Kriminalität verlagert sich ins Internet

MdL und 3.Bürgermeisterin Jutta Widmann im Gespräch mit Werner Mendler, Leiter der Kriminalpolizei Landshut

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus, auch auf die Kriminalität. Dies zeigte sich bei einem gemeinsamen Informationsgespräch zwischen Jutta Widmann, Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, und Werner Mendler, Leiter der Kripo Landshut. Demnach habe es im letzten Jahr zwar einen deutlichen Rückgang bei Wohnungseinbrüchen gegeben, wie Mendler erläuterte.  Dafür hatte sich jedoch ein anderer Trend durch Corona weiter verstärkt und beschleunigt: die zunehmende Verlagerung krimineller Aktivitäten ins Internet. Ob Mobbing, Betrugsdelikte, Erpressung oder sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, nahezu in jedem Deliktsbereich nehme die virtuelle Kriminalität stark zu.
Eine regelrechte „Deliktexplosion“ verzeichnet die Kriminalpolizei bei der Verbreitung und dem Besitz von Kinder-und Jugendpornografie. Ausschlaggebend dafür sei zum einen die zunehmende Digitalisierung, gepaart mit fehlender Medienkompetenz und Unwissenheit der Nutzer. Nicht nur die Verbreitung, sondern auch der Besitz von Kinder-und Jugendpornografie ist eine schwere Straftat, eine Tatsache, die vielen nicht bekannt ist. Oftmals verbreiten Kinder und Jugendliche unbedarft pornografisches Material in Gruppenchats, teilen Fotos oder Videos, ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein. Hier sei mehr Aufklärung und die Vermittlung von Medienkompetenz nötig, sowohl von Seiten der Eltern, wie auch der Schule.
Generell sei es im Bereich des Cybercrime ein „ständiger Wettlauf“ zwischen der Polizei und den Tätern. Für die Kriminalpolizei erfordert dies eine kontinuierliche technische und personelle Weiterentwicklung. Insbesondere die Datenauswertung binde viel Personal, wie Werner Mendler erklärte. Bis 2025 erwartet die Kripo Landshut daher einen deutlichen Personalzuwachs.
Bildquelle: Abg. Büro Widmann

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