Digitaler Wandel muss zum Booster für das Gesundheitssystem werden

Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ist 2022 Kooperationspartner des Nürnberg Digital Festivals

pm – Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat mehr Tempo beim Ausbau einer nationalen Gesundheitsdaten- und Digitalisierungsstrategie gefordert: Anlässlich der Pressekonferenz zum Auftakt des Nürnberg Digital Festivals am Montag in Nürnberg sagte Holetschek: „Die COVID-19-Pandemie hat Errungenschaften, aber auch Defizite bei der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen verdeutlicht. Die Digitalisierung bietet zahlreichen Chancen zur Verbesserung unseres Gesundheitssystems. Um eine bedarfsgerechte, patientenorientierte Versorgung sicherzustellen, brauchen wir mehr Nachhaltigkeit und Effizienz bei der Nutzung von Gesundheitsdaten.“

Der Minister betonte: „Es muss uns gelingen, Gesundheitsdaten für die Versorgung, aber auch die Forschung zu nutzen und gleichzeitig den Datenschutz zu wahren – im Interesse der Patientinnen und Patienten. Wir benötigen hierfür internationale Standards und klare Vorgaben: Wofür erheben wir die Daten und wie stellen wir sicher, dass sie auch wirklich nur für diese Zwecke genutzt werden?“ Holetschek fügte hinzu: „Daneben ist eine standardisierte, strukturierte Sammlung und Zusammenführung der verschiedenen Daten unerlässlich. Es muss ein Austausch von Daten möglich sein und diese Daten müssen in allen Sektoren und zwischen den Systemen europaweit direkt nutzbar sein. Die enorme Bedeutung dieser Daten für die Forschung einerseits und die besondere Sensibilität andererseits erfordern klare Regelungen.“

Holetschek unterstrich: „Ich begrüße ganz ausdrücklich den Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission für den europäischen Raum für Gesundheitsdaten (European Health Data Space – EHDS). Damit soll ein grundlegender Umbruch im digitalen Wandel der Gesundheitsversorgung innerhalb Europas stattfinden, bei dem die Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen.“

Neben der Analyse große Datenmengen zur Verbesserung der Aussagekraft von Untersuchungen und Diagnosen birgt die Interoperabilität, also der Datenaustausch zwischen Systemen und Sektoren, großes Potential. Genau hier knüpft auch der Hackday Klima und Gesundheit am 6. Juli 2022 an, den das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gemeinsam mit dem Nürnberg Digital Festival durchführt.

Unter dem Motto „Gesundheitsschutz im Klimawandel“ entwickeln Teilnehmende eine digitale Anwendung für Bürgerinnen und Bürger zum Schutz ihrer Gesundheit im Alltag. Dazu werden verschiedene Umweltdaten, beispielsweise zu Wetter, Luftschadstoffen oder Pollen, im Sinne einer Gefährdungsbeurteilung verständlich dargestellt und aufbereitet. Bestehende Analyseansätze und öffentlich zugängliche, aber auch staatliche Forschungs- und Umweltdatendaten bilden die Grundlagen der zu erarbeitenden Lösung.

Foto: Archiv DIESUNDDAS/hjl

 

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