Einen informativen Blick auf die städtischen Bauprojekte geworfen

Baustellenrundfahrt mit OB Putz, Baureferat und Medienvertreter

Besucht wurden 6 ausgewählte aktuell laufende Hoch- und Tiefbaumaßnahmen

Am Dienstag, den 9. August machten sich der Oberbürgermeister der Stadt Landshut, Alexander Putz, sein Baureferatschef Leitender Baudirektor Johannes Doll, Werner Einhell vom Amt für Gebäudewirtschaft, Markus Huber vom Tiefbauamt und Medienvertreter in einem Stadt-Kleinbuss auf den Weg, sechs städtische Projekte zu besuchen um sich einen Eindruck über die momentane Situation der Projekte zu verschaffen.

Da in der Stadt Landshut gegenwärtig zahlreiche Baumaßnahmen abgewickelt werden, konnte im Rahmen der Rundfahrt nur ein kleiner Ausschnitt des Gesamtvolumens besichtigt werden. 

Die erste Anfahrtsstelle der Probefahrt war eine Fahrt mit einem Kleinbus durch die Kirchgasse. Grund dafür ist die Neuerstellung eines Nahverkehrsplans.

Der barrierefreie Ausbau des Postplatzes, die Erweiterung des Magdalenenheims der Hl. Geistspitalstiftung, die geförderten Wohnungen an der Breslauerstraße, das erste Wohnungsbauprojekt der Landshuter Stadtbau GmbH, die Straßenerschließungsmaßnahmen Baugebiet „Nördlich LAs14 – östlich Neißestraße waren weitere Besuchspunkte der Businsassen.

 

Barrierefreiheit Altstadt/Einmündungsbereich Postplatz

 

Bauleistungen:        Fa. Strabit, Wörth a. d. Isar
Planungsleistungen: Eigenleistung durch Tiefbauamt
Auftragssumme: 190.000,00 €
einschl. erforderliche Ampelregelungen
Bauzeit Abschnitt 1: 16.08.2022 bis 12.09.2022
(rechte Fahrbahnhälfte stadtauswärts)
Bauzeit Abschnitt 2: 13.09.2022 bis 14.10.2022
(rechte Fahrbahnhälfte stadteinwärts)
Pflasterfläche:         520 m² Fahrbahnfläche mit Granitgroßstein
  70 m² Gehwegfläche mit Klinkerpflaster
  70 m   Granit-2-Zeiler

Fahrbahnfläche:

Das bestehende Granit-Großsteinpflaster wird komplett ausgebaut und durch geschnittenes sowie kugelgestrahltes Pflaster ergänzt. Das Pflaster wird wie bisher diagonal verlegt.

Randeinfassungen: Sämtliche Randeinfassungen (Granit-Zeilen) werden durch neue Granitzeilen mit geschnittenem Material ergänzt.

Gehwege: Im Zuge der Erneuerung der Randeinfassungen werden angrenzende Klinkerflächen angeglichen.

Querungen: Für die beiden Querungen (Hl. Geistspital und Postplatz) werden Vorkehrungen für einen barrierefreien Übergang getroffen.

Hier werden die Borde entsprechend den Anforderungen:

  • mit einer Bordhöhe von 6 cm für Blind- und Sehbinderte
  • mit einer Nullabsenkung für Rollstuhl und Rollatornutzer ausgebildet.

Förderung der Maßnahme

Die Maßnahme wird von der Regierung von Niederbayern über das Bund-LänderStädtebauprogramm „Lebendige Zentren“ gefördert.

Der Fördersatz liegt bei 60 Prozent der förderfähigen Kosten.

Vorarbeiten Leitungsbau:

Im Vorfeld wurden sämtlich vorhandene Versorgungsleitungen durch die Stadtwerke Landshut überprüft und erforderliche Ausbesserungen bzw. Ergänzungen in Auftrag gegeben. Erforderlich waren Erneuerungen von Wasser- und Gasleitungen.  Zudem wurde die Fernwärmeleitung stadtauswärts ergänzt und das Hl.-Geist-Spital angeschlossen. Mit den Leitungsbaumaßnahmen wurde bereits am 2. Mai 2022 begonnen. Die Fertigstellung ist für Freitag, 12. August, vorgesehen.

Erweiterung Magdalenenheim der Hl. Geistspitalstiftung,  Christoph-Dorner-Straße 8

Die Planung sieht einen am Hauptgebäude angeschlossenen Erweiterungsbau am südöstlichen Grundstück vor. Das dreistöckige Gebäude beinhaltet Platz für Technikräume sowie die Wäscherei im Keller. Von den 21 neu geschaffenen Zimmern sind neun rollstuhlgerecht, alle Zimmer haben entweder einen Zugang zur Terrasse oder Loggia. Pro Stockwerk befindet sich ein Aufenthaltsraum sowie im ersten und zweiten Stock eine Schwesternkanzel. Auf dem Flachdach wird ein Kneippraum mit Außenbereich realisiert. In den Anschlussbereichen zum Altbau sind kleine Umbaumaßnahmen nötig. Es wird beispielsweise ein neues Stationsbad entstehen.

