Für Inklusion in der Region stark machen

Treffen des Netzwerks Inklusion für die Region Landshut

Der Begriff „Inklusion“ ist in aller Munde, taucht häufig in den Medien auf und wird in unterschiedlichen Zusammenhängen genutzt. Doch was bedeutet der Begriff Inklusion eigentlich? Dieser Frage gingen die Teilnehmer beim Treffen des Netzwerks Inklusion für die Region Landshut, welches vor kurzem online stattfand, nach. In einer inklusiven Gesellschaft dürfe niemand wegen seiner Behinderung ausgegrenzt werden. Deshalb müsse die Umgebung so gestaltet sein, dass alle Menschen teilhaben können. Dieser Aussage stimmten die mehr als 35 Teilnehmer – Menschen mit und ohne Behinderungen aus Stadt und Landkreis Landshut, Fachkräfte aus Beratungsstellen und Organisationen der Behindertenarbeit, Vereine und Selbsthilfegruppen – des Netzwerktreffens zu. Denn sie alle haben das Ziel, sich gemeinsam für Inklusion in der Region stark zu machen und die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft zu verbessern.

Inklusion durch Engagement

Inklusion ist auch das Ziel des neuen Projekts der Freiwilligenagentur Landshut (fala), welches von Linda Pilz, der Behindertenbeauftragten des Landkreises Landshut, nebenberuflich geleitet wird. Seit Oktober vergangenen Jahres organisiert die Fala das Projekts „Inklusion durch Engagement – Bunte Legorampen für Landshut“ zusammen mit der Katholischen Jugendstelle, dem Verein „Fink WG“ und der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe Landshut als Kooperationspartner. Menschen mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam bunte Legorampen bauen, um Barrieren durch Stufen, Schwellen und Treppen zu reduzieren. Für die meisten Menschen wird eine Stufe am Eingang eines Ladens oder Cafés gar nicht wahrgenommen und stelle kein Hindernis dar. Doch für Menschen, die einen Rollstuhl oder Rollator nutzen, kann eine einzige Stufe eine unüberwindbare Barriere sein. „Deshalb bauen wir bunte Rampen aus Legosteinen. Diese Rampen sollen an Eingängen von Läden oder Cafés in der Region Landshut aufgestellt werden, die eine Schwelle oder Stufe im Eingangsbereich haben, um allen Menschen einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen“, erläutert Pilz die Projektidee. Außerdem sollen Menschen mit und ohne Behinderungen in ihrer Freizeit die Möglichkeit haben sich gemeinsam zu engagieren, um mögliche Berührungsängste abzubauen. Denn „viele Barrieren sind auch in den Köpfen der Menschen“, so Pilz. 

Die Teilnehmer des Netzwerktreffens waren begeistert von der Vorstellung des neuen Projekts der fala und sicherten ihre Unterstützung bei der Sammlung der Legosteine zu. Denn davon werden sehr viele für den Bau der Rampen gebraucht. Abgegeben werden können die Lego-Spenden bei verschiedenen Sammelstellen in der Region. Eine Übersicht ist auf der Homepage der fala zu finden (www.freiwilligen-agentur-landshut.de).

Inklusion durch Information

Neben dem Zugang zu ehrenamtlichem Engagement sind Wissen und der Zugang zu Information weitere Voraussetzungen, um am Leben der Gesellschaft teilhaben zu können. Genau hier setzt die neue Homepage www.inklusive-region-landshut.de an, welche von den Behindertenbeauftragten von Stadt und Landkreis Landshut sowie den Staatlichen Schulämtern erstellt wurde. Sie gibt einen Überblick über die vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangebote der Region, über aktuelle Informationen zu den Bereichen Bildung, Ausbildung und Arbeit, Mobilität, Leben und Wohnen sowie über barrierefreie Freizeitangebote und aktuelle Termine und Veranstaltungen. „Es war uns ein Anliegen die umfangreichen Informationen rund um die Themen Behinderung, Barrierefreiheit und Inklusion auf einer Homepage zu bündeln und möglichst barrierefrei zugänglich zu machen“, sagt Carolin Völkner, Behindertenbeauftragte der Stadt Landshut. Dabei sind die Initiatoren bemüht die Homepage immer weiter auszubauen und die Inhalte aktuell zu halten. Inhalte in Leichter Sprache, welche derzeit erarbeitet werden, und eine Vorlesefunktion sollen dazu beitragen, dass sich alle Menschen auf der Homepage informieren können. Beratungsstellen oder Angebote, die derzeit noch nicht auf der Homepage zu finden sind, können sich gerne per Mail an die Initiatoren wenden (info@inklusive-region-landshut.de).

Inklusion durch Teilhabe

Ein Bericht über das Rollstuhltraining, welches im Herbst vergangenen Jahres erstmalig in der Region stattfand, rundete das Netzwerktreffen ab. Sebastian Freyer, Mitarbeiter der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) und Organisator des Rollstuhltrainings berichtete begeistert von der Aktion: Rollstuhlfahrer übten erfolgreich alltägliche Hindernisse, wie Bordsteine, zu hohe Regale im Supermarkt oder Kopfsteinpflaster zu meistern oder diesen Hürden zumindest sicher und selbstbewusst zu begegnen. Das Ziel des Trainings war, dass sich Menschen mit dem Rollstuhl auch außerhalb der eigenen vier Wände sicher bewegen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, was auch zur Inklusion beitragen kann.

Netzwerk offen für alle

Die regelmäßigen Netzwerktreffen sind offen für alle Interessierten. „Alle Menschen, die sich für Inklusion in der Region einsetzen möchten, sind herzlich willkommen. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder anderen körperlichen Beeinträchtigungen, Menschen mit psychischen Erkrankungen genauso, wie Hör- oder Sehbeeinträchtigte oder Menschen mit Lernschwierigkeiten“ betont Linda Pilz, Behindertenbeauftragte des Landkreises Landshut.

Die Treffen finden im Wechsel zwischen Online- und Präsenzveranstaltungen statt, damit Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ebenfalls die Gelegenheit haben, sich einzubringen. Zudem werden die Treffen von Gebärdensprachdolmetschern für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen begleitet.

Der Termin für das nächste Netzwerktreffen steht bereits fest: Am 24. Februar 2022 findet von 16.30 bis 18.30 Uhr ein virtuelles Netzwerktreffen statt. Interessierte können sich unter 0871 408-2118 oder linda.pilz@landkreis-landshut.de weiter informieren oder für die Veranstaltung anmelden.
Foto: © Lukas Kapfer | Th10.

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