„HEUTE IST EIN TAG, AN DEM WIR FREUDE EMPFINDEN“

Erster Gottesdienst nach der Renovierung der Pfarrkirche St. Wolfgang in Landshut.

Die Pfarrei St. Wolfgang feierte am Samstag, den 31. Oktober um 18 Uhr im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes die Eröffnung der renovierten Wolfgangskirche und das Hochfest des Heiligen Bischofs Wolfgang, des Patrons der Kirche. Trotz der vorgeschriebenen Abstandsregel und der übrigen Hygienemaßnahmen für die Kirchen, steht nun die renovierte Kirche wieder für die Gottesdienste in der Pfarrei zur Verfügung. Mit zusätzlicher Bestuhlung konnten etwa 130 Personen Platz finden.

„Ziemlich exakt nach einem halben Jahr, können wir heute unseren ersten Gottesdienst in dem in neuem Glanz erstrahlten Kirchenraum  feiern“, so begrüßte Pfarrer Wolfgang Hierl die anwesenden Besucher aus der Kommunalpolitik (OB Putz ließ sich entschuldigen – ihn vertrat der Stellvertretende Landrat Fritz Wittmann), die Landshuter Stadträte Hans-Peter Summer und Tobias Weger-Behl, den Kirchenpfleger Günter Landesberger, die gesamte Kirchenverwaltung, die sehr viel zu tun hatte in der Zeit der Renovierungsarbeiten, das Architekturbüro Nadler mit den für das Projekt verantwortlichen Herrn Fritz und Platzer, den Handwerkern, die an der Renovierung mitwirkten, sowie alle Kirchenbesucher. Pfarrer Hierl bedankte sich bei allen Mitwirkenden vor allem für die sehr gute Zusammenarbeit während der sechs Monate und das gute Ergebnis, das nun bestaunt werden kann. Wolfgang Hierl vergaß auch nicht die großzügigen Spender, die dazu beigetragen haben, dieses Projekt zu stemmen. Die Gläubigen, die ausgehalten haben in der Zeit von Corona und in den neuen Pfarrsaal ausweichen mussten, vergaß er dabei ebenso wenig.

In diesem Zusammenhang erwähnte Hierl die neuen Glasfenster in der Marienkapelle, die von dem Künstler Mario Schosser, der vielfach bei Kirchenrenovierungen seine Glasmalereikunst zum Besten gab. Mario Schosser arbeitet gerne mit der Mayer`schen Hofkunstanstalt in München zusammen, wo auch die Glasbilder für St. Martin gestaltet wurden. Die bemalten Glasscheiben ermöglichen eine ablenkungsfreie Andacht durch eine gewollte erreichte Blickdichtheit.

Das Fenster in der Ostseite, durch das das Licht in die Kapelle getragen wird, stellt das Licht von Christus dar. Das von feurigen Farben getragene Fenster der Westseite inszeniert eine geheimnisvolle Rose.

Zum Festgottesdienst des Hl. Wolfgang sang der Chor nach langer Zeit wieder einmal. Der letzte Auftritt des Chores war an Silvester 2019, bevor dann die Corona-Pandemie weitere Gottesdienstgestaltungen unmöglich machte. Die Orchestermesse konnte leider aus Platzgründen (der gesamte Chor stand im gesamten Chorbereich und auf der Treppe davor) nur mit einer solistischen Instrumentalbesetzung und ohne Vokalsolisten gestaltet werden, deren Part wurde vom Chor mit übernommen. Zur Aufführung brachte der Chor die „Missa fac bonum“ des fränkischen Barockkomponisten Johann Valentin Rathgeber (1682 – 1750), ein Werk, das weniger durch außergewöhnliche Kunstfertigkeit, sondern durch musikantische Frische hervorsticht.

Neben dem Kirchenchor mit seinen zwei Solisten Maria Schäffler und Stefan Voll wirkte die Familie Merz als „Kleines Orchester“ (Violine 1 und 2 und Violoncello) mit. Simon Lindner übernahm den Orgel-Continuo-Part.

Die Festmesse war nicht nur vom Chor geprägt, sondern war besonders gekennzeichnet von Pfarrer Hierl mit einem nicht alltäglichen Thema in seiner nicht „alltäglichen Predigt“. In Anlehnung an einen im bairischen Sprachgebrauch oftmals verwendeten Spruch: „Des is a Hund“, mit dem man die Intelligenz eines Menschen benannte und hervorhob, skizierte Pfarrer Hierl den Patron der „Wolfganger Kirche“, den Heiligen Wolfgang. „Wolfgang, du warst ein Hund, ein Straßenhund, ein Suchhund, ein Spürhund, zur rechten Zeit ein Wachhund, du bist ein gescheiter und tiefgläubiger, ein leidenschaftlicher, sensibler, ein beliebter und bescheidener, kurz, ein faszinierender Vertreter der Kirche des Herrn. Du bist der beste Patron unserer Kirche, Pfarrgemeinde und Siedlung“, so Pfarrer Hierl.

