IG Metall fordert Angebot der Arbeitgeber – Tarifaktion bei BMW Landshut

Vertrauensleute der IG Metall standen am Freitag bereits ab 4.30 Uhr an den Werkstoren der BMW AG in Landshut. Die Beschäftigten der Frühschicht wurden über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen informiert. Auf Bauzäunen befestigt stand groß die Forderung der IG Metall: „4 Prozent für Einkommen und Beschäftigung“ zu lesen.

IG Metall-Bevollmächtigter Robert Grashei sprach über Lautsprecher zu den BMW-Mitarbeitern: „Der Countdown läuft. In drei Wochen endet die Friedenspflicht und es gibt kein Angebot der Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde.“ Nach Angaben der Gewerkschaft will der Arbeitgeberverband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (vbm) einen Lohnstopp bis 2023 und einen Zugriff auf das Urlaubs- und Weihnachtsgeld der Beschäftigten.

Dies sei mit der IG Metall nicht zu machen. Ihre Forderung beziffert ein Volumen von vier Prozent. Damit will sie die Kaufkraft der Beschäftigten stärken. In Betrieben mit drohendem Abbau von Arbeitsplätzen könnten damit Maßnahmen zur Sicherung von Beschäftigung finanziert werden. Mit Zukunftsvereinbarungen will die Metallgewerkschaft klare Perspektiven für Unternehmen und Mitarbeiter schaffen, um die Herausforderungen des technologischen Wandels gemeinsam zu bestehen.

Darauf haben die Arbeitgeber in den bisherigen zwei Verhandlungsrunden gar nicht reagiert. „Es muss jetzt ein Angebot seitens der Arbeitgeber auf den Tisch. Die letzte Tariferhöhung liegt drei Jahre zurück“; so Johannes Detterbeck, Vorsitzender der Vertrauensleute im Landshuter BMW-Werk, und kommentiert die Stimmung der Beschäftigten: „Die BMW-Mitarbeiter haben in den letzten Jahren den Wandel im Unternehmen aktiv begleitet. Die Forderung von vier Prozent ist fair und gerecht. Damit wird die Kaufkraft gestärkt, das ist gut für die Konjunktur.“

Während der Aktion versperrten die Gewerkschafter um 6 Uhr symbolisch mit einem Tau die Werkszufahrt am Tor 2 in der Meisenstraße. Im Landshuter Komponentenwerk produzieren rund 4.000 Beschäftigte Teile für das weltweite Produktionsnetzwerk des Premiumherstellers. Damit hat das Werk eine Schlüsselfunktion und ist für einen möglichen Tarifkonflikt von großer Bedeutung, sagt Metaller Grashei: „BMW ist eine große Nummer im Arbeitgeberverband. Wenn die Tarifrunde sich zuspitzt, werden wir hier zu Warnstreiks aufrufen. Mit der Aktion heute zeigen wir, dass die IG Metall auch unter Corona-Bedingungen handlungsfähig ist. Die Arbeitgeber sollen sich nicht länger verweigern und endlich ein Angebot auf den Tisch packen. So geht Tarifpolitik!“

Am kommenden Montag findet bereits die dritte Verhandlungsrunde in München statt. Dann haben die Tarifparteien in der mit 820.000 Beschäftigten wichtigen Branche noch drei Wochen Zeit, um ein Ergebnis vor Ende der Friedenspflicht zu erreichen.

Bilderquelle: IG Metall

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