Erleichterung für Pflegebedürftige

Entlastungsbetrag flexibler einsetzbar

Region Landshut. Wer pflegebedürftig ist, hat Anspruch auf 125 Euro Entlastungsbetrag im Monat. Dieser kann nun flexibler eingesetzt werden, wie Helmut Radlmeier, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Pflege des Bayerischen Landtags, mitteilt.

Wer einen Pflegegrad besitzt und zu Hause betreut wird, kann monatlich bis zu 125 Euro (Entlastungsbetrag) zur Betreuung und Entlastung einsetzen. In der gesetzlichen Grundlage spricht man von den Angeboten zur Unterstützung im Alltag. Gleich, ob Begleitung im Alltag, wie z.B. gemeinsames Einkaufen, Kochen oder Wäsche waschen: Die Kosten für die Unterstützung kann sich der Pflegebedürftige von seiner Pflegeversicherung erstatten lassen. Allerdings konnte man das Geld von seiner Pflegekasse bisher nur dann abrufen, wenn bestimmte Anbieter die Dienstleistung erbrachten. Diese brauchten eine Anerkennung durch das Landesamt für Pflege (LfP): „Das wurde im Freistaat jetzt geändert. Die Kosten bekommt man nun auch erstattet, wenn ehrenamtlich tätige Einzelpersonen im Alltag unterstützen“, erläutert Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier.

„Mit der Ausweitung auf die Einzelhelfer hat man das Feld der möglichen Unterstützer nun beträchtlich vergrößert. Das ist eine große Erleichterung, da mehr Pflegebedürftige ihren Entlastungsbetrag nutzen können. Denn oft sind die anerkannten Träger voll ausgelastet“, so Radlmeier, dem dieses Problem in der Vergangenheit oft geschildert wurde.

Die Hürden wurden also abgebaut. Trotzdem ist gesichert, dass die Helfer für ihre Tätigkeiten qualifiziert sind: Wer ehrenamtlich Pflegebedürftige unterstützen will, kann sich ab sofort bei den regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege in Bayern registrieren lassen. „Erfreulicherweise sitzt die niederbayerische Fachstelle direkt bei uns in Landshut. Dadurch ist es für Helfer aus unserer Region besonders einfach“, freut sich Radlmeier, der den Aufbau der Fachstelle im vergangenen Jahr forciert und unterstützt hatte.

Die Fachstellen für Demenz und Pflege in Bayern setzen sich unter anderem für den Auf- und Ausbau der Angebote zur Unterstützung ein. Sie unterstützen potenzielle Träger bei Antragstellung und Fördermöglichkeiten. Zudem fungieren sie als Servicepunkte für Einzelpersonen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Trotz Pandemie ist die Fachstelle in Landshut startklar: „Wir sind bereit“, betont Fachstellen-Leiterin Nadja Limmer. „Ab dem Februar bieten wir für Interessierte regelmäßig Schulungen an – aufgrund der Pandemie zunächst online. Wer also Pflegebedürftige zum Beispiel in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis ehrenamtlich oder selbstständig unterstützen will, kann sich jederzeit gerne bei uns melden!“

Informationen zur Unterstützung im Alltag gibt es unter:

https://www.stmgp.bayern.de/pflege/pflege-zu-hause/angebote-zur-unterstuetzung-im-alltag/.

Wer selbst im Alltag helfen will, kann sich unterhttps://www.demenz-pflege-bayern.de/angebote-zur-unterstuetzung-im-alltag/einzelpersonen/ z. B. über Schulungstermine bei der Fachstelle informieren. Für Fragen steht die Fachstelle für Demenz und Pflege unter Tel. 0871/96367-156 zur Verfügung.

Bildunterschrift: Pflegebedürftige können monatlich 125 Euro für Unterstützungsleistungen im Alltag bei ihrer Pflegeversicherung abrechen. Das Angebots-Feld wurde nun erweitert.
Foto: Andrea Piacquadio/Pexels.

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