Erneuter Rekord: Rund 19,2 Millionen Euro für den Naturschutz in Niederbayern im Jahr 2021

19,2 Millionen Euro für unsere Natur! Diese Rekordsumme hat die Bayerische Umweltverwaltung im letzten Jahr für Naturschutzprojekte in Niederbayern eingesetzt. Und konnte damit die Rekordsumme von 16,2 Millionen Euro aus dem Jahr 2020 noch einmal um 15 Prozent steigern. Das Umweltministerium, die Regierung von Niederbayern, die Wasserwirtschaft und die Landratsämter konnten mit Hilfe der Zuschüsse von Freistaat, Bund und Europäischer Union viel erreichen: Bedrohte Tier- und Pflanzenarten werden geschützt, attraktive Erholungslandschaften bewahrt und die Umweltbildung unterstützt. 

„Die besondere Lebensqualität in Niederbayern verdanken wir auch der Schönheit und der Vielfalt unserer Natur. Wir alle haben den Auftrag, diese Schönheit zu bewahren. Mit den vielfältigen Förderprogrammen gelingt uns das hervorragend! Und es profitieren neben der Natur auch unsere Landwirte und der niederbayerische Tourismus – die Millionen sind perfekt investiert“, freute sich Regierungspräsident Rainer Haselbeck über die Rekordbilanz.

Rekordausgaben in Höhe von fast 1,95 Millionen Euro wurden 2021 im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2050 (KLIP 2050) und des Masterplans „Moore in Bayern“ ausbezahlt. Ein herausragender Schwerpunkt der Förderung 2021 war das Königsauer Moos im Landkreis Dingolfing-Landau, das neben dem Moorschutz zudem eine hohe Bedeutung für die Artenvielfalt (zum Beispiel Wiesenbrüter) im niederbayerischen Isartal hat. Die Sicherung und die Optimierung der betreffenden Moorbereiche als natürliche CO2-Speicher dienen daher sowohl dem Klimaschutz als auch dem Erhalt der biologischen Vielfalt.

Erneut deutliche Steigerungen von gesamt 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr konnten beim Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm Offenland (VNP Offenland) erreicht werden, über das Landwirte inzwischen jährlich rund 6,7 Millionen Euro als Gegenleistung für die naturschonende Bewirtschaftung ihrer Grundstücke erhielten. Mit den Fördergeldern werden unter anderem die dünge- und pflanzenschutzmittelfreie Nutzung landwirtschaftlicher Flächen, die Einhaltung bestimmter Schnitttermine oder eine extensive Weidewirtschaft – beispielsweise auf den Wacholderheiden im Altmühltal – honoriert, um auf diese Weise die Insekten- und Vogelvielfalt sowie artenreiche, bunt blühende Wiesen und Weiden zu erhalten.

Seit Jahrzehnten ist das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm Offenland das Markenzeichen des kooperativen Naturschutzes in Bayern. Wie das Erfolgsmodell VNP funktioniert, zeigt der Film „Das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm – so funktioniert’s“. Link zum Film:

Beachtliche Zuwachsraten sind auch beim Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VPN Wald) zu verzeichnen. So wurden in Niederbayern im Jahr 2019 rund 280.000 Euro ausbezahlt, im Jahr 2021 bereits knapp 700.000 Euro. Insgesamt arbeiten in Niederbayern inzwischen weit mehr als 600 forstwirtschaftliche Betriebe im Rahmen dieses Programms erfolgreich und vertrauensvoll mit den Naturschutzbehörden zusammen.

Das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm Wald honoriert mit Zuwendungen freiwillige Leistungen, welche private oder körperschaftliche Waldbesitzer, sowie Träger überbetrieblich durchgeführter Maßnahmen für den Natur- und Artenschutz in ihren Wäldern erbringen. VNP Wald ist im Privatwald und im Körperschaftswald ein wichtiger Baustein für die Umsetzung naturschutzfachlicher Ziele des Europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000, der Bayerischen Biodiversitätsstrategie, sowie zur Entwicklung und Förderung des Biotopverbundes Bayern.

