Fräulein Toni unterwegs in Landshut – Tatort Rathaus!

Tatort Rathaus!

Jetzt war ich gerade eine Runde mit dem Beppi spazieren, eingepackt wie im höchsten Winter – ja ist das saukalt, aber es schneit zumindest nicht. Der April wird seinem Ruf mal wieder gerecht und macht, was er will.

Aber nicht nur der April, scheinbar auch der ein oder andere Stadtrat.

Ich war ja vor kurzem im Haushaltsplenum. Die Zahl der Besucher hat sich in Grenzen gehalten, aber wenn wundert´s. Der eine hält eine Haushaltsrede, ähnlich einer Bewerbungsrede um bei der Fraktion der Grünen aufgenommen zu werden, obwohl das Herz schwarz schlägt. Der rote Versuch, dass der Theatervorhang bald wieder an der Isar aufgeht, der jedoch mehr an den Roman von Don Quijote und den Kampf gegen die Windmühlen erinnert. Das böse grüne Erwachen, dass es in Sachen Theater doch keine gemeinsamen Sachen mit der dunklen Seite der Macht gibt. Und nicht zu vergessen, die kurzweilige Büttenrede aus einem kleineren Lager. Nein, vergnügungssteuerpflichtig war das nicht.

Die jüngsten Szenen auf der Bühne des Rathauses machen es auch nicht besser.

Ich frag mich schon, was so ein armseliger Tropf denkt, wenn er sein Wissen an die Zeitung weiterträgt, obwohl er zur Verschwiegenheit verpflichtet ist. Vielleicht, dass er oder sie beim nächsten Mal bevorzugt behandelt wird oder ein schöneres Foto bekommt. Wenn es das wert ist, das Ansehen aller zu ruinieren!

Zudem bin ich schon traurig, dass das einzige Mittel des Herrn Oberbürgermeister ist, dass er die Verleihung ganz absagt. Da macht er es sich schon ganz schön einfach. Was können denn die verdienten Bürgerinnen und Bürger dafür, dass einer oder eine aus dem Stadtrat sich nicht an Vorschrift bzw. den Mund halten kann. Das ist doch eine schöne Auszeichnung für jemanden, der das Wohl der anderen über sein eigenes stellt und dann werden diese Menschen abgestraft und nicht das Plappermäulchen aus dem Stadtrat.

Seine Aufgabe sollte es sein, den oder die Wiederholungstäter(in) zu stellen. So schwierig kann das doch gar nicht sein.

Schade finde ich nur, dass man dazu neigt immer alle über einen Kamm zu scheren. Die Autofahrer, die Radlfahrer und so weiter und so fort, dabei gibt es doch überall Vernünftige und die anderen, die weniger Vernünftigen.

Und genau so ist es auch bei unserem Stadtrat! Da gibt es die, die fleißig ihre Arbeit machen und sich für die Belange der Bürgerinnen und Bürgern einsetzen und die, die das Ganze als Showbühne für ihre eigene Selbstinszenierung missbrauchen. Hauptsache ein schönes Foto in der Zeitung und/oder in den sozialen Medien. Einen kleinen Gag absetzen, schlaue Sprüche loslassen und das eigene Image etwas aufpolieren, damit reicht es auch schon wieder mit dem Engagement.

Den Imageschaden, den das gesamte Gremium erfährt, juckt ja nicht, weil man selber „scheinbar“ groß rauskommt.

Aber jetzt will ich mich nicht mehr ärgern. Lieber les ich noch ein bisschen in meinem neuen Roman.

Nix für ungut und frohe Ostern!

Euer Fräulein Toni

 

Karikatur: Hans Trepesch

 

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