FLUTPOLDER-KETTE AN DER DONAU KOMMT

GRÜNES LICHT FÜR NEUN STANDORTE

pm- Der Freistaat stärkt den vorbeugenden Hochwasserschutz bei extremen Hochwasserereignissen. Als wichtige Anpassung an die Folgen des Klimawandels wird das Bayerische Flutpolderprogramm an der Donau mit neun Standorten fortgeführt, wie der Ministerrat heute entschieden hat. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu: „Heute ist ein guter Tag für den Hochwasserschutz in Bayern. Entlang der Donau soll eine Kette von neun Flutpoldern kommen. Der Freistaat reagiert damit konsequent auf die tragischen Sturzfluten- und Hochwasserkatastrophen der vergangenen Wochen. Die Entscheidung ist ein Meilenstein für die Hochwassersicherheit. Wir brauchen den bestmöglichen Schutz für die Menschen. In Zeiten des Klimawandels kommt das nächste Hochwasser mit Sicherheit. Unsere neuen vertiefenden Untersuchungen haben deutlich gezeigt: Flutpolder wirken und sind durch nichts zu ersetzen. Die Flutpolder sind Bollwerke gegen Katastrophenhochwasser. Jeder Polder kann eine Lebensversicherung für die Menschen sein. Dabei haben wir auch die Interessen der Anlieger im Blick. Wir setzen auf Dialog und Transparenz im weiteren Verfahren.“

Zusätzlich zu den sieben bereits gesetzten Standorten Leipheim, Helmeringen, Neugeschüttwörth, Riedensheim, Großmehring, Katzau und Öberauer Schleife wurde beschlossen, den Standort Bertoldsheim (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) beizubehalten. Die gesteuerten Flutpolder in Wörthhof und Eltheim (Landkreis Regensburg) sollen zu einer neuen wirkungsgleichen Variante in Wörthhof zusammengefasst werden. Die Realisierung der Standorte Wörthhof und Bertholdsheim soll als letzte erfolgen in den Jahren 2031 und 2032. Rund 120.000 Menschen können mit den Flutpoldern entlang der Donau zusätzlich vor Extremhochwassern geschützt werden, das Schadenspotenzial liegt dabei bei über 9 Milliarden Euro.

Grundlage der heutigen Entscheidung sind vertiefte Untersuchungen mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die das Bayerische Landesamt für Umwelt im Auftrag des Umweltministeriums zu den möglichen Flutpolder-Standorten Bertoldsheim, Eltheim und Wörthhof durchgeführt hat. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen die herausragende Rolle dieser Flutpolder, um extreme Hochwasserereignisse wirksam kappen zu können. Weitere Rückhaltemöglichkeiten an den großen Seitenzuflüssen der Donau können die geplanten Flutpolder hingegen ebenso nicht ersetzen wie ein optimiertes Staustufenmanagement. Auch die Grundwassersituation an den drei Standorten wurde noch einmal untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Realisierung ohne negative Veränderungen der Grundwassersituation für die Anlieger erfolgen kann.

Bei Straubing kann durch das Flutpolder-Programm die Scheitelwelle um knapp 40 Zentimeter reduziert werden, am Pegel Deggendorf um bis zu 24 Zentimeter.

Bildquelle: Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (Pressefoto)

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