Hinzu kommen rund 5,6 Millionen Euro für die Pflege und Erhaltung der niederbayerischen Kulturlandschaft über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien und das Bayerische Biodiversitätsprogramm 2030 – rund 15 Prozent mehr als noch 2020. Mit Hilfe dieser Programme werden schwieriger zu bewirtschaftende, ökologisch aber besonders wertvolle Biotope wie Magerrasen, Feuchtwiesen und Moore erhalten oder renaturiert oder Streuobstwiesen neu angelegt. Diese Maßnahmen werden vorrangig von örtlichen Landwirten durchgeführt. Leuchtturmprojekte waren ein Biodiversitätsprojekt des Landschaftspflegeverbandes Passau mit dem Rebhuhn als Flaggschiffart und ein Aquariumsneubau im Infohaus Isarmündung. Außerdem wurden einige Vorhaben im Rahmen des „Labertals-Projektes 2030“ im Landkreis Kelheim umgesetzt. Dadurch konnte die hohe ökologische Bedeutung des Labertals als landesweit bedeutsame Feuchtgebietsachse und als Lebensraum für wiesenbrütende Vogelarten, Amphibien, Libellen und andere Tiergruppen weiter optimiert werden. Insgesamt hat die Anzahl von Biodiversitäts- und Landschaftspflegeprojekten zugenommen. Das ist nicht nur auf neue Projekte zurückzuführen, sondern auch darauf, dass bereits laufende Maßnahmen und Projekte in ganz Niederbayern kontinuierlich ausgeweitet werden.

Auch im Rahmen des INTERREG-Projekts „GSU Unterer Inn“ gab es Rekordausgaben in Höhe von fast 950.000 Euro. Der Landkreis Rottal-Inn engagiert sich hier zusammen mit der Gemeinde Mining in Oberösterreich seit 2017 an der Verbesserung der Betreuung der wertvollen Natura2000-Flächen am Inn insbesondere auch durch Maßnahmen der Umweltvermittlung. Höhepunkt war im vergangenen Jahr die Anerkennung der neuen Umweltbildungseinrichtung „Naturium“ als Umweltstation durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Finanzielle Mittel kamen auch für die Gebietsbetreuung ökologisch wertvoller Gebiete, staatliche Ausgleichszahlungen in Naturschutzgebieten und den Ankauf ökologisch wertvoller Flächen zum Einsatz, ebenso wie für das LIFE- Projekt „Flusserlebnis Isar“ im Landkreis Dingolfing, das das Wasserwirtschaftsamt Landshut und die Regierung von Niederbayern seit 2015 gemeinsam umsetzen (www.flusserlebnis-isar.de). Ebenso erhielt die Umweltbildung, die durch die Einschränkungen in Folge der Corona-Pandemie nach wie vor stark betroffen ist, finanzielle Unterstützung.

Weitere Informationen zum Thema Naturschutz in Niederbayern finden Sie im Internet unter http://www.stmuv.bayern.de/  

BU: Rebhuhnküken auf einer Rebhuhnfläche im Stadtgebiet von Passau. Foto: LPV Passau
Weißstorch
BU: Das Labertal: Die artenreichen Wiesen sind Lebensraum zahlreicher seltener oder bedrohter Arten. Auch der Weißstorch fühlt sich hier wohl. Foto: Burkhard Deifel, Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V.
Kiebitz
Brachvogel
BU: Das Königsauer Moos im Landkreis Dingolfing-Landau: Die artenreichen Wiesen sind Lebensraum zahlreicher seltener oder bedrohter Arten, wie Kiebitz oder Brachvogel. Die Maßnahmen dienen aber auch dem Klimaschutz.
Fotos: Wolfgang Lorenz

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