Trockenheit in Europa 2022 – Klimatologische Analyse des DWD zur Trockenheit in Europa

In den vergangenen Wochen wurde in den Medien häufig über Trockenheit mit weitreichenden Folgen in verschiedenen Gebieten in Europa berichtet.

In einigen Ländern in Europa bestehen Einschränkungen für die Wassernutzung, einzelne Orte sind ganz von der Wasserversorgung abgeschnitten. Wasserstände sinken, nicht nur in Flüssen mit drohenden Beschränkungen für den Schiffsverkehr, sondern auch in Fischteichen, worunter die Aquakultur und die Fischerei leiden. Wasserkraftwerke sind nicht oder nur eingeschränkt funktionsfähig, dies führt zu einer verringerten Stromversorgung und teils Stromausfällen. Teilweise werden bereits Ernteausfälle gemeldet oder zumindest erwartet. Besonders prekär ist die Lage in Norditalien geworden, insbesondere in der Poebene. Der Po hat bereits erhebliches Niedrigwasser. Am 04. Juli 2022 wurde in mehreren Regionen Norditaliens der Notstand ausgerufen. Doch auch in Deutschland hat sich die Trockenheit bereits ausgewirkt, sowohl in der Landwirtschaft als auch auf die Wasserpegel einzelner Flüsse. Zahlreiche Städte und Kreise haben die Wasserentnahme aus Flüssen, Bächen oder Seen auf bestimmte Tageszeiten beschränkt oder ganz untersagt.

Aber wo genau war es in Europa besonders trocken, wie kam es zu dieser Trockenheit, was hat dies für Konsequenzen und wie ist dies klimatologisch einzuordnen? Was haben wir für die Zukunft zu erwarten? Der folgende Bericht zeigt dazu einige Ergebnisse.

Seit dem Frühjahr 2022 gab es über Europa eine ausgedehnte Trockenheit mit zum Teil bedeutenden Auswirkungen auf die Wasserstände und die Landwirtschaft sowie Einschränkungen bei der Wassernutzung. Einige Teile in Europa, darunter Norditalien waren auch im davorliegenden Winter trocken. Die Trockenheit war verbreitet mit relativ hohen Temperaturen verbunden. In der zentralen Mittelmeerregion war das Frühjahr das vierttrockenste seit 1901, in Deutschland waren fast alle Frühjahre seit 2009 zu trocken. Auch in den nächsten drei Monaten könnte in großen Teilen Europas Trockenheit auftreten. Langfristig nehmen je nach Ausmaß der zukünftigen globalen Erwärmung die Niederschläge im Mittelmeerraum ab. Im Sommer besteht für die Zukunft die Gefahr eines verstärkten Ausgreifens der Trockenheit auch auf Mittel- und vor allem Westeuropa.

Der Deutsche Wetterdienst erstellt bei extremen Wettereignissen aus aller Welt, die auf breites Interesse stoßen, regelmäßig als Hintergrund für Ihre Berichterstattung meteorologisch-klimatologische Analysen und Einordnungen solcher Ereignisse.

Foto: Archiv DIESUNDDAS/hjl

 

weitere Beiträge