Landkreis-Partnerschaft mit Nowosibirsk besteht seit 30 Jahren

Freundeskreis Landshut-Nowosibirsk traf sich zu ersten Präsenzsitzung

Zur ersten Präsenzsitzung nach der Pandemie konnte die Vorsitzende des Freundeskreises Landkreis Landshut – Rayon Nowosibirsk e. V., Gabriele Becker die Vorstandschaft im Gasthaus Ecker in Hachelstuhl begrüßen.

„Eigentlich hatten wir für das Jahr 2020 einige Begegnungen nach der Kommunalwahl geplant, eine Reise nach Nowosibirsk und auch Besuch aus Sibirien in Bayern stand im Arbeitsprogramm des Freundeskreises“, so Gabriele Becker. Aber Corona habe auch unsere Pläne für Begegnungen und Reisen ausgebremst. In diesem Jahr könnte eigentlich ein Jubiläum gefeiert werden, aber das wird wohl ins nächste Jahr verschoben werden müssen, stellte Alt-Landrat Josef Eppeneder fest. Denn die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Landshut und dem Rayon Nowosibirsk wurde vor 30 Jahren beschlossen. Die Landkreise zweier Länder, die sich in zwei Weltkriegen feindlich gegenüber standen und die Jahrzehnte lang der „Eiserne Vorhang“ trennte, haben 1991 die Partnerschaftsurkunden unterzeichnet: „Der Landkreis Landshut und der Rayon Nowosibirsk nehmen eingedenk des ersten Jahres nach der Wiedervereinigung Deutschlands und im Bewusstsein, zu friedlichen Entwicklung beider Völker beizutragen, partnerschaftliche Beziehungen auf.“ so heißt es in der Urkunde vom Januar 1991.

Und der Verein, der 1997 gegründet wurde, um die Partnerschaft mit Leben zu erfüllen, hat diesen Auftrag immer sehr ernst genommen, stellte der langjährige erste Vorsitzende des Vereins, Helmut Wimmer fest.

Corona habe auch im Partnerrayon Nowosibirsk die Alten, Kranken und Schwachen getroffen, berichtete Gabriele Becker. Und im Gegensatz zu den umfangreichen Hilfs- und Sozialleistungen, die es in Deutschland gibt und die wegen Corona geschaffen wurden, seien die Menschen dort auf sich allein gestellt. Kurzarbeitergeld gebe es nicht und das Kinderheim, das der Verein seit vielen Jahren unterstütze, sei finanziell auch schlecht durch die Krise gekommen. Deshalb beschlossen die Vorstandsmitglieder, für den Verein ZADI  (Nowosibirsker Zentrum für Kinder mit Behinderung)  1.000 Euro zu überweisen, damit die Betreuer zusammen mit den körperbehinderten Kindern ein paar Tage ans Schwarze Meer zur Erholung fahren können. ZADI wurde von den Eltern behinderter Kinder mit dem Ziel gegründet, Freizeitaktivitäten, medizinische Maßnahmen oder Krankengymnastik für die Kinder zu organisieren und sich untereinander auszutauschen, da die Versorgungseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen in Russland weit weniger ausgeprägt sind als in Deutschland.

Der nächste Termin, der für die Vereinsmitglieder im Kalender steht, ist die Neuwahl der Vorstandschaft: Am 16. September findet um 19 Uhr in den Ergoldinger Stuben die Jahreshauptversammlung statt. Bis dahin könne man hoffentlich auch für das nächste Jahr planen und auch abschätzen, ob die regelmäßigen Hospitationen von Deutschlehrerinnen oder Studenten der Verwaltungsschule in den Landkreis Landshut kommen können. „Selbstverständlich lade ich diese dann auch wieder in den Bayerischen Landtag ein, wenn wir auch dort wieder Besucher empfangen dürfen“, sicherte Ruth Müller, MdL zu. Und bis dahin pflegen die Freunde diesseits und jenseits des Urals auch über die neuen sozialen Netzwerke ihre Kontakte: Rebecca Lex betreibt den Instagram-Account landshut_nowosibirsk, damit man zumindest über diese Schiene Nachrichten und Informationen aus dem 6.500 Kilometer entfernten Partnerrayon übermitteln kann.

Bildquelle: Büro Müller

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