Fronleichnam und Klosterbrauereifest eine wunderbare Symbiose

Brauereifest im Kloster Mallersdorf mit Deutschlands einziger Bier-Braumeisterin in Ordenskleidung, Schwester Doris Engelhart

Schwester Doris ist deutschlandweit die einzige Ordensfrau, die zum blauen Arbeitskittel einen Ordensschleier trägt, noch selbst Bier braut und das Reinheitsgebot wie ein Gebot Gottes betrachtet. Schwester Doris Engelhard gehört der Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen an, die im niederbayerischen Mallersdorf seit 1869 ihr Mutterhaus hat. Sie ist „deutschlandweit“, wie sie sagt, die letzte Nonne, die eine Klosterbrauerei leitet. Mallersdorf ist kein großer Braubetrieb. Das Bier das sie braut, gehört zum Teil für den Eigenverbrauch der Klosterschwestern, ein Teil wird verkauft.

Papst Urban IV. führte das Fest Fronleichnam 1264 offiziell für die ganze Kirche ein. Es geht zurück auf eine Vision der Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahr 1209. Etwa 1270 gab es erstmals eine Fronleichnamsprozession, und zwar durch die Straßen von Köln.

An Fronleichnam bringen die Katholiken öffentlich mit ihrem Glauben zum Ausdruck, dass Gott in Brot und Wein mitten unter ihnen ist. Als sichtbares Zeichen wird eine reich verzierte Monstranz mit einer geweihten Hostie in feierlicher Prozession durch die Straßen getragen. Fronleichnam ist das „Hochfest des Leibes und Blutes Jesu Christi“ in der katholischen Kirche.

Das Bierbrauereifest ist weit über den ehemaligen Landkreis Mallersdorf hinaus bekannt.

Nachdem die religiösen Mallersdorfer Bürgerinnen und Bürger am Vormittag des Fronleichnamstags in einer Prozession den Heiland in Form einer Hostie durch den Ort getragen haben, fanden sie sich im Biergarten des Klosters ein, um das traditionelle Bierfest des Klosters zu feiern. Seit 1980 ist dieses Brauereifest verankert im Kalender der Klosterbrauerei. In den letzten zwei Jahren war dies leider durch Corona nicht möglich.

Das Angebot des Festes bestand neben dem süffigen Klosterbier auch aus fränkischen Bratwürsten mit Sauerkraut – sie wurden in Sr. Doris ehemaligen Heimat produziert und angeliefert – gesalzenem und gepfeffertem Emmentalerkäse, Kaffee, Kuchengebäck und Speiseeis.

Josef Neumaier mit seiner Drehorgel begrüßte am Eingang zur Veranstaltung die Besucherinnen und Besucher und forderte sie gleichzeitig auf, für die gepeinigten Menschen in der Ukraine ein paar Euro zu spenden. Wie er bekundete, ist das sein Hobby und „es läppert sich so einiges im Laufe des Jahres zusammen, um soziale Institutionen zu unterstützen“, fügte er hinzu.

Wie konnte es bei einem „Klosterfest“ anders sein, als dass man sich für Kinder in Afrika einsetzt und an einem Kaffee- und Kuchenstand Werbung für den Förderkreis „Therapeutik Day Care Centre“ Enugu/Nigeria e.V. machte. In diesem Zentrum befindet sich eine Tagesstätte und ein Internat, eine Inklusionsgrundschule, inklusive weiterführende Schule und „Beschützende Werkstätten“.

An den Biertischen traf sich Jung und Alt um sich über alltägliche Themen zu unterhalten. Der eine oder andere Besucher traf wieder einmal alte Freunde und somit war die Unterhaltung am Biertisch gesichert. Das süffige Klosterbier von Sr. Doris tat das Seinige dazu.

Zur Unterhaltung spielte ein Blasensemble deftige und lautstarke Unterhaltungsmusik. Einige Bierfestbesucherinnen und –besucher glaubten bei einem Musikfestival anwesend zu sein und klatschten und sangen zu den Klängen der Musiker.

Allseits hörte man Stimmen die vom Bierfest der Klosterbrauerei und von Schwester Doris sehr angetan waren und sich bereits auf Fronleichnam des nächsten Jahres freuen. Schwester Doris, die Chefin und Organisatorin des Festes ist sich ganz sicher im nächsten Jahr wieder viele Besucherinnen und Besucher auf ihrem klösterlichen Biergarten begrüßen zu können, wie sie abschließend meinte.

Natürlich durfte die politische Prominenz der Marktgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg bei dieser wichtigen kulturellen Veranstaltung nicht fehlen. Hier auf dem Bild von links: Drehorgelspieler Josef Neumaier, 1. Bürgermeister Christian Dobmeier, Altbürgermeister Karl Wellenhofer, ehem. Bürgermeister-Stellvertreter Hans Trepesch.

– h j l –

Fotos: h.j.lodermeier

 

weitere Beiträge