Es wird Zeit, dass sich etwas ändert, denn diesen Beruf lernt man nicht in fünf Tagen“

Die Landshuter Kosmetikmeisterin Eva Artner kämpft entschlossen für die Anerkennung des Meistertitels in der Kosmetik und will mit ihren Kolleginnen eine Innung für ihre Branche in Bayern gründen.

Eva Artner hat nach ihrem Abitur die Kosmetikschule im Jahr 1978 abgeschlossen. Es war ihr wichtig, nicht nur die Meisterprüfung abzulegen, sondern auch die Ausbildung zur Elektrokosmetikerin zu absolvieren.  In dieser damals 6-monatigen Ausbildung war Elektroepilation bereits integriert. Seitdem liegt ihr Fokus auf der Epilation, welche sie mit zahlreichen Weiterbildungen sowie neuen Methoden und Geräten perfektioniert hat. In den 90-er Jahren folgten dann auch Laser- und IPL-Behandlungen, die ebenso zu ihrem Leistungsspektrum gehören. Im Jahr 1997 hat sie ihren Meistertitel in Österreich erworben. Die regelmäßige und gute Beziehung und Zusammenarbeit zur Innung in Österreich hat sie heute noch.

Als sie das –HautRegenerationsZentrum- im Jahr 2000 gründete, war sie bereits seit 15 Jahren Kosmetikmeisterin. In dieser Zeit sammelte sie professionelle Erfahrung u.a in Ungarn, Österreich und Frankreich.

Eva Artner fordert auch eine Standardisierung und Modernisierung der Ausbildung und der Abschlüsse, genauso wie die berufliche Anerkennung und Eintragung in die Handwerksrolle-A. Dazu gehört die fachgerechte Berechtigung für die Geschäftsführung sowie eine eigene berufsständige Vertretung.

In verschiedenen Kosmetikschulen werden heutzutage Meisterkurse angeboten und rege besucht. Zwar sei die Ausbildung die eines aktuell üblichen Ablaufes eines Meisterkurses ebenbürtig, leider fehlt aber den KosmetikermeisterInnen die Anerkennung des Meister-Titels. Die KosmetikermeisterInnen möchten nicht, dass die Handwerkskammern (HWKs) und Industrie und Handelskammern (IHKs) etwas Neues für die Kosmetikbranche erfinden, sondern ihnen lediglich denselben Status eines Meisters verleihen, wie es im Handwerk üblich sei.

Das Beispiel aus Hannover, wo Kosmetikerinnen im Jahr 2018 eine eigene Kosmetiker-Innung für Hannover und das Umland gegründet haben, schwebt auch Eva Artner vor. Ein Obermeister/in, wie bei anderen Gewerken üblich, soll der Innung vorstehen. „Friseure verfügen über eine Innung als Stimme ihres Handwerks, die ihre Interessen vertritt und sich für Qualität und den beruflichen Nachwuchs einsetzt. Die Kosmetik ist heute sehr vielseitig und schon lange aus der Rolle als „Zweig des Friseur-Berufs“ zu gelten, herausgewachsen. Als Beispiel führt Artner die bevorstehende Bestimmung NiSV (Nichtionisierte Strahlung Verordnung) an. „Apparative Kosmetik hat die Friseur-Innung gar nicht auf dem Schirm “, wie Artner es beschreibt. Eine reine Innung für Kosmetiker gibt es in Bayern bisher nicht. Hier werden KosmetikerInnen von der Innung der Friseure vertreten.

Besonders die Qualitätssicherung ist Eva Artner wichtig, denn seit 2015 gibt es eine bundesweit einheitliche Meisterprüfungsverordnung.

„Paradox sei, dass die staatlich anerkannte Ausbildung zwei bis drei Jahre dauere, trotzdem bilden viele Bildungsträger in ein paar Wochen und Monaten aus und somit hätten im Grunde genommen beide Ausbildungsmöglichkeiten den gleichen Stellenwert. Wie kann eine Ausbildung anerkannt sein, wenn der Beruf selbst nicht anerkannt ist? Es sei sehr verwirrend“, so Artner.

Der Hygienestandart gehöre auch genauer definiert. Eine Hygieneausbildung müsse eingeführt, unterrichtet und kontrolliert werden. Die Kurse sollten jedes Jahr aufgefrischt werden können. In vielen europäischen Ländern müssen KosmetikerInnen „Gesundheitsbücher“, als Beweis ihres eigenen Gesundheitszustandes, führen.

Mitarbeiter oder auch Selbständige im Kosmetik-Gewerk, davon ist Eva Artner überzeugt, müssen diesbezüglich sehr gut geschult sein, denn der Beruf der KosmetikerIn ist schließlich ein Handwerk.

Meister sein heißt nicht nur Pflichten zu haben, sondern auch viele Rechte.

https://www.hwk-duesseldorf.de/artikel/10-gute-gruende-den-meister-zu-machen-31,0,2879.htm

Alleine die Möglichkeit weiter studieren zu dürfen, würde für viele KollegenInnen eine Alternative und ein zweites Standbein sein. Die Landshuter Kosmetik-Meisterin(H/A) muss diesbezüglich ihre KollegenInnen immer weniger überzeugen. Sie selbst gehört den vielen Bewegungen in Deutschland an, die tausende KollegenInnen der Kosmetikbranche zusammenfassen und so Ihre Vorstellungen klar definiert haben, nämlich die Requalifizierung des Kosmetikhandwerks!

In erster Linie möchten sie die PolitikerInnen überzeugen, den Beruf der KosmetikerIn in neue Strukturen zu formen und diesen Beruf und den damit einhergehenden Titel eines Meisters oder Meisterin anzuerkennen.

Resümee:  Es sei sehr sinnvoll, dass Der- oder Diejenige, die sich in die Hände von KosmetikerInnen begeben, sich über den Ausbildungsgrad Derselben zu informieren.

Autor und Fotos: h.j.lodermeier

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