Interesse an Corona-Schutzimpfungen steigt sprunghaft an

Städtisches Impfzentrum ab sofort auch sonntags geöffnet

Kapazitäten sollen durch Personalaufstockung weiter erhöht werden – Impfungen werden weiter ohne Terminvereinbarung angeboten, mit längeren Wartezeiten ist aber zu rechnen

Es ist ein Hoffnungsschimmer mitten in der sich weiter zuspitzenden Corona-Pandemie: Seit Wochen melden die Impfzentren in Stadt und Landkreis Landshut eine konstant steigende Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen, wobei das Interesse sowohl an Erstimpfungen als auch an Auffrischungsimpfungen sehr groß ist. Die Stadt reagiert auf diese erfreuliche Entwicklung und weitet die Betriebszeiten des Impfzentrums im neuen Dultwachgebäude an der Ringelstecherwiese deutlich aus. Das Impfzentrum ist ab sofort von Dienstag bis Sonntag durchgehend von 9 bis 17 Uhr geöffnet; lediglich montags ist noch geschlossen. Allerdings läuft derzeit die Personalsuche auf Hochtouren, um die Kapazitäten weiter aufstocken und einen Betrieb an sieben Tagen pro Woche gewährleisten zu können.

Eine vorherige Anmeldung mit verbindlicher Terminvereinbarung über das bayernweite Online-Portal BayIMCO ist für die Impfwilligen nach wie vor und bis auf Weiteres nicht nötig. „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern ein möglichst niederschwelliges Impfangebot unterbreiten – mit maximaler zeitlicher Flexibilität und minimalem Registrierungsaufwand“, sagt Thomas Schindler, der das städtische Impfzentrum leitet. Das sei nach den Erfahrungen aus der ersten großen Impfkampagne im Frühjahr 2021 gerade mit Blick auf die älteren und damit besonders von einem schweren Covid-Verlauf gefährdeten Bevölkerungsgruppen der richtige Weg: „Viele Seniorinnen und Senioren haben sich damals mit der doch relativ komplizierten Anmeldeprozedur auf BayIMCO schwer getan. Deshalb hatten wir auch eine telefonische Anmeldung angeboten, die sehr rege genutzt wurde“, erklärt Schindler. Die erforderliche Registrierung der Impflinge im BayIMCO-System sei dann erst von den Bediensteten des Impfzentrums im Rahmen des jeweiligen Impftermins vorgenommen worden. „Diesen Service können wir momentan nicht einrichten, weil uns dafür einfach das Personal fehlt. Wenn wir für die Impfung eine vorherige Terminvereinbarung vorschreiben, könnte die Anmeldung also nur über das Internet erfolgen.“ Deshalb wolle man so lange wie möglich darauf verzichten, obwohl damit auch Nachteile verbunden sind, so Schindler. „Wir sind uns natürlich bewusst, dass damit die Gefahr längerer Wartezeiten steigt. Dafür müssen wir um Verständnis bitten und bedanken uns für die Geduld aller Impfwilligen.“

Dass die Kapazitäten des Impfzentrums im verhältnismäßig kleinen Dultwachgebäude heute zwangsläufig geringer sind als am ursprünglichen Standort in der großzügigen Kalthalle des Messegeländes an der Niedermayerstraße, hat indes nicht die Stadt zu verantworten, stellt Oberbürgermeister Alexander Putz klar. „Wie alle anderen Landkreise und kreisfreien Städte waren auch wir aufgrund der landesweit verbindlichen Vorgaben der Staatsregierung dazu gezwungen, unser bewährtes, aber vermeintlich überdimensioniertes Impfzentrum an die im Sommer zwischenzeitlich stark gesunkene Nachfrage anzupassen. Das Ergebnis war eine erhebliche Verkleinerung samt Standortwechsel.“ Noch im Oktober habe die Stadt Landshut auf Basis ihrer Einwohnerzahl eigentlich nur ein Impfzentrum für täglich rund 70 Impfungen vorhalten sollen. Anfang November habe die Bundes- und Landespolitik dann ihre Strategie unter dem Eindruck der sprunghaft steigenden Infektionszahlen wieder geändert, sagt der OB. „Plötzlich wurde offenbar allen bewusst, was sich eigentlich seit dem Sommer und den Erfahrungen aus Israel abgezeichnet hat: Der Impfschutz lässt wohl nach spätestens einem halben Jahr bei vielen nach, so dass Auffrischungsimpfungen für die breite Masse der Bevölkerung erforderlich sein werden. Und diese Mammutaufgabe werden die niedergelassenen Ärzte neben ihrem regulären Praxisbetrieb allein nicht stemmen können.“ Also habe die Staatsregierung angeordnet, die kommunalen Impfzentren doch wieder hochzufahren und dort allen Geimpften auf Wunsch bereits fünf Monate nach dem „zweiten Stich“ die Auffrischungsimpfung anzubieten. „Diese Entscheidungen sind richtig, kamen allerdings sehr kurzfristig. Wir haben aber alles gegeben, um die Kapazitäten rasch wieder zu erweitern“, betont Putz.

Inzwischen können im städtischen Impfzentrum wieder mehr als 600 Impfungen pro Tag durchgeführt werden, das entspricht bei aktuell sechs Betriebstagen pro Woche etwa 4.000 Impfungen. „Wir arbeiten bereits seit Wochen an der Grenze unserer personellen Möglichkeiten, selbst eine Mittagspause ist nicht mehr drin“, sagt Thomas Schindler. „Aber wir tun das gern, denn die Impfung ist und bleibt unsere beste Waffe im Kampf gegen die Corona-Pandemie.“

Foto: Archiv DIESUNDDAS/hjl

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