„Landshut braucht eine moderne Jugendherberge!“ Wertvoller Lern- und Begegnungsort geht sonst verloren

Präsident des Landesverbands Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) Klaus Umbach: Stadtrat muss aktiv bei der Suche nach Alternativen mitwirken

München, 26. Juli 2022

Brief an den Stadtrat Landshut:

„Am Freitag haben Sie beschlossen, den Betrieb der Jugendherberge „Ottonianum“ zum 31.12.2022 einzustellen. Die Stadt Landshut als Träger des Hauses sieht sich offenbar nicht in der Lage, den Weiterbetrieb sicherzustellen. Damit geht für Kinder, Jugendliche, deren Familien und Gruppen ein wertvoller Lern- und Begegnungsort verloren.

Als Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) können wir diese Entscheidung nicht nachvollziehen, wir bedauern diesen Beschluss ausdrücklich – zumal die Position unseres Verbandes in der finalen Phase der Entscheidungsfindung nicht gehört wurde.

Mit der Jugendherberge verlieren die Gäste – insbesondere junge Menschen – die einzigartige und unverzichtbare Möglichkeit, einen außerschulischen Ort selbst zu gestalten, um Gemeinschaft zu erleben, zu lernen und sich dabei in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln zu können. In Anbetracht der Folgen der Pandemie ist eine endgültige Schließung kontraproduktiv.

Das DJH setzt sich nun mit Nachdruck dafür ein, schnellstmöglich und gemeinsam mit den politischen Spitzen der Stadt nach Alternativen für das „Ottonianum“ zu suchen. Wir hatten bereits signalisiert, dass für uns ein Pachtmodell denkbar sei. Diese Lösung kann aber nur für einen neuen modernen Standort umgesetzt werden, an dem die Kapazitäten erweitert werden und der den Qualitätsvorgaben für einen nachhaltigen Bildungs- und Begegnungsort entspricht. Stadtrat, Bürgermeister und die zuständigen Referate stehen in der Verantwortung, Gespräche mit potenziellen Investoren zu führen und das DJH dabei von Beginn an einzubinden.

Die Jugendherbergen in Bayern kommen damit gleichzeitig ihre Verpflichtung nach, sich auch außerhalb der Ballungszentren und Großstädte zu engagieren, um attraktive Standorte für Jugendherbergen zu schaffen bzw. zu sichern. Zuletzt ist dies mit den Häusern in Furth im Wald und Tannenlohe auch durch gute Kooperation mit Entscheidungsträgern vor Ort gelungen. Eine touristisch, sozial- und bildungspolitisch vielseitige und interessante Stadt wie Landshut darf keinesfalls auf Dauer ihre Jugendherberge verlieren. Damit vergibt die Stadt Chancen für die Weiterentwicklung einer ganzen Region.

Wir bitten Sie, im Rahmen ihres Mandats zu verhindern, dass Landshut künftig ohne Jugendherberge auskommen muss. Zu entsprechenden Gesprächen stehen wir gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen:

Klaus Umbach – Winfried Nesensohn

Präsident      –        Vorstand

Foto: Stadt Landshut

            

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