„Die Bilder bringt man so schnell nicht mehr aus dem Kopf“

Sicherheitsgespräch am Bahnhof Bruckberg: MdB Oßner und MdB Irlstorfer sprechen mit Bürgermeister Radlmeier

 Bruckberg. Vor drei Wochen wurden zwei Brüder (13 und 17 Jahre) von einem Regionalzug am Bahnübergang erfasst und getötet. Sie waren auf dem Schulweg, überquerten trotz geschlossener Bahnschranke die Gleise, um den wartenden Zug Richtung Landshut zu erwischen. Dabei wurden sie von einem Zug, der in die Gegenrichtung nach München unterwegs war, in voller Fahrt überrollt. Betroffen von diesem tragischen Ereignis zeigten sich CSU-Bundestagsabgeordneter Florian Oßner für die Region Landshut und sein Kollege Erich Irlstorfer für die Region Freising, die sich bei einer Ortsbegehung mit Bruckbergs Bürgermeister Rudolf Radlmeier ein Bild von der Situation machen wollten. Weiterhin wollten sie wissen, welche Verbesserungen man treffen könne, um den Bahnhof Bruckberg noch sicherer zu machen.

Am Bruckberger Bahnhäuschen befinden sich seit dem Unfall ein Lichtermeer aus Hunderten von Kerzen, Kränze, Fotos und viele andere Erinnerungsstücke von den beiden getöteten Brüdern. Die Unsicherheit in Bezug auf die Sicherheit am Bahngleis und der Druck seien sehr hoch, schilderte Radlmeier. Es seien aber alle erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen am Bahngleis eingehalten worden, so Bruckbergs Gemeindeoberhaupt, der sich angesichts der Initiative der beiden MdBs erleichtert zeigte.

Gitternetze unter Schranken und akustische Signale

„Darüber hinaus kann der bereits jetzt schon technisch mit Schranken und Lichtsignalen sehr gut ausgestatteter Bahnübergang noch ein wenig verbessert werden. Jedoch benötigen wir hierfür die Deutsche Bahn“, so Radlmeier. In dieser Sache bot sich Oßner als Mitglied im Ausschuss für Verkehr im Deutschen Bundestag an. „Als Verkehrspolitiker haben wir viele Kontakte zur Bahn. Wir haben dazu bereits erste Gesprächen geführt.“ Darum zeigte er sich offen in Bezug auf die Vorschläge des Bürgermeisters. So meinte Radlmeier, wären Gitternetze unter denBahnschranken eine Möglichkeit, um Menschen daran zu hindern, aufs Gleis zu gelangen. Gleichzeitig könnten akustische und optische Signale, wie Durchsagen und Hinweistafeln, wie es sie etwa in Moosburg gibt, die Bahnfahrer auf einen nahenden Zug aufmerksam machen. Das seien beides gute Ideen, stimmte der Direktabgeordnete für Landshut zu. Die Züge seien durch technische Verbesserungen laut Oßner mittlerweile wesentlich leiser geworden, um auch Anwohner vor Lärm zu schützen.

Schulweghelfer als „schnelle und pragmatische Lösung“

„Es braucht zudem eine schnelle und pragmatische Lösung“, machte Irlstorfer, der sich als Gesundheitspolitiker mit dem Thema aus psychologischer Hinsicht auseinandersetzte, deutlich. Er sprach sich darum für eine Unterstützung durch Schulweghelfer aus. Diese würden dafür sorgen, dass die Schüler zu den Hauptverkehrszeiten sicher über das Gleis gelangen. Gerade morgens gegen 7 Uhr, zu der viele Schüler unterwegs seien und zu der sich auch der tödliche Unfall ereignete, gebe es nur drei kleine Zeitfenster, in denen die Schüler über das Gleis laufen können, machte Radlmeier aufmerksam. Es seien Sicherheitsgespräche mit der Bahn geplant, bei denen das Thema Schulweghelfer geklärt werden könne, so Bruckbergs Gemeindeoberhaupt.

Eigenverantwortung der Schüler stärken

Diese drei Möglichkeiten wollen die Politiker in ihre Gespräche mit aufnehmen. Jedoch dürfe nicht vergessen werden, dass gleichzeitig auch die Eigenverantwortung der Schüler gestärkt werden müsse, waren sich die Politiker einig. „Es braucht ein vernünftiges Augenmaß und einen Schulterschluss mit allen Beteiligten, um die Situation zu verbessern“, erklärte Oßner. Die beiden Bundestagsabgeordneten brachten deshalb zum Ausdruck, dass sie jederzeit für Gespräche mit Eltern, Bürgerinitiativen und der Lokalpolitik bereit seien. Oßner erkundigte sich darüber hinaus nach der Betreuung der Familie, der vielen Augenzeugen und der Einsatzkräfte. Das Kriseninterventionsteam sei sofort vor Ort gewesen und habe sich den Kindern und den Pendlern angenommen, berichtete Radlmeier. Außerdem werde die Familie seelsorgerisch betreut. Der Bürgermeister lobte außerdem die Rettungskräfte, die „angesichts der Situation einen super Job gemacht haben“. Ein solch tragischer Unfall könne massive Auswirkungen auf die Einsatzkräfte haben, bestätigte Oßner, der selbst bei der Feuerwehr ist. „Die Bilder bringt man so schnell nicht mehr aus dem Kopf.“

Bildunterschrift: Die Bundestagsabgeordneten Florian Oßner und Erich Irlstorfer (beide CSU) sagten Bürgermeister Rudolf Radlmeier ihre Unterstützung zu und markierten die Ortsbegehung als Beginn für einen offenen Austausch mit allen Betroffenen.

Fotos: Büro Oßner

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