Klärschlamm, ein großes Problem für Kommunen

Antrag der Ausschussgemeinschaft SPD & Linke/mut

Seit Jahren ist wird die Beseitigung von Klärschlamm ein immer größeres Problem für Kommunen. Da dieser nicht mehr so einfach wie früher auf die Felder verstreut werden darf, muss er auf andere Art und Weise beseitigt werden. Diese Entsorgung wird neben weiten Transportwegen immer teurer.
Landshut entsorgt den Klärschlamm im über 100 km entfernten Schwandorf. Die bestehenden Anlagen sind bayernweit voll ausgelastet und viele Kommunen müssen ihren Klärschlamm zwischenlagern, weil er nicht kurzfristig verwertet werden kann. Deshalb sollte unserer Meinung nach, die Stadt sich selbst mit den entsprechenden Anlagen ausstatten und die umliegenden Kommunen mit ins Boot holen. Es wird Zeit auch hier zukunftsweisend zu denken und zu handeln.

Antrag: 

Die Stadt Landshut prüft, ob mittelfristig die Anschaffung einer eigenen thermischen Klärschlammanlage und einer Pyrolyse-Anlage unter Einbeziehung der regionalen Kommunen möglich ist. 

Begründung:

Derzeit ist die Stadt Landshut für die Entsorgung des eigenen Klärschlammes Mitglied des ZTKS. Der Klärschlamm wird zur Entsorgung nach Schwandorf gefahren. Viele andere Kommunen haben Probleme, ihren Klärschlamm zu entsorgen. Die Anlagen sind ausgeschöpft, die Preise für die Entsorgung steigen stetig. Laut einem Bericht im BR aus 2019 geht es auch vielen Niederbayerischen Kommunen so: (https://www.br.de/mediathek/video/klaerschlamm-wohin-mit-dem-dreckav:5d0221fa824cdd001aadfe0f). Am 07.05.2021 wurde in einem Bericht über Monheim und Bissingen dargestellt, wie eine Kommune hier selbst die Geschicke in die Hand nimmt: https://www.br.de/mediathek/video/tueftler-idee-wertvoller-phosphor-ausklaerschlamm-av:6095727ed825b00008d2a9c9 Monheim trocknet den Klärschlamm selbst und es bleiben danach nur noch ¼ der Ursprungsmasse übrig. Das bedeutet ¾ weniger Transporte.

Laut dem Bericht amortisiert sich die Anlage innerhalb von höchstens 7 Jahren. Ein weiterer Schritt zur Phosphat-Rückgewinnung wird in Bissingen bereits erprobt. Durch die Pyrolyse (nochmalige Erhitzung unter Ausschluss von Sauerstoff) werden die anderen Schadstoffe aus den Pellets herausgelöst und es bleibt ein Phosphat-Rohstoff übrig. Das Gas, welches bei dieser Reaktion entsteht, wird wiederum zum Trocknen von Klärschlamm verwendet, es muss also keine Energie zugeführt werden. Es bleiben danach lediglich ein Zehntel der ursprünglichen Masse übrig! Die jetzt übrigen Kohlepellets enthalten immer noch Phosphate, mit denen Bauern den Boden verbessern können. Weitere Einsatzmöglichkeiten und Pluspunkte: in Biogasanlagen fördern diese die Effizienz und sie lassen Beton besser härten. 

Der auch noch in den Kohlepellets enthaltene Kohlenstoff ist außerdem ein CO2-Senker. Die gesamte Anlage dort funktioniert bereits mit jährlich 3000 t Klärschlamm. Es ist zu prüfen, ob wir hier in Landshut mit einem solch zukunftsweisenden Projekt für unsere Region ein Zeichen für eine „enkeltaugliche Zukunft“ setzen wollen und die Chance für klimaorientiertes und gleichzeitig wirtschaftlich orientiertes Handeln ergreifen wollen. 

Anja König (SPD) – Gerd Steinberger (SPD) – Patricia Steinberger (SPD) – Falk Bräcklein (mut)

Bildquelle: Ausschussgemeinschaft SPD & Linke/mut

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