St. Wolfgang war, so Hierl, ein gewiefter und gescheiter Mensch, der wusste wie man durchs Leben geht, um den Unbilden des Lebens weise und gerecht zu begegnen. Außerdem war Bischof Wolfgang immer bestrebt das Neue zu suchen und die richtige Aufgabe für ihn zu finden. Was der Hl. Wolfgang, als damals schon gut vernetzter Mensch gar nicht mochte sei, ständig auf demselben Level zu verbleiben. Pfarrer Hierl bezeichnete den Hl. Wolfgang als Lautsprecher seines Glaubens und riet den Gläubigen, ihm in diesem Sinne nachzueifern und selbst ein gläubiger Lautsprecher zu sein.

Das „Dankesagen“ zum Ende des Festgottesdienstes übernahmen das Architekturbüro Nadler – Sperk – Reif durch Herrn Nadler und der Kirchenpfleger von St. Wolfgang, Günter Landesberger mit abschließenden Worten des Pfarrers Wolfgang Hierl.

Architekt Nadler bemerkte, dass er zur Pfarrei eine besondere Beziehung habe, denn hier sei er getauft worden. Er führte weiter aus, dass es bei einer Kirchenrenovierung nicht nur darum geht, die Substanz zu wahren, sondern auch die Aussage und Ausstrahlung eines Sakralbaus zu erhalten oder im besten Fall zu verbessern. Wichtig sei die Stimmung und Atmosphäre im Kirchenraum. Die Kirche St. Wolfgang sei heller und wärmer geworden und vom Schmutz der Jahrzehnte befreit worden. Die Gestaltung der Marienkapelle sei ein neuer Andachtsplatz in der Kirche geworden. Das neue Mobiliar verschönt den Kirchenraum extrem. Die neuen zylindrischen Glasleuchten geben das Licht nach oben und unten in den Raum und seien mit modernster LED-Technik ausgestattet, ermöglichen verschiedene Lichtszenen und reduzieren außerdem den Strombedarf. Die Lautsprecheranlage wurde erneuert und befördere eine sehr gute Akustik. Die gesamte Technik und Heizung wurde erneuert. Zu guter Letzt bekam die Orgel eine Reinigung, wurde gestimmt und diverse technische Verbesserungen wurden implementiert. Nadler bedankte sich bei allen, die mitgeholfen haben, dass dieses Werk gelingen konnte und betonte, dass auch die geplanten Kosten, nicht so wie beim Berliner Flughafen, eingehalten wurden.

„Für mich ist der heutige Tag mit meinem Jubiläum verknüpft, denn meine erste Verwaltungsratssitzung war am 30. Januar 1995“, so begrüßte der Kirchenpfleger Günter Landesberger die Kirchenbesucher. Zu diesem Zeitpunkt war gerade eine große Renovierung der Kirche St. Martin abgeschlossen. Wann ein Kirchenpfleger zufrieden sei mit einer Renovierung, sei dann der Fall, wenn die Finanzen dazu stimmen und das war bei uns eindeutig der Fall, meinte Landesberger. Das Volumen von 1,3 Millionen setzt sich wie folgt zusammen, nämlich aus der Kirchensteuer, 50 Prozent der Kosten werden von der Diözese getragen, 5 Prozent der Kosten trägt die Stadt Landshut (hier gab es den Einwurf von Pfarrer Hierl, dass noch kein Euro eingetroffen sei – wurde mit Gelächter der Besucher quittiert). Des Weiteren gab es zahlreiche Spenden und der Betrag der inzwischen zusammengekommen ist, beträgt 32.842 Euro. Der Kirchenpfleger bedankte sich bei allen Spendern, besonders hob er die Spendenaktion des Pfarrgemeinderates mit seinem Basarerlös von 2.200 Euro hervor. Der Rest des Gesamtbetrages seien Eigenmittel. Etwas über Corona berichten, wollte Günter Landesberger nicht, doch es handle sich um eine positive Nachricht. Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes um 3 %, wirke sich sehr vorteilhaft für die Kostenfinanzierung des Projektes aus und wird einen Betrag von über 30.000 Euro ausmachen. Dadurch wurden keine Kostenüberschreitungen notwendig. „Das will in der heutigen Zeit etwas heißen, denn als Banker, wie ich einer bin, kann ich ein Lied davon singen“, führte er aus und dankte dem Architekturbüro Nadler, das in Sachen Kirchenrenovierungen ein großes Fachwissen angesammelt hätte, für die große Unterstützung.

Ein glücklicher und zufriedener Pfarrer Wolfgang Hierl bedankte sich nochmals herzlich bei allen Mitwirkenden der Festmesse.

-hjl-

Weitere Fotos der Festmesse:

Fotos: h.j.lodermeier

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