LAKUMED sichert regionale und wohnortnahe ärztliche Versorgung

Der Bayerische Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek: „Die ärztliche Versorgung der Menschen auf dem Lande ist ein wichtiger Faktor!“

Dank hoher Investitionen und großem Rückhalt in der Bevölkerung ist das Krankenhaus Vilsbiburg für die Zukunft bestens gerüstet. Der 30-Millionenbau des Funktionstraktes am Krankenhaus Vilsbiburg wurde ein halbes Jahr früher als geplant fertiggestellt.

Am Freitag, den 15. Juli 2022 um 10 Uhr, begrüßte der Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der LAKUMED Klinken Jakob Fuchs, geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und dem Gesundheitswesen, um mit ihnen die Einweihung des neuen Funktionstraktes am Krankenhaus Vilsbiburg zu vollziehen und zu feiern. Der Besuch aus München durch den Staatsminister für Gesundheit und Pflege, Klaus Holetschek, war der Höhepunkt der Veranstaltung. „Für die Stadt Vilsbiburg und die ganze Region ist es ein besonderer Tag. Durch die Investition von 32 Millionen Euro ist es nun möglich, dass das Krankenhaus Vilsbiburg eine Zukunft hat“, so Jakob Fuchs. Stolz darauf ist Fuchs, dass der Bau trotz vieler Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen mit Anwälten ein halbes Jahr früher fertiggestellt war, als geplant.

Landrat Peter Dreier wies in seiner Rede darauf hin, dass das Krankenhaus Vilsbiburg schon immer ein bedeutender Standort gewesen sei und auch heute noch ist. So wie vor vierzig Jahren Ministerpräsident Strauß zum Spatenstich angetreten war, so seien heute der Stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger und der Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek die politischen Persönlichkeiten der Veranstaltung. Dreier betonte, dass Holetschek nicht nur heute Gast sei, sondern zum wiederholten Male, als geborener Landshuter, die Region Landshut öfters aus persönlichen wie auch beruflichen Gründen, besucht. Der Landrat begrüßte alle Ehrengäste aus dem Bund, aus dem Land, aus dem kommunalpolitischen wie auch aus dem medizinischen Bereich. Ein herzlicher Gruß erging auch an die Planer und bauausführenden Firmen, die zur Feier gekommen waren.

Prof. Dr. med. Christian Pehl, LAKUMED-Vorstand und Chefarzt der med. Klinik I sagte in seiner Rede, dass es schlussendlich aber der Freistaat Bayern war, der durch eine großzügige finanzielle Unterstützung diese Generalsanierung und den Anbau des wunderbaren neuen Funktionstrakts am Vilsbiburger Krankenhaus durchzuführen, erst möglich gemacht habe. Ohne Übertreibung könne man mittlerweile von einem kleinen Medizincampus Vilsbiburg sprechen, in dem sich die Patienten und Patientinnen wohlfühlen können. Die Modernisierung des Krankenhauses in drei Stufen sei nun in Stein gemeißelt, so glaubt Prof. Pehl.

Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek bedankte sich in seiner kurzen Ansprache vor allem bei den Pflegekräften, die im Krankenhaus Vilsbiburg Dienst tun. Das Krankenhaus Vilsbiburg sei ein gutes Krankenhaus, wo sich die Patientinnen und Patienten wohlfühlen dürfen und können. „Die ärztliche Versorgung der Menschen auf dem Lande ist ein wichtiger Faktor“, so Holetschek. Das deutsche Gesundheitswesen sei momentan auf Kante genäht. Das bedeutet, dass wichtige Weichenstellungen vorgenommen werden müssen, schob der Bayerische Gesundheitsminister in seiner Rede noch nach. Außerdem forderte Holetschek die Impfpflicht, aber nicht auf dem Rücken einer einzigen Berufsgruppe. Sehr gerne überbrachte Holetschek 3 Millionen aus dem Krankenhaus-Zukunftsfond für die Digitalisierung der Krankenhausorganisation. Dennoch kann die Digitalisierung den Menschen nicht ersetzen. „Wenn in Zukunft nicht ausreichend Mediziner und Pflegekräfte vorhanden sein werden, steuern wir auf eine katastrophale Entwicklung zu“, voraussagt Klaus Holetschek. Zum Ende seiner Rede bedachte Holetschek Landrat Peter Dreier mit Lobesworten, denn er und seine kommunalpolitischen Kolleginnen und Kollegen hätten gerade in Coronazeiten unglaublich viel dazu beigetragen, den Bau des Funktionstraktes zu planen und zu realisieren.

