Landrat Peter Dreier: „Es ist zum Verzweifeln“

An zwei Tagen kein Impf-Betrieb am Impfzentrum des Landkreises möglich

„Statt großspuriger Ankündigungen, wo und wie in Zukunft geimpft werden könnte, sollte sich der Freistaat lieber einmal darauf konzentrieren, die bereits bestehenden Einrichtungen mit genug Impfstoff zu versorgen“, zeigt sich Landrat Peter Dreier wütend angesichts der erneut geringen Impfstofflieferungen, die für den Landkreis Landshut angekündigt worden sind.

„In dieser Woche müssen wir im Impfzentrum mit rund 2 600 Impfdosen auskommen, die wir für Erstimpfungen verwenden können. Wir hätten aber deutlich mehr Kapazitäten, die ohne genug Material nicht genutzt werden können.“ Aus diesem Grund werden am Sonntag und am Montag im Impfzentrum des Landkreises wohl keine Immunisierungen stattfinden können. Der Impfbus und die mobilen Teams sind aber weiter durchgehend im Einsatz, auch die Zweitimpfungen sind gesichert. Verwaltung und Telefon-Hotline des Impfzentrums sind durchgängig besetzt.

Größtenteils laufen aktuell die Impfungen in der stetig wachsenden Priorisierungsgruppe 3, die Anmeldungen der Gruppe 2 sind so gut wie abgeschlossen. Bislang wurden im Impfzentrum des Landkreises Landshut knapp 32 000 Erst-Impfungen vorgenommen, 10 140 Personen haben bereits die nötigen zwei Impfungen erhalten. Hinzu kommen die Immunisierungen, die in den Krankenhäusern selbst stattgefunden haben (knapp 1 800 Impfdosen wurden hier vom Impfzentrum zur Verfügung gestellt), sowie die Behandlungen durch die niedergelassenen Ärzte: Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns waren dies im Landkreis Landshut bisher über 13 000 (12 918 Erstimpfungen, 175 Zweitimpfungen). Die Hausärzte werden in erster Linie über Apotheken mit Impfstoff versorgt – nur Restbestände von AstraZeneca, die in den Impfzentren nicht mehr verabreicht werden dürfen, werden an die Praxen weitergegeben. Sie können dann, nach individueller Begutachtung, ihre bekannten Patienten mit diesem Präparat impfen. 

Einen kräftigen Sprung nach unten hat die 7-Tages-Inzidenz im Landkreis Landshut gemacht, die vom Robert-Koch-Institut heute mit 185,1 ausgewiesen wird. In der Stadt ist dagegen ein leichtes Plus auf 159,4 zu verzeichnen. Beide Werte befinden sich weiter über dem landes- als auch bundesweiten Durchschnitt.

Das Staatliche Gesundheitsamt rechnet aber mit steigenden 7-Tages-Inzidenzen, denn am heutigen Mittwoch wurden 118 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus festgestellt. Sie stammen wieder vor allem aus dem privaten bzw. beruflichen Umfeld. Bei mittlerweile 11 329 Bürgerinnen und Bürgern aus der Region wurde bisher eine Infektion mit SARS-CoV2 nachgewiesen. Davon konnten bereits 10 205 die häusliche Quarantäne verlassen (+ 68). Zwei weitere Todesfälle sind bekannt geworden: Es handelte sich um einen 63-  und einen 72- jährigen, die COVID-19 nach stationärer Behandlung erlegen sind. Dies sind der 271. Und 272. Todesfall in Zusammenhang mit der Pandemie. Derzeit werden 852 laufende Infektionen verwaltet, 48 mehr als am Vortag.

In den regionalen Krankenhäusern hat sich die Lage wenig verändert: 36 Patienten, bei denen das Corona-Virus festgestellt wurde, werden auf den Normalstationen isoliert (- 2), 15 weitere werden intensivmedizinisch betreut (-2). Hinzu kommt eine stets schwankende Zahl an Verdachtsfällen (Stand: 05. Mai 2021). – CW –

Bildquelle: h.j.lodermeier
Grafik: Landratsamt Landshut

weitere Beiträge