Gegen Fachkräftemangel in Arztpraxen

Regierungsfraktionen wollen Beruf der Medizinischen Fachangestellten aufwerten

München. In den Arztpraxen droht ein Fachkräfteengpass. Immer mehr Ärzte suchen händeringend nach qualifizierten Medizinischen Fachangestellten (MFA). Unter der Federführung der CSU-Fraktion wollen die Regierungsfraktionen im Landtag dies mit einem gezielten Antragspaket ändern.

Das Antragspaket besteht insgesamt aus sechs Anträgen, von denen einige in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im Landtag verabschiedet wurden. Die Koalition will erreichen, dass der Beruf der Medizinischen Fachangestellten wieder mehr Wertschätzung erfährt. „Einerseits die eine Ausbildung zur MFA durchaus sehr beliebt“, hält Helmut Radlmeier, als einer der Antragssteller fest. „Andererseits brechen nicht wenige ihre Ausbildung vorzeitig ab. Und: Nach nur fünf Jahren im Job sind nur noch 60 Prozent der MFAs im Berufsfeld tätig. Das sind klare Anzeichen dafür, dass der Beruf an sich viele interessiert, aber die Arbeitsbedingungen etliche den Job wechseln lassen. Hier wollen wir ansetzen“, erläutert Radlmeier, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Pflege.

„Ein wichtiger Baustein ist die Bezahlung“, hält der Abgeordnete fest. Deshalb sieht das Antragspaket eine verbesserte Bezahlung der MFAs vor. Zum einen soll nach Meinung der CSU-Landtagsfraktion auf Bundesebene erreicht werden, dass die Tarifabschlüsse der Medizinischen Fachangestellten im ambulanten Bereich vollständig von den Kostenträgern refinanziert werden. Zum anderen sollen ambulante Tätigkeiten, die durch qualifizierte MFA erbracht werden, flächendeckend in den Leistungskatalog der Krankenkassen übernommen werden.

„Ein Update braucht außerdem die Ausbildungsverordnung der Medizinischen Fachangestellten“, fasst Radlmeier zusammen. Da die „Bundesverordnung über die Berufsausbildung zur Medizinischen Fachangestellten“ aus dem Jahr 2006 stammt, besteht dringender Reformbedarf. So sollen sich die Inhalte der Ausbildung künftig wieder stärker an der aktuellen Versorgungsrealität orientieren. „Durch Fort- und Weiterbildungen sollte man konkrete Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen und damit das Berufsbild attraktiver machen“, so Radlmeier.

Im Bereich der Ausbildung sollen nach dem Willen der Antragssteller künftig digitale Anwendungen in den Schulen weiter verbessert und Inhalte des Unterrichts praxisnäher ausgestaltet werden. „Wir wollen, dass die Auszubildenden schon mit gängiger Praxis-Software arbeiten. Dafür braucht es natürlich eine entsprechende technische und personelle Ausstattung der Berufsschulen“, so Radlmeier. Zudem setzen sich die Regierungsfraktionen dafür ein, das betriebliche Gesundheitsmanagement in ambulanten Praxen auszubauen und auch für Medizinische Fachangestellte besser nutzbar zu machen.

„Wir Gesundheitspolitiker der CSU-Landtagsfraktion haben in den letzten Jahren umfassende Pakete zur Pflege und zu den Hausärzten ausgearbeitet. Jetzt legen wir unseren Fokus auf die Medizinischen Fachangestellten. Denn ohne sie läuft in den Arztpraxen gar nichts. Mit unserem Paket legen wir konkrete Verbesserungsvorschläge auf den Tisch, verlangen eine größere Wertschätzung und schaffen außerdem mehr Aufmerksamkeit für diese oft unterschätzte Berufsgruppe“, so Radlmeier.

Bildunterschrift: Die Regierungsfraktionen CSU und FW haben heute im Landtag ein Antragspaket auf den Weg gebracht, dass die berufliche Situation der Medizinischen Fachangestellten verbessern soll.

Foto: CSU-Fraktion.

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