Die kirchliche Segnung des neuen Funktionstraktes am Vilsbiburger Krankenhaus mit Gebeten und Weihwasser bewerkstelligte der Krankenhausseelsorger Gerhard Valentin. Damit waren die offiziellen Feierlichkeiten beendet und wer Interesse hatte die neuen Räumlichkeiten und medizinischen Einrichtungen zu besuchen, schloss sich jeweils einer Besuchergruppe an. Die Gäste waren zudem  zu Häppchen und einem Glas Sekt eingeladen.

Musikalisch begleitete die Musikgruppe „Quetschblech“ die gelungene und äußerst präzise organisierte Veranstaltung des Vilsbiburger Krankenhauses.

-hjl-

Historie und Fakten zum Krankenhaus Vilsbiburg:

Das Krankenhaus Vilsbiburg verfügt über 185 Betten und ist für die Menschen im südlichen Landkreis Landshut und weit darüber hinaus eine wichtige Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Das Krankenhaus blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits im Jahr 1830 ließen der Lederer Simon Janschütz und seine Frau Franziska ihre Werkstatt in der oberen Stadt auf eigene Kosten um ein Stockwerk höher bauen, um darin kranke Menschen, besonders aus der ärmeren Bevölkerung, versorgen zu können. Weil der Platz schnell knapp wurde, kam im Jahr 1860 ein weiterer Gebäudeteil hinzu, dessen Obergeschoss im Jahr 1881 ausgebaut wurde. Siebzig Jahre später, nämlich im Jahr 1951, folgte der Umzug des Krankenhauses von der oberen Stadt auf den Mariahilfberg an seinen heutigen Standort, unterhalb der Wallfahrtskirche.

Vilsbiburger kämpfen um ihr Krankenhaus

Aufgrund der großen Fortschritte in der Medizin und der zunehmenden Anzahl an Patienten wurde auch das neue Krankenhausgebäude schnell knapp und eine Erweiterung sowie Sanierung des Bettentrakts notwendig. Um die Realisierung des Vorhabens trotz des knappen finanziellen Spielraums des Landkreises zu beschleunigen und den Krankenhausstandort Vilsbiburg langfristig zu sichern, wurde unter Landrat Hans Geiselbrechtinger eine Bausteinaktion ins Leben gerufen: Dank des außergewöhnlichen Engagements der Vilsbiburger Bevölkerung konnten die Finanzierung unterstützt und die Sanierungspläne vorangetrieben werden. Zum Spatenstich der Baumaßnahmen kam am 2. Juni 1982 sogar der Bayerische Ministerpräsident Dr.h.c. Franz Josef Strauß nach Vilsbiburg.

Im Verbund den Standort gestärkt

In der Geschichte des Krankenhauses Vilsbiburg folgte der Zusammenschluss mit dem Krankenhaus Landshut-Achdorf und der Schlossklinik Rottenburg unter dem Dach des Landshuter Kommunalunternehmens für medizinische Versorgung im Jahr 2001. Ziel des Verbundes ist es bis heute, gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten eine wohnortnahe, flächendeckende medizinische Versorgung im Landkreis Landshut sicherzustellen. Neben der medizinischen Grundversorgung ist jeder der drei Standorte auf bestimmte Fachbereiche spezialisiert und bietet damit moderne Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten auf hohem wissenschaftlichem Niveau.

Schwerpunkte des Krankenhauses Vilsbiburg sind beispielsweise die mehrfach zertifizierten Zentren in den Bereichen Endoprothetik und Schilddrüse. Aber auch die Medizinische Klinik mit der angeschlossenen Schlaganfalleinheit, das gemeinsam mit der Viszeralchirurgie geleitete Beckenbodenzentrum, die Geburtshilfe sowie das Interdisziplinäre Zentrum für Schmerzmedizin mit Tagesklinik genießen weit über den Landkreis Landshut hinaus einen hervorragenden Ruf. Die anästhesiologisch geleitete Intensivstation hat nicht zuletzt während der aktuellen Corona-Pandemie bei der Versorgung schwerkranker, beatmungspflichtiger Patienten ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Außerdem sind die Notaufnahme des Krankenhauses sowie der am Krankenhaus stationierte Notarzt für die Menschen in der Region bei akuten Erkrankungen eine unverzichtbare Unterstützung – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr.

