Guter Kompromiss für einen Charakterbaum

Eiche von Seifriedswörth wird gesichert und erhalten

Einem geflügelten Wort nach ist das Alter bekanntermaßen nichts für Feiglinge: und wie den Menschen im Alter gewisse Gebrechen plagen, ergeht es auch Bäumen. Auf ein stolzes Alter von über 200 Jahren blickt eine Stieleiche am Ortseingang von Seifriedswörth in der Gemeinde Wurmsham zurück. Ein bewegtes Leben – und wenn der Baum sprechen könnte, hätte er sicherlich viele Anekdoten zu erzählen.

Leider ist der Zahn der Zeit nicht spurlos an dem Baum vorübergegangen. Die sichtlichen äußeren Zeichen, wonach der Baum den Zenit seiner Vitalität bereits überschritten hat, wurden unlängst durch ein Gutachten eines Sachverständigen bestätigt. Während der Stamm der Eiche als uneingeschränkt standsicher beschrieben wird, weist der Baum an einer zentralen Stelle des Astansatzes eine große Faulstelle auf. Der Gutachter beschreibt nachdrücklich das Risiko, dass von dem Baum, der zu Teilen einem Grundstück des Landkreises Landshut steht, Äste, auch größerer Art, abbrechen können. Für Landrat Peter Dreier eine sehr heikle Situation: „Die Gefahr für Anwohner, Passanten und Verkehrsteilnehmer durch herabfallende Äste verletzt zu werden, muss in jedem Fall vermieden werden. Der Schutz von Gesundheit und Sicherheit der Menschen muss oberste Priorität in unserer Betrachtung haben.“

Die Befürchtung, dass der Baum nunmehr gefällt werden könnte, hat in Seifriedswörth Beunruhigung hervorgerufen, vor allem bei Alt-Bürgermeisterin Maria Neudecker. Sie betont die Bedeutung des markanten Baumes, der das Ortsbild prägt und somit Teil der Identität des Ortes ist.

Basis für einen Kompromiss liefert nun das Gutachten zu dem Baum. Mit einer fachgerechten Reduzierung der Baumkrone und mittels weiterer Sicherungsmaßnahmen wird die Gefahr von Astbrüchen erheblich eingedämmt.

Trotz der Kosten für den Landkreis freut sich Landrat Peter Dreier darüber, dass damit sowohl der Verkehrssicherheit als auch dem Erhalt des stolzen Baumes Rechnung getragen werden kann. „Alte Bäume sind natürliche Zeitzeugen und prägen unsere Kulturlandschaft“, so Dreier. Um die Verkehrssicherheit rasch herstellen zu können, werden die Arbeiten in Kürze durchgeführt.

Foto:
Armin Müller, Landratsamt Landshut

 

 

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