Führt an Impfung kein Weg vorbei?

Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Putz richten dringenden Appell an die Nichtgeimpften, sich impfen zu lassen.

Angespannte Situation auf den Intensivstationen der Landshuter Krankenhäuser – Alle Betten belegt

In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im großen Sitzungssaal des Landratsamts Landshut, erläuterten Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Alexander Putz, sowie der ärztliche Leiter und Krankenhauskoordinator, Jürgen Königer, die prekäre Situation in den Landshuter Krankenhäusern. Noch nie gab es so viele Corona-Patienten wie momentan. Die Intensivbetten seien belegt.

Gerade In den letzten Wochen, bzw. über das verlängerte Wochenende, habe sich die Situation sehr zugespitzt. Darum wenden sich Dreier und Putz eindringlich an die Bevölkerung, sie sollten sich impfen lassen und die Vorsichtsmaßnahmen, wie Abstandsregeln, Masken u.ä., wieder intensiver zu beachten und sich den von der Politik vorgeschriebenen Maßnahmen zu unterwerfen.

In den Kliniken fehlt Personal, das sich in den letzten zwei Jahren aus ihrem Beruf wegen zu viel Dienststunden und der großen körperlichen Belastung verabschiedet hat. Dazu kommt die mentale Belastung, die bei der intensiven Pflege der Corona-Patienten das Personal besonders in Anspruch genommen habe.

Zurzeit seien alle Intensivbetten im Landkreis Landshut belegt. Auf der Normalstation ist die Zahl der Corona-Patienten auch sprunghaft angestiegen. So viele Corona-Patienten wie noch nie, werden momentan versorgt. Am 27. Oktober, seien laut Oberbürgermeister Putz auf der Normalstation noch vier Corona-Patienten gewesen. Heute am 4. November, seien es 17 Personen. Das veranlasste Putz nun an die Öffentlichkeit zu gehen.

Landrat Dreier wies in seinem Statement darauf hin, dass Patienten in andere Kliniken verlegt werden mussten. „Es stellt sich im Nachhinein heraus, dass die meisten Corona-Patienten nicht geimpft sind“, bemerkt Dreier.

Die momentane Corona-Situation mache die Betreuung der sonstigen Patienten sehr schwierig. In der Stadt Landshut seien 33 von 35 Betten (Stand 4.11.) belegt. Außerdem stellt Peter Dreier fest, dass der Personalverlust eine große Rolle spielt, hervorgerufen durch zahlreiche Kündigungen – 20 Prozent des Personals –  wegen Stress am Arbeits- und Pflegeplatz. Wegen der aktuellen Erkältungssaison oder durch Corona-Quarantäne gebe es viele Krankheitsfälle im Personal.

Es gibt einfach zu viele Nichtgeimpfte, konstatiert OB Putz. Darum ruft er eindringlich zu einer Impfung auf. Solidarität sei das gegebene Gebot. Schuld am Anstieg der Corona-Zahlen sei der starke Anstieg der Corona-Zahlen und der stagnierende Impffortschritt. Die Rate der Nichtgeimpften sei zu hoch. Außerdem kommen im Winter die Corona- und Influenza-Welle zusammen. „Diese Doppelbelastung könnte unter Umständen die für uns schwierigste Situation seit Beginn der Pandemie werden“, so Putz. Darum sollten die schon zweimal geimpften Bürgerinnen und Bürger auch die Booster-impfung so bald als möglich annehmen.

Wie der Krankenhauskoordinator im Rettungsdienstbereich Jürgen Königer der Presse und den Online-Medien mitteilte, müssen bereits schon geplante Operationen in den Krankenhäusern verschoben werden.  Das berge allerdings die Gefahr, dass sich die Beschwerden der Patienten bis zum späteren Operationstermin verschlimmern könnten. Das Personal in den Krankenhäusern sei durch die vielen Corona-Patienten so stark beansprucht, dass für andere Kranke keine Zeit mehr für eine angemessene Pflege sei. Wichtiger sei jetzt, die Corona-Pandemie wieder in den Griff zu bekommen. 

 – hjl –

Fotos: h.j.lodermeier

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