In Essenbach wird für eine bunte Welt gesorgt

SPD-Kreistagsfraktion informiert sich über Zukunftsaussichten bei der Firma MIPA SE

„Wenn in Kürze die Rübenernte beginnt, rollen wieder die mit MIPA lackierten roten Landmaschinen der Firma Holmer über die Felder – ein typisches Beispiel für einen Anwendungsbereich unserer Farben und Lacken“, erläuterte Klaus Fritzsche im Hinblick auf die verschiedensten Einsatzzwecke der Produkte, die bei der Firma MIPA SE in Essenbach produziert werden.

Die SPD-Kreistagsfraktion war beim Familienbetrieb, der auf eine über 100jährige Tradition zurückblicken kann, zum Gespräch, um über Standortbedingungen, Lieferkapazitäten, Fachkräftebedarf und Entwicklungsmöglichkeiten zu sprechen. „Seit vielen Jahren sind wir unter den Top Zehn der deutschen Lack- und Farbenfabriken und europaweit immerhin auf Platz 17“, berichtete Vertriebsvorstand und Anteilseigner Klaus Fritzsche nicht ohne Stolz. Von den 1.500 Mitarbeitern der MIPA-Gruppe sind rund 670 an den Standorten in Essenbach und Landshut beschäftigt. „Dabei spielt die Frage der Fachkräftesicherung in der arbeitspolitisch guten Region Landshut eine wichtige Rolle für die Zukunft unseres Betriebs“, erläuterte Finanz- und Personalvorstand Robert Jungwirth. Dies machte er auch anhand der aktuellen Ausbildungssituation deutlich: In zwölf Berufen können Jugendliche bei MIPA in Essenbach ihre Ausbildung absolvieren, wobei sich das Angebot vom kaufmännischen Bereich über branchenspezifische Ausbildungen bis hin zu technischen Berufsbildern streckt.

Im September werden 13 Jugendliche bei MIPA ins Berufsleben starten, obwohl durchaus mehr Ausbildungsplätze vorhanden gewesen wären. Die Beschäftigungsaussichten sind hervorragend, insbesondere auch im internationalen Kontext, denn die MIPA SE produziert an sieben weiteren Standorten in Deutschland sowie Europa und hat alleine in Europa 60 weitere Standorte für den Vertrieb von Mipa Produkten. Knapp zwei Drittel der Ware gehen in den Automobilbereich. Darüber hinaus werden neben Beschichtungen für die Industrie auch Holzlacke und Bautenfarben in Essenbach hergestellt.

„Dass wir 1995 in Essenbach neu bauen konnten, war auch dem guten Zusammenwirken mit dem damaligen Bürgermeister der Marktgemeinde zu verdanken“, so Klaus Fritzsche. Denn der Hauptsitz in Landshut, an dem die Fabrik nach dem Bombenangriff 1948 wiederaufgebaut wurde, war zu klein geworden, weshalb man sich auf die Suche nach einem neuen Standort, der einen zukunftssicheren Ausbau möglich machen würde, begeben hat. Für eine Weiterentwicklung sei man aber auch in Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit mit der Kommune angewiesen. Wie wichtig das Zusammenspiel mit der Politik vor Ort sei, konnten auch die beiden Bürgermeister Peter Forstner und Sibylle Entwistle bestätigen, denn Entscheidungen bei der Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten, der Planung von Straßen, ÖPNV-Angeboten und Radwegen seien auch immer davon abhängig, ob und wo Arbeitsplätze vorhanden sind.

Der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der BayernSPD-Landtagsfraktion Ruth Müller, MdL war das Thema „Energiesicherheit“ auch ein wichtiges Anliegen. Doch bereits bei der Neuplanung der modernen Farbenfabrik habe man viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, berichtete Klaus Fritzsche. So werde Abwärme konsequent genutzt und auf Energieeffizienz Wert gelegt. Zum Glück sei die Produktion bei MIPA weder verhältnismäßig gas- noch stromintensiv, doch die Rohstoffpreise seien großen Schwankungen unterworfen und Vorgaben der Europäischen Union stellen die gesamte Chemiebranche vor große Herausforderungen.

„Durch Sie und Ihre Mitarbeiter wird unsere Welt bunt“, stellte Ruth Müller, MdL beim Rundgang durch das Betriebsgelände fest und erzählte, dass sie sich „fast wie daheim“ fühle, da sie 30 Jahre selbst bei einem Farbenhersteller in der Region gearbeitet hatte.

Foto:
Thomas Gärtner

 

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