Lärmschutz und Bahn gehören zusammen

Der Ausbau des Bahnverkehrs ist in Zeiten einer sich zuspitzenden Klimakrise essentiell. Mit dem Zug reisen Menschen klimaschonend und Güter lassen sich umweltfreundlich transportieren. Das sind gute Gründe das Schienennetz auszuweiten und die Taktungen zu erhöhen.

Aber um die gesellschaftliche Akzeptanz für mehr Bahnverkehr, egal ob Personen- oder Güterverkehr, zu erhöhen, muss Lärmschutz stets mitgedachten weden. Wenn Anwohnerinnen und Anwohner unter dem Lärm von  Gleisanlagen leiden, braucht es Lärmschutzmaßnahmen,  sagt das „Forum Bahnlärm Untere Isar“ www.forumbahnlaermuntereisar.de) in Dingolfing.

Die Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger und Leon Eckert haben sich vor Ort ein Bild gemacht und das Gespräch mit den Menschen des Forums gesucht. Man traf sich gleich am Ort des Geschehens – direkt an der Bahnlinie in Dingolfing unter freiem Himmel.

Die Aktiven des Forums bekräftigten eingangs, dass sie auf keinen Fall gegen die Bahn sein, sondern sich nur einen angemessenen Lärmschutz wünschen. Seit 2019 bemühen sie sich für Lärm- und Erschütterungsschutz entlang der Bahnlinie zwischen Landshut und Plattling.

Schönberger, die bereits vor ihrer Amtszeit in Berlin Kontakt zu dem Forum Bahnlärm hatte, erinnert sich sehr gut, wie erschreckend laut es im Wohnhaus eines Bürgers war, als ein Zug vorbeifuhr. „Der Lärm, dem die Menschen in direkter Nachbarschaft des Gleises tagtäglich, und auch nachts, ausgesetzt sind, sei nicht hinnehmbar. Schließlich belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien eindeutig, dass Lärm krank machen kann“, so die Abgeordnete.

Selbstverständlich gibt es in Deutschland staatliche Grenzwerte für Zuglärm und es ist genau geregelt, ab wann Lärmschutzmaßnahmen notwendig sind. Laut den Lärmmessungen des Forums werden die Grenzwerte deutlich überschritten. Auf über 80 Dezibel hat es ein Güterzug im Schlafzimmer eines Anwohners geschafft.

Eckert, der stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestags ist, sagte zu, diesem konkreten Fall in Berlin nachzugehen. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum den Menschen hier kein Lärmschutz bereitgestellt wird, obwohl die Strecke so intensiv befahren wird“, so Eckert. Er werde Kontakt mit den Zuständigen im Bundesministerium für Digitales und Verkehr aufnehmen, um zu erfahren, welche Maßnahmen zum Lärmschutz am Streckenabschnitt Landshut – Plattling geplant sind und wie es um den Ausbau für die Zweigleisigkeit steht. Der Lärmschutz soll in den nächsten Jahren deutlich verbessert werden. Damit dies gelingt, müssen die Änderungen genau diese Praxisfälle in der Zukunft mitnehmen. „Dafür werde ich mich bei der Reform einsetzten“, so Eckert abschließend.

Foto: Büro Schönberger

 

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