FUZO, schlecht oder gut?

Geschäftsleute der Landshuter Neustadt melden sich zum Thema Fußgängerzone zu Wort:

Chocolat & Manufaktur und Laden: Olaf und Inge Minet

Die Diskussionen und Pro/Contras um eine mögliche FUZO in der Neustadt ist mir viel zu ideologisch und nicht kompromissbereit geführt. Da geht es nur um Autos rein oder raus. Viele wissen auch nicht, dass es ausschließlich um die untere Neustadt geht. Der mittlere und obere Bereich stand nie zur Diskussion. Bus und Polizeiverkehr, Gassenverkehr, Erreichbarkeit der Wohnungen, Garagen, Hinterhöfe für Anwohner etc. machen es aktuell schlichtweg unmöglich. 

Nun schauen wir uns die unterer Neustadt doch mal genau an:

Gerne wird die Gastronomie für die Außenbestuhlung als Argument pro FUZO in die Waagschale gelegt. Wir haben in diesem Bereich zurzeit ausschließlich eine Speisegastronomie (Freischütz) und eine Abend-Bar (Flamingo). Beide haben schon Bereiche für Bestuhlung zugewiesen bekommen. Darüber hinaus gibt es kleine bisher auch schon genutzte Flächen von einigen Einzelhändlern für ein paar Bänke und Tische auf den breiten Gehwegen. (Humidor, Chocolat – konsumfreie Bänke), Kaffeeladen). Mir ist aber kein Geschäft bekannt das die Flächen vor Ihrem Laden für größere Warenpräsentationen etc. nutzen würden. Ein Blick in die Altstadtstraße zeigt das auch dort außer Warenständer niemand der Einzelhändler die Flächen bespielt.

Des Weiteren haben wir eher emotionslose Institutionen mit der Ursulinen-Realschule und dem Blutlabor die fast 50% einer Straßenseite der unteren Neustadt ausmachen. Von einer einladenden Verweil- und Flaniermeile sind wir da meilenweilt entfernt.

Wohin soll der Lieferverkehr.? Er bedient mittlerweile über das Halten und Parken auch in der unteren Neustadt die Gassen und Altstadt.  

Welchen Mehrwert bekommen wir denn durch 400 Meter Fußgängerzone? Solange von der kommunalen Politik keine kompromissbereiten mittelfristigen Strategien, sondern nur Stückwerk zu erkennen ist, fehlt Vertrauen für sicherlich gutgemeinte Ideen und Ansätze. 

Mein Vorschlag ist von März bis Oktober mehr konsumfreie begrünte Zonen mit Bänken und legalen Abstellflächen für Fahrräder zu schaffen. Im Gegenzug dafür die Parkplätze etwas einschränken und Schrittgeschwindigkeit einführen.

Immer wieder die FUZO in der Altstadtstraße als Argument ins Spiel zu bringen ist auch nicht zielführend. Unabhängig davon, dass auch Radfahren gestattet ist und sie fast breiter als länger ist, gibt es dort von der Tradition und Infrastruktur schon mehr Möglichkeiten der positiven Außenwirkung und Akzeptanz. 

Tauschen wir die verhärteten schwarz/weiß Argumente gegen bunte Kompromisse aus. In diesem Klima kann man auch viel besser auf Veränderungen, Wünsche und Notwendigkeiten reagieren.

Bildquelle: h.j.lodermeier

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