Eine der drängendsten Zukunftsfragen

ImpulsNetzwerk Senioren informiert über Pflegebedarfsplanung in der Region Landshut

Die Sicherung der Pflege wird auch in der Region Landshut eine der größten Herausforderungen der Zukunft sein. Zu diesem Schluss kommt die breit angelegte Pflegebedarfsplanung für Stadt und Landkreis Landshut, die im gemeinsamen ImpulsNetzwerk Senioren vorgestellt wurde.

 

Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Alexander Putz gingen bei ihrer Begrüßung auf die demografischen Prognosen für die Region ein, die den Bedarf an Betreuung und Pflege im Alter maßgeblich beeinflussen wird – denn sowohl Stadt als auch Landkreis Landshut gehören zu den Kommunen Deutschlands, denen ein enormes Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahrzehnten vorausgesagt wird: Neben einer längeren Lebenserwartung, einer etwas überdurchschnittlichen Geburtenrate spielt auch der anhaltende Zuzug in die Boom-Region Landshut eine wichtige Rolle: „Dass immer mehr Menschen bei uns leben wollen, hat zwar viele Vorteile – es bringt langfristig aber auch weitere Herausforderungen und Problemstellungen mit sich“. Dabei brachten Dreier und Putz die Idee eines verpflichtenden „sozialen Jahrs“, vergleichbar mit dem früheren Grundwehrdienst ins Gespräch – um die Türen für dieses Berufsfeld weiter zu öffnen oder zumindest Grundkenntnisse in der Pflege zu vermitteln, die bei der späteren Pflege von Angehörigen hilfreich sein könnten.

Die Ergebnisse der Pflegebedarfsplanung selbst wurde von Christian Rindsfüßer und seiner Mitarbeiterin Mona Streit vom Institut für Sozialplanung (SAGS) aus Augsburg vorgestellt. Eine der Grundlagen bildet die Bevölkerungsentwicklung in ihren verschiedenen Bestandteilen: So soll die Region nicht nur insgesamt an Bewohnern deutlich gewinnen, sondern vor allem unter den Hochbetagten (über 85 Jahre) ist ein sehr schneller und hoher Anstieg zu beobachten, der sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Eine weitere Problemstellung ist die Tatsache, dass die „Babyboomer“-Generation (und damit viele Arbeitskräfte auch in der Pflege) aus dem Arbeitsleben ausscheidet, von jüngeren Generationen aber nicht ausreichend Kräfte nachrücken: Das merken die Einrichtungen bereits jetzt schon mehr als deutlich, hieß es aus dem Teilnehmerkreis.

Auch wenn derzeit in vielen Landkreis-Gemeinden sowie in der Stadt Seniorenheime betrieben werden, müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um den steigenden Bedarf an Pflegeeinrichtungen in der Zukunft decken zu können.
Insbesondere die Kurzzeitpflege ist ein Bereich, der unbedingt aufgerüstet werden muss.

Zudem gestaltet sich die Schätzung, wie viele Menschen in Zukunft zuhause gepflegt werden, schwierig. Aus statistischer Sicht wird innerhalb der nächsten zwanzig Jahre eine Verdoppelung erwartet, wobei auch der Anteil der dementiell erkrankten Personen stark ansteigen wird, die besonderer Betreuung bedürfen.

Die Empfehlungen sind deutlich: Versorgungsangebote müssen ausgebaut werden: Dazu zählen die Angebote zur Unterstützung im Alltag (wie beispielsweise bei der Haushaltsführung oder Alltagsbegleitung), denn die temporäre Entlastung für die pflegenden Angehörigen ist unverzichtbar. Auch der Aufbau alternativer Wohnformen müsste zudem weiter vorangetrieben werden.

Trotz aller Herausforderungen, hat die Region Landshut hat bereits erste große Schritte in die richtige Richtung gemacht, wie die Landkreis-Seniorenbeauftragte Janine Bertram ausführte: „Unser gemeinsamer Pflegestützpunkt, eine umfangreiche Wohnraumberatung und die Einrichtung der Koordinierungsstelle Demenz für den Landkreis: Natürlich ist noch Luft nach oben, aber wir müssen uns vor Augen führen, dass wir bereits einiges geschafft haben, auf das wir weiter aufbauen können.“

Organisiert hatte dieses Treffen im Bürgersaal Kumhausen die Steuerungsgruppe Senioren  der Region, bei der auch die Seniorenbeauftragten der beiden Kommunen engagiert sind. Das ImpulsNetzwerk Senioren besteht aus Vertretern von Einrichtungen, Kommunen und Dienstleistern, die sich um die Belange von Seniorinnen und Senioren in der Region Landshut einsetzen. Interessierte sind jederzeit willkommen und können sich gerne an die Landkreis-Seniorenbeauftragte Janine Bertram (E-Mail: janine.bertram@landkreis-landshut.de, Tel. 0871 408-2116) oder die städtische Seniorenbeauftragte Carolin Völkner (E-Mail: carolin.voelkner@landshut.de; Tel. 0871 88-1651)  wenden.

Bildunterschrift: Die Pflegebedarfsplanung der Region Landshut stand im Mittelpunkt des letzten Treffens des ImpulsNetzwerks Senioren.
Foto: C. Weinzierl

 

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