Herkunft alter Ortsnamen und die Kunst, bairische Mundart(en) zu verlautschriftlichen

Lehrreiche Vorstellung des Buches „Ortsnamen und Mundart im Altlandkreis Vilsbiburg“ mit den Autoren Johann Schober und Bernhard Stör im Gasthaus Stürzer in Haunzenbergersöll

Autorin: Heike Arnold

Der Veranstaltungsort für die gestrige Buchpräsentation über alte Ortsnamen und deren Herkunft hätte vom Vorsitzenden des Heimat- und Gartenbauvereins Haunzenbergersöll, Gerhard Weindl, und Jakob Oßner, dem Vorsitzenden des Bayerischen Cimbern-Kuratoriums, dass die Entstehung des Buches gefördert hat, nicht besser gewählt werden können. In der gemütlichen, Ofen geheizten Stube im Gasthaus Stürzer entwickelte sich nach einer kurzen Begrüßung durch Gerhard Weindl (Jakob Oßner war leider kurzfristig verhindert) und einer Vorstellung der beiden Buchautoren rasch eine „good vibration“ zwischen Dr. Bernhard Stör, der über seinen Teil der Arbeit an dem Ortsnamen- und Mundart-Buch berichtete, und seinen Zuhörern. Wie kein anderer vermag es der 73jährige, der an der LMU München Germanistik, Linguistik, Mediävistik und Phonetik studiert hat, feinste Unterschiede in der Aussprache von Dialekten zu hören, zu verlautschriftlichen und seine Ergebnisse anhand illustrer Beispiele auf humorvolle Art zu vermitteln – eine Fähigkeit, die er u. a. als Dialekt-Coach für Schauspieler der BR-Produktion Dahoam is dahoam einsetzen konnte.

Nach einer entsprechend kurzweiligen Dreiviertelstunde, die in die Welt der verschiedenen A’s und O’s bairischer Dialekte einführte und einer kurzen Pause, übernahm Monsignore Johann Schober den Part, über die Herkunft der Ortsnamen im Altlandkreis Vilsbiburg zu referieren. Der studierte Theologe, der 2004 zum Bischöflich-Geistlichen Rat ernannt, am liebsten aber einfach nur mit „Schober“ oder „Pfarrer“ angesprochen wird, beschäftigt sich seit über 20 Jahren im Ortsnamen-Kolloquium der Uni Regensburg mit der Erforschung von Ortsnamen. Sein profundes Wissen spiegelt sich in zahlreichen Publikationen wider, und überall da, wo er Vorträge über seine Forschungsergebnisse hält, kann er sich einer interessierten und begeisterten Zuhörerschaft erfreuen. So auch in Haunzenbergsöll. Dass man sich dort bereits eingehend mit der Herkunft des Ortsnamens beschäftigt hat, versteht sich von selbst, doch für manch eine/n Nichteinheimische/n war die Informationen neu, die im vorgestellten Buch auf Seite 125 im Detail nachgelesen werden können.

Erfreulich und deshalb besonders erwähnenswert ist, dass sich in Haunzenbergersöll nicht nur die älteren Einwohner des Ortes und Gäste aus der Umgebung, sondern auch jüngere Besucher für das Thema Ortsnamen und Mundarten interessierten, was u. a. auf das Interesse an der Herkunft des eigenen Familiennamens zurückgeht. Bis spät in die Nacht hinein nahmen vereinzelte Veranstaltungsbesucher deshalb gerne das Angebot des Autoren Stör an, ihm Fragen stellen und ausgiebig mit ihm diskutieren zu können.

Bereits in der kommenden Woche, am 11.10.2022 findet in Gerzen eine weitere Buchvorstellung statt, zu der herzlich eingeladen wird. Das Werk kann dort auch wieder direkt vor Ort zum Preis von 20 EUR gekauft oder über den Online-Shop des Verlages H. E. Arnold (www.verlag-heike-arnold.de) bestellt werden.

Bildbeschreibungen:

Haunzenbergersöll auf den Bayerischen Landtafeln von 1563

Von Peter Weinerus after Philip Apian – Soeller, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3732864

Hofmark Haunzenbergersöll auf dem Wening-Stich von 1710

Von Michael Wening – Scan: Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3732869

 

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