Kein Ostereier-Suchen im Moorgebiet

Landratsamt bittet Spaziergänger: Obacht geben auf Bodenbrüter

Landkreis. Es sind seltene, wunderbare Vögel – der Kiebitz, die Feldlerche, der Brachvogel und andere Bodenbrüter. Viele Naturschützer aus der Heimatregion kämpfen gegen den Rückgang ihrer Bestände. Voraussetzung für ein neues Wachstum der Vogelpopulationen ist, dass sie bei der Aufzucht ihrer Brut nicht durch Hunde und Spaziergänger aufgescheucht werden oder gar Gelege zertreten werden. Die Naturschützer des Landratsamts Landshut appellieren daher mit Nachdruck an die Bürger, ihre Hunde unbedingt anzuleinen bei einem Spaziergang durchs Isarmoos oder in der Nähe von Kiesinseln an der Isar und ihren Stauseen.

„Diese Bodenbrüter und auch die Flussregenpfeifer, die vor allem auf Kiesinseln brüten, fliegen bei der kleinsten Störung auf und verlassen fluchtartig ihren Brutplatz“, schildert Christina Straßer, Mitarbeiterin des Sachgebiets Naturschutz am Landratsamt: „Die Eier kühlen bei jedem Auffliegen der Vögel etwas mehr aus – und viele Küken haben in der Folge keine Überlebenschance“, erklärt die Naturschützerin und studierte Landschaftsplanerin den fatalen Zusammenhang.

Dass viele Menschen in den ermüdenden Corona-Lockdowns die Schönheit der Natur im näheren Umfeld ihres Wohnorts entdecken, ist ein bekanntes Zeitphänomen: Umso wichtiger finden es die Naturschützer des Landratsamts, die Bürger darüber zu informieren und an sie zu appellieren, besonders Obacht zu geben auf Brutgebiete und den Lebensraum von Bodenbrütern: Das Grießenbacher-Mettenbacher Moos und Feuchtgebiete an Isar, Vils und Laaber und ihren Nebengewässern zählen zu solchen Gebieten.

Spaziergänger werden dringend gebeten, die Wege nicht zu verlassen und die Hundehalter unter ihnen zusätzlich, Hunde in wertvollen Biotopen an der Leine zu führen. „Die bodenbrütenden Vogelarten stehen unter vielfachem Druck – gerade auch durch ihre natürlichen Feinde, besonders Raubvögel“, sagt Christina Straßer: Die Ursache sei dafür freilich nicht natürlich, sondern menschengemacht. Die Raubvögel fänden in der Zivilisationslandschaft immer weniger Beute – und stürzten sich daher aus schierer Not vermehrt auf die auf freier Flur nistenden Bodenbrüter.

Gemeinsam kämpfen zahlreiche Landwirte, ehrenamtliche Helfer und der Landkreis Landshut, namentlich die Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, seit vielen Jahren für Kiebitz, Flussregenpfeifer und Co. – und sie hatten über lange Zeit spürbare Erfolge. Jetzt stemmen sie sich gemeinsam gegen den Negativtrend. Daher auch der Appell von Christina Straßer: „Tragen Sie bitte als Spaziergänger oder Hundehalter mit dazu bei, dass wir dabei erfolgreich sind.“  

BILDTEXT: Ein Kiebitz spiegelt sich in einer Wasserpfütze im Isarmoos. So schön das Bild ist, so gefährdet sind die Lebensräume und die Nistplätze der Bodenbrüter in vielen Teilen des Landkreises Landshut. (Foto: LRA Landshut/Peter Staudinger) 

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