 

Das Gebäude erfüllt die Voraussetzung der Verordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes (AVPfleWoqG) und der DIN 18040-2 und wird im Standard KfW 55 Förderung ausgeführt.

Im Juli wurde die Baugrube fertig gestellt. Im Moment wird das Bestandsgebäude mittels Niederdruckinjektion unterfangen. Im August beginnen noch die Baumeisterarbeiten, sodass das Gebäude, wie geplant, Anfang 2024 bezogen werden kann.

Nach der genehmigten Kostenberechnung werden im Haushaltsentwurf 2023 Gesamtkosten von ca. 9.200.000 Euro eingestellt.

Es ist mit einer voraussichtlichen Zuwendung in Höhe von 556.635 Euro der KFW über das Förderprodukt „BEG Wohngebäude – Zuschuss (461)“ und einer Förderung nach dem „Bayerischen Modernisierungsprogramm“ in Höhe von ca. 434.000 Euro zu rechnen.

Baufortschritt – sozial geförderte Wohnungen an der Breslauer Straße (drei Bauabschnitte), Modellprojekt „Effizient bauen, leistbar wohnen“, Breslauer Straße 2 bis 6a

Auf dem Areal werden insgesamt 107 neue und sozialgeförderte Wohnungen in drei Bauabschnitten errichtet. Circa 20 Wohnungen wurden im ersten Bauabschnitt bis August 2020 erstellt. Von den 41 Wohnungen im zweiten Bauabschnitt sind circa Mitte Juli sieben Wohnungen an die Bestandsmieter übergeben worden. Weitere 34 Wohnungen gehen ab August bis Mitte September 2022 an künftige neue Mieter.

Mit dem Umzug der Bestandsmieter im Altgebäude Breslauer Straße 2 und 2a kann mit dem Abriss als Vorbereitung zum Neubau von weiteren 45 Wohnungen im dritten Bauabschnitt begonnen werden. Die Bautätigkeiten im dritten Bauabschnitt werden voraussichtlich im Jahr 2024 beendet sein.

Durch Bauverzögerungen ist die Tiefgarage erst circa Mitte September für die Mieter nutzbar. Die Arbeiten an den Freianlagen werden bis etwa Ende Oktober 2022 andauern. Hierdurch kann es zu Beeinträchtigungen für die Mieter kommen, welche um Verständnis gebeten werden.

Aktuell wird der zweite Bauabschnitt mit 41 Wohnungen fertig gestellt. Die Fa. InfraConstructBau GmbH aus Wallersdorf ist mit den Pflasterarbeiten bei den Zuwegungen beschäftigt.

Ab August 2022 sind die Rückbauarbeiten durch die Fa. TRM Transporte und Recycling Maier GmbH aus Ergoldsbach bei den Altgebäuden geplant. Bis November bzw. Dezember 2022 ist das Herstellen mindestens der Bodenplatten für die drei Häuser beim 3. Bauabschnitt durch das Bauunternehmen Matthias Bauer GmbH aus Hauzenberg vorgesehen. Kosten lt. Kostenberechnung der drei Bauabschnitte (Stand 11-2018/2-2019)

Gesamtkosten, gerundet                          18.899.800,00 €

Aufgrund von Preissteigerungen seit 2018 und der gesellschaftlichen Ereignisse wird der Kostenansatz aktuell um 2.415.000 Euro überschritten.

Planungsbeteiligte

Referat für Bauen und Umwelt: Johannes Doll, Referatsleiter

Projektbegleitung u. -betreuung Gerhard Mayer, Amtsleiter

          Klaus Eckert, Projektleiter
Gebäudeplanung: Knerer und Lang Architekten GmbH, 80802 München
Freianlagenplanung: HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH,
81669 München
Tragwerksplanung: Seeberger Friedl Planungsges. mbH, 84347 Pfarrkirchen
HLS- und E-Planung: BER TGA GmbH, 93047 Regensburg

 

Technische Daten 

Gebäude A1 und A2, 21 Wohnungen (bereits bezogen)  Wohnfläche ca.  1.306 m²               Bruttorauminhalt 6.756 m³

Gebäude C1, C2, B1 und B2, 41 Wohnungen (Bezug ab Juli bis Sept. 2022) 

Wohnfläche ca.             2.658 m²               Bruttorauminhalt          13.140 m³

 Gebäude D1, D2 und D3, 45 Wohnungen (Bezug geplant ca. 3/2024) 

Wohnfläche ca.             2.837 m²               Bruttorauminhalt          13.107 m³

„Wohnungsbau Stadtbau Auloh“ Mangfallstraße 1, 3

Es handelt sich hier um das Projekt Mangfallstraße 1 und 3 der Landshuter Stadtbau GmbH & Co. KG. Der Spatenstich für dieses Objekt fand am 25. Mai 2022 statt, die Fertigstellung wird zum Ende des Jahres 2023 angestrebt.

