„Jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

Bundespräsident Roman Herzog erklärte den 27. Januar den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee 1945 zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

1996 erklärte ihn der damalige Bundespräsident Roman Herzog zum gesetzlichen Gedenktag in Deutschland – auf Initiative Ignaz Bubis‘, des damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland. Zuvor war durchaus kontrovers diskutiert worden, ob ein Gedenken von deutscher Seite am Jahrestag der alliierten Auschwitz-Befreiung zu sehr von der deutschen Verantwortung für die beispiellosen Verbrechen gegen die Menschheit ablenken könne. Die Befürworter plädierten demgegenüber für den 27. Januar und gegen den 9. November als Alternative, da der Jahrestag der Reichspogromnacht zu sehr von den vielen weiteren Ereignissen der deutschen Geschichte an diesem Tag überschattet werde.

Der Gedenktag wurde am 3. Januar 1996 durch Proklamation des Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt.

In seiner Proklamation führte Herzog aus:

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

Das einschneidenste Erlebnis im Mai 1945, das mit den Verbrechen des dritten Reiches verbunden ist, erlebte Herzog unmittelbar vor der eigenen Haustür: Mehrere tausend KZ-Insassen wurden durch die Stadt Landshut getrieben. „Das ist ein beherrschendes Bild meiner Jugend und eine traumatische Erinnerung und einer Gründe für meine politische Überzeugung“, sagt Roman Herzog………“Der Anblick der erschöpften und gequälten KZ-Insassen wurde bestimmend für mein ganzes politisches Denken“.

In der Bundesrepublik wird an diesem Tag an öffentlichen Gebäuden Trauerbeflaggung gesetzt. In vielen Veranstaltungen wie Lesungen, Theateraufführungen oder Gottesdiensten wird bundesweit die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wachgehalten. Zudem dient der Gedenktag, um auf aktuelle Tendenzen von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Menschenfeindlichkeit aufmerksam zu machen.

Bei Interesse gibt es eine Führung im Kloster Seligenthal nach Vereinbarung mit dem Kloster oder  Robert Hillinger unter Tel. Nr. 01605688361 (Ausstellung: Landshut ist Koenig -, ist Herzog-Stadt …) wo Richard Hillinger den Zusammenhang Herzog und der 27. Januar herausgearbeitet hat.

– h j l –

 

Das schwarz-weiß-Foto ist eine Zeichnung des 12jährigen Herzogs.

Foto:
Otto Stadler

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