Ilse Aigner: „Eine ganz große Ehre für mich und I g`frei mi ganz narresch“

Die Landtagspräsidentin hat den Preis „Bairische Sprachwurzel“ am Sonntag im Straubinger Stadttheater entgegengenommen.

Die Laudatio hielt der ehemalige Präsident der Technischen Universität München, Prof. Wolfgang Anton Herrmann, im Dialekt. Er stammt aus Kelheim.

Entstanden ist dieser bairische Sprachpreis für das größte zusammenhängende Dialektgebiet in Europa (Bairisch – mit „ai“-Schreibweise, gesprochen in Niederbayern, Oberbayern, der Oberpfalz, Österreich ohne Vorarlberg und in Südtirol) aus einer mathematischen Formel, die Steven Strogatz und Daniel Abrams, zwei Mathematiker an der Cornell-Universität in Ithaca, New York, entwickelten, um das Sterben der weltweit 6.500 Sprachen zu berechnen.

Auf den Punkt gebracht besagt die Formel, dass alle 14 Tage eine Sprache unwiederbringlich verloren geht, in diesem Jahrhundert folglich neunzig Prozent aller Sprachen aussterben werden.

Deshalb wurde diese Sprachwurzel für prominente Preisträger aus der Taufe gehoben, die bei hochoffiziellen Anlässen ihren Dialekt auf die Augenhöhe mit der Standardsprache stellen und somit beide Sprachen in einem gleichberechtigten Nebeneinander überleben könnten.

Nach mehreren Jahren wird sich dann mit prominenten bairisch-sprechenden Preisträgern ein Wurzelgeflecht bzw. ein symbolträchtiger Wurzelstock mit Vorbildfunktion und Multiplikationseffekt gebildet haben.

Dieses Jahr wurde die Bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner mit diesem Preis bedacht. Wie Ilse Aigner in einem Interview erwähnte, ist die Verleihung der Bairischen Sprachwurzel durch den Bund-Bairische-Sprache für Sie, eine ganz große Ehre. Es gäbe wichtige Vorgängerinnen und Vorgänger dieses Preises, meint Ilse Aigner „und I gfrei mi eitz ganz narresch“. Sepp Obermeier beschrieb die Landtagspräsidentin als spätberufene Dialektsprecherin, da Sie bei öffentlichen Anlässen den Dialekt eher vermied. Eine Münchner Zeitung titelte in einer Überschrift bei einem öffentlichen Wahlauftritt Ilse Aigners im Jahre 2009 in ihrem Heimatort mit den Worten: „llses Heimspiel ohne Dialekt und ohne Dirndl“! Seit Ilse Aigner Landtagspräsidentin sei und durch ihre Funktion mit vielen Menschen in Kontakt käme, habe sich dies aber sehr geändert, erläuterte der Vorsitzende des Bund-Bairische-Sprache, Sepp Obermeier.

Die „Bairische Sprachwurzel“ wird seit 2005 verliehen. Bisherige Preisträger waren unter anderem Papst Benedikt XVI., die Kabarettistinnen Martina Schwarzmann und Luise Kinseher sowie der Musiker und Komponist Hans-Jürgen Buchner. Die Auszeichnung ist nicht dotiert. Als Anerkennung erhält die Preisträgerin oder der Preisträger eine Skulptur aus Glas.

-hjl-

Screenshot:
h.j.lodermeier

 

 

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