„JEDES STÜCK HAT SEINE EIGENE GESCHICHTE“

Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier besucht Geschichtsboden

Vatersdorf/Buch. Als „das beeindruckende Gedächtnis der Gemeinde“ bezeichnete Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) den Bucher Geschichtsboden. „So etwas habe ich in dieser Fülle und Tiefe noch nicht gesehen“, so der Abgeordnete bei seinem Besuch im neuen Bucher Geschichtsboden im Verwaltungsgebäude der Ziegelwerke Leipfinger-Bader. Der Heimatabgeordnete für die Region Landshut konnte bei seinem Besuch gute Nachrichten überbringen.   

Bei einem Rundgang gaben Thomas Bader, Geschäftsführer der Ziegelwerke Leipfinger-Bader, Elfriede Bader-Nusser, Stiftungsgründerin der Kastulus Bader Stiftung, Kuratorin Dr. Stefanje Weinmayr und Heimatforscher Hans Schneider dem Landtagsabgeordneten interessante Einblicke in den neuen Geschichtsboden. So ist hier das von Hans Schneider über die Jahrzehnte gesammelte Wissen über Buch am Erlbach und die angrenzenden Gemeinden zu finden: „Es sind 1600 prall gefüllte Ordner, 1300 Publikationen, 1400 Sammlungsobjekte und über eine Million Bilddokumente“, so Weinmayr. Thomas Bader sagte: „Wir sind stolz auf die Lebensleistung von Hans Schneider. Wir können uns vor ihm nur verneigen“. 

Ehre für einen selbstlosen Mann 

Bader dankte Helmut Radlmeier für dessen Unterstützung. So hatte Bader gegenüber Radlmeier angeregt, dass man Hans Schneider für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen sollte. Helmut Radlmeier griff die Anregung auf und gab sie an die zuständigen Stellen weiter. Dieses Jahr wurde Hans Schneider dann mit dem Bundesverdienstkreuz für die Bewahrung der lokalen Geschichte ausgezeichnet. Diese Geschichte(n) stehen nun jedem im neuen Geschichtsboden offen.

Zwischen Cloud und Wissensspeicher

„Wir sind froh, mit Stefanje Weinmayr eine Kuratorin gefunden zu haben, die diese Fülle von Schneiders Sammlung in ein interessantes Museumskonzept eingearbeitet hat“, so Thomas Bader weiter. Herzstück dieses Konzeptes sind die „Cloud“ und der „Wissensspeicher“, erklärte Weinmayr. Alte Musikinstrumente, historische Feuerwehrschläuche, Handwerksgeräte aus alten Zeiten: Vieles schwebt einer Wolke gleich unter der Decke des Geschichtsbodens. „Jeder einzelne Gegenstand hat seine eigene Geschichte, die man sich von Hans Schneider in Filmen erzählen lassen kann“, wie Weinmayr betonte.

Das zweite Herzstück des neuen Geschichtsbodens ist der zentrale „Wissensspeicher“ in der Raummitte, erklärte die Kuratorin. Hier kann man sich an einem Tisch digital und analog in die von Hans Schneider erforschte Tiefe der Heimatgeschichte einarbeiten. Dabei besticht Schneiders  Wissen nicht nur durch Quantität, sondern auch durch Qualität: „Die wissenschaftliche Lebensleistung von Hans Schneider über die Hofgeschichten der Gemeinde ist weltweit einzigartig“, befand Weinmayr.

Förderung durch den Freistaat

Diese Leistung beeindruckte Helmut Radlmeier, der im Kunstausschuss des Bayerischen Landtags mitarbeitet: „Was hier mit und im neuen Geschichtsboden geschaffen wurde, verdient Respekt“, so der Abgeordnete. Das Konzept überzeugte auch den Freistaat, wie Radlmeier informierte: Der neue Geschichtsboden wird deshalb heuer durch den Freistaat gefördert. Für das Projekt gibt es 13.200 Euro aus dem Kulturfonds Bayern. „Die Aufnahme in den Kulturfonds ist auch ein Zeichen der Anerkennung für die erbrachte Leistung“, so der Landtagsabgeordnete. Hans Schneider und der neue Geschichtsboden sind dabei noch lange nicht fertig: „Tag um Tag wird weiter geforscht und gesammelt, weil das Leben“, wie Hans Schneider sagt, „ein unendlicher Schatz ist, der noch lange nicht ergründet ist“.

Bildunterschrift: Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU, 2.v.l.) ließ sich von (v.l.) Thomas Bader, Geschäftsführer der Ziegelwerke Leipfinger-Bader, Kuratorin Dr. Stefanje Weinmayr, Heimatforscher Hans Schneider und Elfriede Bader-Nusser, Stiftungsgründerin der Kastulus Bader Stiftung, den neuen Geschichtsboden in den Ziegelwerken Leipfinger-Bader zeigen. Der neue Geschichtsboden präsentiert in großer Fülle die Heimatgeschichte von Buch am Erlbach und wird vom Freistaat gefördert.
Foto: René Spanier

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