Neuer hochmoderner Funktionstrakt

Um das Krankenhaus Vilsbiburg, das bis heute in der Bevölkerung sehr großen Zuspruch erfährt, wettbewerbsfähig für die Zukunft zu machen, wurden 25 Jahre nach der letzten Sanierung unter der Geschäftsführung von Dr. Marlis Flieser-Hartl umfangreiche Planungen für eine Erweiterung und erneute Sanierung des Krankenhauses in mehreren Bauabschnitten aufgestellt.

Im Juli 2017 wurde der Bauabschnitt I in das bayerische Jahreskrankenhausbauprogramm 2018 im Rahmen des Ministerratsbeschlusses aufgenommen. Der Bauabschnitt I stellt den einleitenden Schritt für Strukturverbesserungsmaßnahmen, insbesondere zur Aufarbeitung des bestehenden Flächendefizites, am Standort in Vilsbiburg dar. Konkret sieht der erste Bauabschnitt einen Erweiterungsbau vor, der unter anderem einen Operationsbereich mit erweitertem Aufwachraum, eine von sechs auf 14 Betten erweiterte Intensivstation mit Schlaganfalleinheit und eine Zentralsterilisation nach modernsten technischen Standards umfasst.

Nachdem zu Beginn des Jahres 2019 die ersten erforderlichen Genehmigungen vorlagen, konnte bereits im Juli 2019 mit den Aushubarbeiten und im September 2019 mit dem Rohbau begonnen werden. Am 1. Oktober folgte der offizielle Spatenstich und mit der Einweihungsfeier am 15. Juli sind die Bauarbeiten für den Bauabschnitt I am Krankenhaus Vilsbiburg offiziell beendet. Nun folgt stufenweise die Inbetriebnahme des neuen Funktionstrakts. Die Gesamtkosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 32 Millionen Euro, wobei etwa 20 Millionen Euro aus Fördermitteln des Freistaates kommen.

Weitere Modernisierungspläne

Nach der erfolgreichen Umsetzung des ersten Bauabschnitts sollen ab dem Jahr 2024 ein zweiter und dritter Bauabschnitt folgen. Diese umfassen die Generalsanierung der Bestandsgebäude mit Einbau moderner Nasszellen in allen Patientenzimmer, die Optimierung der räumlichen Strukturen der Untersuchungs-, Ambulanz- und Notfallversorgungsbereiche, der Zentralen Funktionsdiagnostik, der Endoskopie sowie der Geburtshilfe. Ziel ist es, den betrieblichen Ablauf weiter zu verbessern, besonders vor dem technischen und hygienischen Hintergrund. Die Kosten für den Bauabschnitt II werden sich auf etwa 30 Millionen Euro belaufen und die Aufnahme in ein Jahreskrankhausbauprogramm ist bereits erfolgt.

Arbeitgeber und Ausbildungsstätte

Das Krankenhaus Vilsbiburg ist nicht nur eine wichtige Säule für die medizinische Versorgung der Bevölkerung im südlichen Landkreis, sondern auch ein attraktiver und wohnortnaher Arbeitgeber sowie eine interessante Ausbildungsstätte für junge Menschen. Mehr als 550 Mitarbeiter sind in medizinischen Fachberufen, in der Technik, im Wirtschafts- und Versorgungsdienst, in der Verwaltung und in vielen weiteren Abteilungen des Krankenhauses tätig, hinzu kommen Auszubildende in verschiedenen Bereichen. Ein Schwerpunkt des Krankenhauses ist die Ausbildung zur Pflegefachkraft sowie zum/zur staatlich geprüften Pflegefachhelfer/in: Hier arbeitet das Krankenhaus Vilsbiburg, das dem Kompetenzverbund für Ausbildung in der Pflege mit mehr als 30 Kooperationspartnern angehört, eng mit dem Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe des Landkreises Landshut zusammen, das sich direkt neben dem Krankenhaus Vilsbiburg befindet.

Titelbildbeschreibung: Beim Durchtrennen des obligatorischen Absperrbandes mit LAKUMED-Verantwortlichen, Chefärzten, Kommunalpolitikern, Abgeordneten aus Bundes-  und Landtag, Landrat Peter Dreier, Staatsminister Hubert Aiwanger, und Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek.

 

Einblicke in die Feier des LAKUMED Krankenhauses Vilsbiburg:

 

 

Fotos: h.j.lodermeier

 

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