Grüne diskutieren Atomkraft und den bayerischen Energiemix im Vorstand

In der Juli-Vorstandssitzung der Landkreisgrünen war natürlich die mögliche Energiekrise im Winter ein wichtiges Thema: „Es hat uns Grüne schon immer ausgezeichnet, dass wir uns von Fakten leiten lassen.

In der Abwägung von Kosten, Nutzen und Risiko haben wir uns schon früher als alle anderen Parteien gegen die Atomkraft entschieden, denn sie ist eine teure Hochrisikotechnologie. Die Geschichte der Atomunfälle hat uns dabei Recht gegeben. Noch immer wurde kein sicheres Endlager gefunden“, betont Franziska Schmidt, die neue Kreisvorsitzende aus Eching.

Wer nun eine Abkehr vom Atomausstieg propagiert, handelt ideologisch. In Anbetracht der angespannten Versorgungssituation durch den Krieg gegen die Ukraine halten die Grünen einen faktenbasierten Stresstest für einen Streckbetrieb des AKWs Isar II dennoch für sinnvoll, denn Blackouts und kalte Wohnungen müssen unbedingt vermieden werden. Durch einen möglichen Streckbetrieb entsteht kein zusätzlicher Atommüll, da keine neuen Brennelemente eingesetzt werden. Die Energiepolitik der letzten Jahrzehnte hat Bayern in diese aktuell besonders prekäre Situation gebracht, deren Lösung aber nicht noch größere Ewigkeitskosten sein dürfen.

Die Grünen ihrerseits fordern die Bayrische Staatsregierung auf, mehr zur Vermeidung von Energieverschwendung beizutragen. Zum Beispiel werden Beschneiungsanlagen immer noch vom Freistaat gefördert. „Der Anblick von Schneefeldern, die mit großem Energieeinsatz künstlich erzeugt wurden, ist nur schwer auszuhalten, wenn dafür das Atomkraftwerk weiterlaufen soll.“, kritisiert Co-Sprecher Frank Steinberger.

Derzeitige Probleme mit dem bayerischen Energiemix sind auf jahrzehntelanges Missmanagement der christlich-sozialen Staatsregierungen zurückzuführen. Anstatt erneuerbare Energien zu fördern und den Freistaat unabhängig von außen zu machen, wurde auf eine zunehmende russische Gas Abhängigkeit gesetzt. Mittlerweile bezieht Bayern 90 Prozent seines Gases aus Russland, Windkraftanlagen wurden aus ideologischen Gründen blockiert und die Stromtrassen von Nord nach Süd wurden auch nicht gebaut, welche höchstwahrscheinlich die Situation entschärfen würden.

„Wir müssen schleunigst in Bayern Windkraftanlagen bauen, da wirklich jede KWh, die nicht aus Gas stammt, ein Segen ist. Die Staatsregierung muss auch endlich politische Blockaden gegenüber den Stromleitungen aus dem Norden abbauen und den Prozess der Vernetzung Bayerns mit Deutschland vorantreiben.“, fordert Kreisvorstand Johannes Hunger.

Foto: Grüne Landkreis Landshut

 

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