„Ein zu kleiner Tropfen auf einem zu heißen Stein“

Abgeordneter Radlmeier kritisiert Pflegebonus

Zu spät, zu wenig, nicht für alle: Der CSU-Landtagsabgeordnete Helmut Radlmeier äußert Kritik an der von der Bundesregierung geplanten Bonuszahlung für Pflegekräfte. „Die Ampel-Regierung muss hier gehörig nachbessern“, fordert Radlmeier.

Gleich ob Deutscher Pflegerat, die Stiftung Patientenschutz oder die Deutsche Krankenhausgesellschaft: Die Kritik am von der Ampel-Regierung geplanten Pflegebonus reißt nicht ab. Zu Recht, wie Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier findet:

„Zuerst ist nach den großspurigen Ankündigungen der Bundesregierung erst einmal außer Spesen nichts gewesen. Jetzt liegen die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums vor. Was bekannt ist, ruft in der Branche aber wenig Freude hervor. So soll der Pflegebonus erst in der zweiten Jahreshälfte ausgezahlt werden. Angesichts der Belastungen des Personals hier und jetzt ist das einfach zu spät“, hält Radlmeier, Mitglied des Landtagsausschusses für Gesundheit und Pflege, fest.

Auch die Höhe der in Aussicht gestellten Zahlung wird kritisiert: 550 Euro soll eine Pflegekraft in der Altenpflege erhalten. Zuvor war stellenweise von 3.000 Euro die Rede. „Davon ist leider nur noch wenig übrig“, so Radlmeier.

Zudem werden viele Beschäftigte von der Zahlung ausgeschlossen: Nur in bestimmten Krankenhäusern, die eine vorgegebene Anzahl von beatmeten Corona-Patienten behandelt haben, hat das Personal Anspruch auf den Bonus. „Das ist wenig praxistauglich und eine unnötige bürokratische Hürde. Dadurch schließt man Pflegekräfte, die gleichermaßen belastet waren, wissentlich aus“, kritisiert Radlmeier.

Gleiches gilt für Berufsgruppen, die während der Pandemie ebenfalls großen Belastungen ausgesetzt waren. „Medizinische Fachangestellte lässt der Bund wieder im Regen stehen“, bedauert Radlmeier. „Der Pflegebonus ist – wenn er denn kommt – ein zu kleiner Tropfen auf einem zu heißen Stein!“, fasst Radlmeier zusammen.

Statt sich kleinteilig zu verzetteln, müsse die Bundesregierung eine umfassende Pflegereform auf den Weg bringen. „Die Vorschläge aus Bayern dazu liegen auf dem Tisch“, so Radlmeier.

Bildunterschrift: Der CSU-Landtagsabgeordnete Helmut Radlmeier fordert von der Bundesregierung Nachbesserungen beim geplanten Bonus für Pflegekräfte.
Foto: Archiv DIESUNDDAS/hjl

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