18 sozial geförderte Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 1.226m² entstehen in zwei nahezu baugleichen, dreigeschossigen Gebäuden. Es entstehen jeweils 6 2-Zimmer, 6 3-Zimmer- und 6 4-Zimmer-Wohnungen, wodurch ein breites Spektrum der Wohnungssuchenden mit Wohnberechtigungsschein abgebildet werden kann. Für die Wohnanlage werden moderne, energiesparende Baustoffe verwendet, insgesamt wird auf die Beheizbarkeit abseits von fossilen Brennstoffen großen Wert gelegt, Wärme wird das Objekt durch zwei Grundwasser-Wärmepumpen erhalten.

Das gesamte Bauvolumen beläuft sich aktuell auf ungefähr 6,5 Millionen Euro, wovon die Stadtbau als Eigenkapital knapp 2 Millionen Euro in Form von Grundstücken und Eigenkapital einbringt; 4,5 Millionen Euro sind Fremdmittel in Form von Darlehen und Förderungen durch das Programm der KfW sowie die EOF-Förderung. Bedauerlicherweise waren die Kosten für das Projekt bedingt durch die Corona-Pandemie sowie den Ukraine-Krieg im Vergleich zu den ursprünglichen Kalkulationen angestiegen, eine solide Finanzierung der Gesamtkosten liegt jedoch vor.

Baugebiet BP 07-83/1b „Nördlich LAs14 – Östlich Neißestraße“ Straßenerschließungsmaßnahmen

Bauleistungen:        Fa. Max Streicher GmbH & Co. KG
Planungsleistungen: Eigenleistung durch Tiefbauamt
Auftragssumme:  785.118,62 €
Baubeginn: 08.09.2020
Bauende:                 09.09.2021
Straßenlänge:         675 m Wohnstraße
550 m Geh- und Radwege
170 m Gehweg entlang der bestehenden Neißestraße
Straßenfläche:        5.800 m² Wohnstraße
1.375 m² Geh- und Radwege
400 m² Gehweg entlang der bestehenden Neißestraße

Querschnitt:

Die Wohnstraßen besitzen eine Fahrbahnbreite von 5,50 Meter, einseitig befindet sich eine Multifunktionsfläche befestigt mit Betonpflaster mit einer Breite von 2 Metern. Diese ist in regelmäßigen Abständen mit einer Bauminsel unterbrochen. Insofern beträgt die Gesamtbreite der Verkehrsfläche 7,50 Meter.

Die Neckarstraße in Verlängerung des Neckarplatzes dient als Sammelstraße des Baugebietes. Die Fahrbahnbreite beträgt hier 6,50 Meter, der Multifunktionsstreifen ist in diesen Bereich beidseits vorhanden. Abgeschlossen wird der Straßenkörper beidseitig durch einen Gehweg, ebenfalls bestehend aus Betonpflaster mit jeweils 2 Meter Breite. Die Breite des Straßenkörpers beträgt 14 Meter.

Auf den Straßen wurde noch keine Asphaltdeckschicht aufgebracht und im überwiegenden Teil der Multifunktionsflächen noch kein Pflasterbelag eingebaut. Dies soll Schäden aus den privaten Bautätigkeiten verhindern. Innerhalb von fünf Jahren nach Bauende werden die Flächen fertiggestellt.

Geh- und Radweg

Die Breite der freistehenden, asphaltierten Geh- und Radwege beträgt jeweils 3 Meter.

Zur Verbesserung des Fußgänger- und Radverkehrs wurde ein gemeinsamer Geh- und Radweg entlang des bestehenden Bachlaufes des ehemaligen Mühlbaches sowie entlang der Kreisstraße LAs14 hergestellt. Weiter wurde auf der Nordseite der Neißestraße ein Gehweg in Betonpflasterbauweise zwischen dem Neckarplatz bis hin zur Kreisstraße LAs14 hergestellt.

Straßenbeleuchtung

Die Beleuchtung der wichtigsten Verbindung innerhalb des Baugebietes wurde bereits mit dem Rohbau hergestellt. Die Beleuchtung der Geh- und Radwege soll demnächst erfolgen. Hierzu wird als Pilotprojekt ein neues Beleuchtungssystem, SmartLight, angewendet. Durch ein zusätzliches Steuermodul lassen sich die Leuchten in ihrer Schaltdauer und Intensität besser, einfacher und unabhängiger steuern. Insofern können verschiedene Intensitäten, wahlweise ab 22 Uhr auf 70 Prozent gedimmt, ab 24 Uhr 30 Prozent und ab 5 Uhr wieder 100 Prozent programmiert werden. Die Gebrauchstauglichkeit für andere Straßen und Bereiche soll dadurch erprobt werden.

-hjl-

Fotos:
h.j.lodermeier

 

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