Deutscher Wetterdienst zu den Ergebnissen der Weltklimakonferenz COP 26 in Glasgow

Nur kleine Trippelschritte in Richtung eines ambitionierten Klimaschutzes

Offenbach, 18. November 2021 – „Auf Basis der Ergebnisse der Weltklimakonferenz COP 26 im November 2021 im schottischen Glasgow bleibt die Erreichung des Ziels eines ambitionierten Klimaschutzes weiterhin im Blick – die Konferenz konnte sich aber nur auf viele kleine Trippelschritte in die richtige Richtung einigen.“ So bewertet Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die Abschlusserklärung der Weltklimakonferenz in Glasgow. Unter dem Strich würde die Umsetzung der bei der COP 26 gemachten Zusagen den absehbaren Anstieg der globalen Mitteltemperatur bis zum Jahr 2100 um 0,3 Grad auf 2,4 Grad dämpfen – im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Die Pariser Klimaziele, die Erderhitzung auf unter 2 Grad oder gar 1,5 Grad bis Ende des Jahrhunderts zu begrenzen, würden aber, so Fuchs, immer noch um 0,4 beziehungsweise 0,9 Grad verfehlt.

Grundsätzlich sei auch bei dieser Weltklimakonferenz der Grundkonflikt zwischen hoch industrialisierten Ländern mit teilweise ambitionierten Klimaschutzzielen und weiterhin auf starkes Wachstum entlang des fossilen Pfades setzenden Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien wieder sichtbar geworden. Zudem seien die Interessen der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder wie zum Beispiel der vom Meeresspiegelanstieg bedrohten Inselstaaten kaum berücksichtigt worden. So sei die vereinbarte Bereitstellung von 100 Milliarden US Dol¬lar pro Jahr für Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern bisher nicht erreicht worden.

Nationaler Wetterdienst unterstützt Weltklimakonferenzen mit Klimafakten

Der DWD unterstützt wie viele andere nationale Wetterdienste die Weltklimakonferenzen durch die Bereitstellung aktueller Klimafakten und Informationen zum Stand des Klimawandels. Das umfasse sowohl die kontinuierliche Überwachung des Klimas wie auch Klimavorhersagen und langfristige Projektionen zum künftigen Klima. Zugleich baut der DWD mit dem Integrierten Treibhausgasmonitoringsystem ITMS Kapazitäten auf, um die Wirkungen von Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland messtechnisch überprüfen zu können.

Foto: A. Würzinger

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