„Die Politik muss Ziele definieren, nicht die Maßnahmen!“

CSU-Bau-Experte MdB Michael Kießling informiert sich bei den Leipfinger-Bader Ziegelwerken in Vatersdorf über Klimaschutz im Bausektor – und was die Politik dazu beitragen kann

Vatersdorf, 27.04.2021. Wie der Klimaschutz im Gebäudesektor gestärkt werden und welchen Beitrag dazu die Ziegelindustrie leisten kann, darüber informierte sich jetzt der Bau-Experte und Bundestagsabgeordnete (MdB, CSU) Michael Kießling, zusammen mit MdB Florian Oßner (CSU) bei einem Werksbesuch der Leipfinger-Bader Ziegelwerke. Deutlich wurde dabei: Zu schaffen ist die Klimaneutralität im Bausektor mit Technologieoffenheit – und den richtigen Baustoffen. Thomas Bader, Geschäftsführer der Leipfinger-Bader Ziegelwerke: „Ziegel ist die Lösung für die Klimaneutralität bis 2040 und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im Gebäudesektor. Damit das funktioniert, muss die Politik zwar die Ziele definieren, darf aber nicht die Maßnahmen diktieren.“

So dürfe man nicht nur den Energieaufwand und die damit verbundenen Kosten beim Produktionsprozess des Baustoffs Ziegel betrachten. Vielmehr müsse der Gesetzgeber die komplette Ökobilanz und die Lebenszykluskosten von Gebäuden aus Ziegeln im Blick haben. Der regionale Baustoff glänzt dann nämlich schon jetzt mit einer hervorragenden Bilanz aus ökologischer und finanzieller Sicht.

Hervorragende Materialeigenschaften für eine klimaneutrale Zukunft

Durch die extreme Langlebigkeit, die hervorragenden Materialeigenschaften in Bezug auf Raumklima und Wärmedämmung, kurze Lieferwege und die hohe Recyclingfähigkeit ist der Baustoff Ziegel mit allen seinen Vorteilen in der Gesamtbetrachtung beim Hausbau nahezu konkurrenzlos. Dazu kommt ein weiterer wichtiger Faktor: „Der Ziegel ist ein Produkt aus der Region für die Region“, so Thomas Bader. Die komplette Wertschöpfungskette bleibt also vor Ort.

Bereits seit Jahren zeigen die Leipfinger-Bader Ziegelwerke mit ihren Innovationen bei der Produktentwicklung, der Produktion und im Recycling zudem, welche enormen Potentiale beim Bauen mit Ziegeln noch vorhanden sind. So ist am Stammsitz in Vatersdorf ein besonders energiesparender Tunnelofen im Einsatz. Das Unternehmen setzt zudem auf einen digitalisierten Produktionsprozess und ist Gründungsmitglied der Wasserstoff-Initiative H2 Süd. Mit einer weltweit einzigartigen Ziegelrecycling-Anlage am Standort in Puttenhausen (Landkreis Kelheim) und dem kaltgepressten Ziegel hat der Ziegelhersteller aus dem Landkreis Landshut zuletzt für Aufsehen gesorgt.

Innovationskraft braucht staatliche Unterstützung

Doch mit der Innovationskraft eines Unternehmens alleine ist es nicht getan. Thomas Bader machte bei dem Werksbesuch der beiden Bundestagsabgeordneten deutlich, dass die Politik die Rahmenbedingungen schaffen müsse, damit klimaneutrale Produkte aus der Region für die Region auf dem Markt überhaupt erfolgreich sein können.

Warum der Kaltziegel staatliche Unterstützung braucht

Bestes Beispiel dafür ist der kaltgepresste Ziegel von Leipfinger-Bader aus Recyclingmaterial, das am Werksstandort in Puttenhausen gewonnen wird. Dabei handelt es sich um ein Produkt aus aufbereiteten Ziegelresten, das nicht – wie sonst üblich – energieintensiv gebrannt werden muss, sondern in einem innovativen Verfahren gepresst und an der Luft getrocknet wird.

„Um den Kaltziegel in großen Stückzahlen auf den Markt bringen zu können, muss aber eine eigene Produktionslinie aufgebaut werden. Ohne staatliche Investitionsförderung ist diese Herausforderung für ein mittelständisches Unternehmen wie Leipfinger-Bader nicht zu stemmen“, so Thomas Bader. Dringender Handlungsbedarf bestehe auch beim Abbau von Bürokratie. Ein Wust an gesetzlichen Regelungen erschwere die Einführungen umweltfreundlicher Produktionslösungen und Produkte.

MdB Kießling: „Wir wollen gemeinsam mit der Wirtschaft und der Gesellschaft den Klimaschutz im Gebäudesektor voranbringen.“

MdB Michael Kießling, selbst studierter Bauingenieur (FH), zeigte sich von der Innovationskraft der Ziegelindustrie und den Lösungsansätzen der Leipfinger-Bader Ziegelwerke beeindruckt. Er versprach, sich dafür einzusetzen, dass regulatorische Hürden auf dem Weg zur Klimaneutralität beseitigt würden und betonte, wie wichtig der beständige Dialog zwischen Industrie und Regierung in dieser Sache ist. „Wir wollen gemeinsam mit der Wirtschaft und Gesellschaft den Klimaschutz im Gebäudesektor voranbringen. Deshalb brauchen wir in der gesamten Wertschöpfungskette Bau eine Steigerung der Ressourceneffizienz. Wir setzen dabei nicht auf einzelne Baustoffe, sondern auf Material- und Technologieoffenheit, um nachhaltige und klimaschonende Lösungen aller Art zu ermöglichen. Denn alle Baustoffe müssen ihren Beitrag zum klimaneutralen Bauen und Wohnen leisten. Wir wollen daher regionale Innovationen noch stärker fördern und vor allem Hemmnisse abbauen.“

Foto: MdB Michael Kießling, MdB Florian Oßner und Leipfinger-Bader Geschäftsführer Thomas Bader bei der Werksführung.

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