Kita-Pooltest: Kommunen werden mit vollendeten Tatsachen konfrontiert

Vorschlag der Staatsregierung zu zweiter Testsäule weckt kaum realisierbare Erwartungen

Überörtliche Logistik braucht eine zentrale Koordinierung

Der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, der Straubinger Oberbürgermeister Markus Pannermayr äußert sich zum Vorschlag der Bayerischen Staatsregierung, PCR-Pooltests für Kita-Kinder als zweite Testsäule neben den bestehenden Selbsttests zu fördern, sofern die Kommunen die komplexe Logistik bei der Durchführung der Testungen organisieren: „Es wäre sinnvoll, die Tests nach dem Vorbild der Grundschulen mit einer übergeordneten Logistik auf Landesebene zu organisieren. Wie schon bei den Luftreinigungsgeräten an den Schulen werden die Kommunen erneut mit vollendeten Tatsachen konfrontiert. Auf diesem Weg wird einseitig eine Erwartungshaltung geweckt, die dann die Kommunen erfüllen müssen, aber so schnell gar nicht erfüllen können. In der Praxis werden sich wegen der kleinräumigen Struktur der Kitas und wegen der ausgeschöpften Labor-Kapazitäten eine Fülle an Problemen aufwerfen. Vor allem auch die überörtliche Logistik bedarf einer zentralen Koordinierung. Bei der Bewältigung der Herausforderungen der Corona-Pandemie hat sich immer wieder gezeigt: Gute Lösungen gelingen dann, wenn die kommunale Ebene rechtzeitig mit eingebunden wird. Bei dem wichtigen Thema der Teststrategie für die Kitas ist das wieder einmal nicht geschehen.“

Die angekündigte staatliche Förderung von PCR-Pooltests für Kita-Kinder wirft bei den Städten und Gemeinden viele Fragen auf. Der Bayerische Städtetag begrüßt, dass diese Tests als Alternative zu den etablierten Antigen-Schnelltests der Kita-Kinder vom Freistaat gefördert werden sollen. Anders als bei den Schnelltests braucht es hier aber eine überörtliche Logistik für den zeitnahen Transport der Poolteststreifen in die zu beauftragenden Labore, die entsprechende Test-Kapazitäten vorhalten müssen – soweit sie nicht bereits durch die hohe Zahl an Grundschul-Tests gebunden sind, die in der kommenden Woche anlaufen sollen. Das ist durch die Träger und die Gemeinden ohne planerische staatliche Unterstützung nicht flächendeckend zu schaffen. Die bisherigen Erfahrungen mit der Organisation der PCR-Pooltests an Grund- und Förderschulen zeigen, dass es eine staatlich koordinierte überörtliche Wegeplanung braucht, die einen längeren Zeitraum als Vorlauf in Anspruch nehmen wird. Darüber hinaus nehmen die rechtlich vorgeschriebenen komplexen Vergabeverfahren Zeit in Anspruch. Insofern werden kurzfristig wohl die Antigen-Schnelltests in den Kitas weiter überwiegend Anwendung finden.

Foto: Pannermayr – Bayer. Städtetag

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