hat der Niederaichbacher Gärtnermeister Markus Rauscher in der vergangenen Woche angeschrieben und seine Sorgen geschildert. Die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller kam zu einem persönlichen Gespräch vorbei, um sich vor Ort ein Bild zu machen und Argumente für die parlamentarische Debatte in München mitzunehmen.

Bei einem Gang durch die weitläufigen Gewächshäuser wurde deutlich, dass hier die Frühlingsboten wachsen, wie Primeln, Stiefmütterchen, Narzissen und Ranunkeln. Zwei Gewächshäuser weiter stehen schon die ersten Geraniensetzlinge in den Töpfen. „Die Frühlingsware muss raus, denn wir brauchen den Platz für die Geranien, die bald auseinandergerückt werden müssen“, machte Rauscher deutlich. In einem weiteren Gewächshaus überwintern Palmen, Zitronenbäume und Oleander von Kunden. Auch hier sei ein Rückgang zu verzeichnen, denn langjährige Gastronomie-Kunden aus München hätten aus Sorge vor der Wiedereröffnung und in Anbetracht der Hygiene-Abstandsregeln auch die Zahl ihrer Pflanzen reduziert. Seit fast 60 Jahren gibt es den Betrieb in Niederaichbach, den Markus und Sabine Rauscher in der zweiten Generation führen. Mit Sohn Marius wäre auch ein Betriebsnachfolger da, aber zuerst müsse eine klare Perspektive für unsere Branche da sein, machte der Junior deutlich. Im letzten Jahr seien viele Feste ausgefallen, für die sonst Blumen benötigt wurden. Egal ob als Geschenk, als Dekoration oder als Tischschmuck oder der letzte Blumengruß bei Beerdigungen. „Wir können die Pflanzen im Wachstum nicht stoppen“, so Rauscher. Und deshalb sei man in Sorge, wenn Gärtnereien weiterhin geschlossen bleiben müssen. Die Gartenbauverbände rechnen damit, dass allein in Norddeutschland in der nächsten Zeit wöchentlich mehr als 500.000 Schnittblumen und mehr als 200.000 Frühjahrsblüher wie Primeln oder Hornveilchen fertig werden. „Und diese wurden bereits im Herbst 2020 gepflanzt“, erläutert Rauscher den Kreislauf.

Der Valentinstag am Wochenende falle in diesem Jahr auch als Haupteinnahmequelle aus. „Denn während wir geschlossen bleiben, gibt es bei den Discountern Valentinssträuße in Hülle und Fülle“, ärgert sich Rauscher über diese Ungleichbehandlung. „Wir können den Kundenstrom sehr gut kontrollieren und kanalisieren“, macht Sabine Rauscher deutlich. Und die Kunden hätten sich auch daran gewöhnt, ein paar Minuten im Freien zu warten, bis im Laden – der ja durch die angrenzenden Gewächshäuser sehr weitläufig sei, wieder Platz ist. „Blumen zaubern jedem ein Lächeln ins Gesicht“, so die Abgeordnete Ruth Müller. Sie berichtete der Familie Rauscher von der Abstimmung, die erst vergangene Woche im Bayerischen Landtag stattgefunden habe. Leider hätten die Abgeordneten der Freien Wähler und der CSU den SPD-Antrag abgelehnt, der eine Öffnungsstrategie für den Einzelhandel und damit auch für die Gärtnereien zum Ziel hatte. Trotzdem versprach die Abgeordnete, sich weiterhin für die lokalen Gärtnereien einzusetzen, die oftmals im Familienbetrieb geführt werden. „Hier kann man sehen, wo es wächst und wird beraten, was zur jeweiligen Jahreszeit und zur Lage passt“.

Bildquelle: Büro Müller

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