In 26 Stunden von Niederbayern an die ukrainische Grenze und zurück

Hilfstransport aus Arnstorf über Österreich, Tschechien und Polen für die Ukraine

„Die Hilfsbereitschaft für die Menschen in der Ukraine ist nach wie vor ungebrochen, es werden Lebensmittel, Babywindeln, Decken, Schlafsäcke und Medikamente und medizinische Hilfsmittel abgegeben“, berichtet Marion C. Winter, die zusammen mit ihrer Tochter Sinhai, Julia Schellenberg, Susanne Wasmeier und Marie Dressler im Holzhamer Schützenheim bei Arnstorf die eingehenden Spenden sichtet, sortiert und stabil für den Weitertransport verpackt. Schon zum achten Mal seit Ausbruch des Kriegs von Russland gegen die Ukraine startete am Samstag wieder ein Hilfstransport nach Polen an die ukrainische Grenze. In Kooperation mit der NGO-Organisation The First Women Veteran Space Rehub und Kontaktmännern vor Ort werden dringend benötigte Spenden dort entgegengenommen und weiterverteilt. „Vor wenigen Tagen wurde ein Waisenhaus Mykolajiw bombardiert, es gibt verletzte Kinder und Betreuer, die jetzt in Lwiw (Lemberg) behandelt werden. Hier werden nicht nur Verbandsmaterial und Medikamente sondern auch Lebensmittel benötigt“, berichtete Dominik Heimann aus Pfarrkirchen aus erster Hand. Er hatte aus Verbundenheit zu ukrainischen Freunden eine Urlaubswoche für die Koordinierung und Weiterverteilung der Spenden dort verbracht und geholfen, die Materialien zu verteilen.

Für Nachschub sorgte am Wochenende ein vollgepackter Sprinter, den die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller (Landshut) zusammen mit Claudia, einer weiteren freiwilligen Fahrerin in die rund 1.100 Kilometer entfernte Region brachte, die nur noch wenige Kilometer von Lwiw entfernt ist. „Ich bin froh und dankbar, Teil eines wunderbaren Teams gewesen zu sein, dass den Menschen in der Ukraine signalisiert: „Ihr seid nicht alleine!“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ruth Müller, MdL.

Nach 13 Stunden quer durch Österreich, Tschechien und Polen waren die beiden Frauen kurz nach Mitternacht am Zielort angekommen, haben die Hilfsgüter ausgeladen, die noch in der gleichen Nacht ins nur rund 80 Kilometer entfernte Lwiw und nach Nikolajew weiterverladen wurden.

Gerade die letzten 70 Kilometer der Reise seien sehr anstrengend gewesen, denn abseits der Autobahn waren die Straßen schlecht mit vielen Schlaglöchern und unebenen Stellen, noch dazu stellte der Wildwechsel eine besondere Herausforderung dar. Und in den Orten Richtung Grenze gab es kaum mehr Beleuchtung, um nicht versehentlich Ziel eines Angriffs zu werden, was die Orientierung für die beiden Fahrerinnen erschwerte.

Im Transporter waren am Wochenende auch zahlreiche Infusionen und Medikamente, die von der Münchner Anti-Putin-Aktivistin Irina Revina-Hofmann und Ruth Geringer aus Eggenfelden gespendet wurden, die für das Krankenhaus in Lwiw (Lemberg) waren, die da dort viele kriegsverletzte Kinder behandelt werden müssen. „Alle Spenden, die wir bekommen, gehen auf direktem und schnellstmöglichem Weg in diese Region“, so Marion C. Winter. Allerdings mussten Ruth Müller, MdL und Beifahrerin Claudia auch erfahren, dass erst letzte Woche von den russischen Soldaten Hilfstransporte in der Ukraine zerstört wurden und einer der Fahrer dabei ums Leben kam. „Wir werden trotzdem nicht nachlassen, zu versuchen, die unschuldigen Frauen und Kindern, die das Land noch nicht verlassen konnten, zu unterstützen“, bekräftigt Julia Schellenberg.

26 Stunden nach dem Start in Holzham waren die beiden Fahrerinnen Claudia und Ruth Müller wieder wohlbehalten zurück und stellten den leeren Sprinter zum erneuten Beladen vor dem Schützenheim ab.

Marion C. Winter dankte in diesem Zusammenhang insbesondere den Schülerinnen und Schülern der Realschule Eggenfelden, die immer wieder aktiv werden, um Geld- und Sachspenden zu akquirieren, damit neue Transporte stattfinden können. Auch in den nächsten Wochen wird die Hilfsaktion fortgesetzt. Wo sie Sachspenden in Form von Lebensmitteln, Verbandsmaterial, Medikamenten und Schlafsäcken abgeben und Geldspenden tätigen können finden sie auf der Seite des Frauenbaum e. V.  www.frauenbaum.de .

 

Foto: Claudia W.

 

 

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