Energiedetektive ausgebildet

Ergolding. Spielerisch und voller Entdeckerfreude den Klimawandel begreifen und das Bewusstsein zum Energiesparen schärfen – das ist das Ziel der Energiewerkstatt.Schule. Diese fand in den vergangenen Wochen bei den dritten Klassen der Grund- und Mittelschule Ergolding statt.

Die Schüler der dritten Klasse stellen den Treibhausgaseffekt mithilfe einer Glasglocke und eines Strahlers nach.

Zusammen mit den Experten der LEA wird die Rußbildung bei der Verbrennung durch die Drittklässler untersucht.

Klimaschutz geht uns alle an und jeder kann einen Beitrag dazu leisten. Dies zeigten zuletzt die Schülerinnen und Schüler der vier dritten Klassen der Grundschule Ergolding.

Wissbegierig starteten sie vor einigen Wochen in das erste Modul der Energiewerkstatt. Die Experten der LandshuterEnergieAgentur e.V., kurz LEA, besuchten die Jungforscher dabei im Unterricht und klärten die Kinder zunächst über die verschiedenen Energieformen auf. Ein kurzer Film zeigte eindrücklich, welche Auswirkungen der Klimawandel haben kann und wie sich die Welt verändert, sollte kein Umdenken im Hinblick auf den Energie- und Ressourcenverbrauch passieren. Dies hinterließ bei den Schülern einen bleibenden Eindruck, sodass im zweiten Teil des Projekts die Neugierde nach erneuerbaren Energiequellen und hilfreichen Energiespartipps groß war. In verschiedenen Stationen verglichen die jungen Forscher dann selbst den Stromverbrauch von Glühbirnen und LED – Lampen, machten den Treibhauseffekt in einem nachgestellten Modell sichtbar und beobachteten die Rußbildung bei der Verbrennung. Es wurde den Fragen nachgegangen, welche Länder besonders viel Strom verbrauchen und welches Verkehrsmittel am besten für den Klimaschutz ist. Dabei endete für die Drittklässler das Energiesparen nicht zum Schulschluss, denn das Gelernte sollte zu Hause direkt umgesetzt werden. Jeder der angehenden Energiedetektive bekam ein Strommessgerät mit nach Hause, um dort die größten Stromfresser zu identifizieren. Dabei standen der Fön und die Spielekonsole genauso wie die Schlagbohrmaschine und die Wallbox für das E-Auto auf der Untersuchungsliste. Die Ergebnisse stellten die Schüler im dritten und letzten Teil der Energiewerkstatt vor, wobei sie meist selbst bereits Vorschläge zur Verminderung ihres Stromverbrauchs parat hatten. Besonders der energieverbrauchende Stand-by-Modus vieler Geräte erkannten die Jungs und Mädels als großen Stromfresser. „Wir könnten zwei Atomkraftwerke abschalten, wenn wir in ganz Deutschland alle Geräte statt in den Stand-by-Modus gleich ganz abschalten“, gab LEA-Expertin Angela Högl den Kindern mit auf den Weg.

Dass den qualifizierten Mitarbeitern der LEA die Wissensvermittlung an die Schüler wichtig ist, merkt man nicht zuletzt an der großen Einsatzbereitschaft bei der anschaulichen Erklärung. „Für uns ist die Energiewerkstatt ein Herzensprojekt, da es schön zu sehen ist, mit welchem Eifer die jungen Menschen am Thema Energie arbeiten“, erklärte die 1. Vorsitzende der LEA Marion Jost. „Dabei scheuen wir auch nicht davor zurück, uns selbst in winterliche Bekleidung zu werfen, um so den Kindern die Dämmung von Häusern zu erklären“, so die Energieberaterin weiter.

Zuletzt konnte Thomas Kuntscher als Klimaschutzmanager des Marktes Ergolding die besten Glückwünsche und für jeden Schüler auch eine Urkunde überreichen. „Dass dem Markt Ergolding die Themen Klimaschutz und Energiesparen sehr wichtig sind, zeigt nicht nur die Schaffung einer eigenen Stelle für diese Bereiche, sondern auch die jährliche Finanzierung der Energiewerkstatt in allen 3. Klassen der Ergoldinger Grundschulen“, führte Kuntscher aus. Mit dem Wunsch an die jungen Energiedetektive, das neue Wissen nun auch im Alltag umzusetzen, rundeten die Experten anschließend das Bildungsprojekt ab.

BU – Gruppenbild: Urkundenübergabe an die dritten Klassen der Grundschule Ergolding. Mit dabei sind Marion Jost als 1. Vorsitzende der LandshuterEnergieAgentur e.V., Thomas Kuntscher als Klimaschutzmanager des Marktes Ergolding und Angela Högl als Energie-Expertin der LEA (v.l.).
Fotos: T. Kutscher

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