Landshut – eine seniorenfreundliche Stadt 

Die demographische Entwicklung macht auch vor den Toren der Stadt Landshut nicht Halt. DerAltenquotient, also die Anzahl der 65-Jährigen oder Älteren je 100 Einwohner im Alter von 20 bis 64Jahren, belief sich Ende 2019 auf 33,0; Ende 2039 wird er mit 45,0 zu Buche schlagen.

Die Stadt Landshut ist gefordert, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Der Seniorenbeirat hat daher in seiner Sitzung am 20. Januar, die pandemiebedingt erneut online stattfand, einstimmig den Stadtrat gebeten, die Stadtverwaltung zu beauftragen, möglichst bis Ende 2023 ein Konzept zu erarbeiten, auf Basis dessen Landshut dem Anspruch, eine seniorenfreundliche Stadt zu sein, gerecht werden kann. 

Die Einwohner*innen unserer Stadt müssen die Möglichkeit haben, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter zu führen. Dazu gehören lebendige Nachbarschaften, Angebote für ein soziales Miteinander, Wohlfahrtsstrukturen und bürgerliches Engagement.

Entscheidend sind aber auch passgenaue Dienstleistungsangebote, eine seniorengerechte Infrastruktur sowie stabile Rahmenbedingungen zur Förderung der Gesundheit und zur Unterstützung bei Hilfe- und Pflegebedarf. Nicht zuletzt tragen digitale Assistenztechnologien und vielfältige Wohnformen dazu bei, dass Menschen bis ins hohe Alter weitgehend selbstbestimmt und selbständig im vertrauten Wohnumfeld leben können.

Den Auftakt für die Konzeptentwicklung sollte ein von der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat organisiertes Symposium über die Voraussetzungen einer seniorengerechten Stadt bilden. Hierzu sind Experten*innen aus Wissenschaft und Praxis einzuladen.

Des Weiteren befasste sich der Seniorenbeirat mit dem Antrag der Stadtratsfraktion CSU/LM/JL/BfL betreffend „Präventive Hausbesuche der älteren Bevölkerung nach skandinavischem Vorbild“. Der Seniorenbeirat begrüßte diese Initiative. Notwendig sei aber, dieses Vorhaben konzeptionell zu untermauern. Zu prüfen seien u. a. Ziele und Zielgruppe präventiver Hausbesuche, die Sinnhaftigkeit einer Anbindung an bestehende Versorgungs- und Beratungsangebote, die Inhalte der Beratungsgespräche, die Professionen und Qualifikationen der mit der Beratung beauftragten

Personen und die damit verbundenen Kosten. Auf Vorschlag der bei der Beratung anwesenden Vertreterinnen des Referats 4 der Stadtverwaltung soll mit der Konzepterarbeitung die Arbeitsgemeinschaft der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege betraut werden. 

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Altersarmut in Landshut. In die Thematik wurde durch das Referat 4 eingeführt. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Altersarmut in Landshut, gemessen an der Zahl der Antragstellung auf Grundsicherung im Alter, in den letzten Jahren nicht signifikant gestiegen sei. Es wurde aber eingeräumt, dass viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Scham, aber auch aus Unwissenheit den Gang zum Sozialamt oder zu anderen Stellen scheuten. Um insoweit Abhilfe zu schaffen, bat der Seniorenbeirat die Stadtverwaltung einen Flyer zu erarbeiten. In dieser Broschüre soll u. a. darauf hingewiesen werden, dass Sozialhilfe nichts mit Almosen zu tun habe, dass vielmehr ein Rechtsanspruch auf Sozialhilfe bestehe, soweit die Voraussetzungen hierfür vorliegen. In den Flyer aufgenommen werden sollen alle Behörden und Stellen, an die man sich wenden könne, wenn man im Alter in Not geraten sei und Hilfe benötige. 

Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ brachten einige Mitglieder ihr Bedauern zum Ausdruck, dass es die Stadt Landshut im Gegensatz zum Landkreis ablehne, sich ab Frühjahr 2022 an der Finanzierung der beim Landshuter Netzwerk eingerichteten Koordinierungsstelle Demenz zu beteiligen. Da der Beschluss im nichtöffentlichen Teil des Sozialausschusses gefasst wurde und keiner der Anwesenden die Gründe für die Haltung der Stadt kannte, war eine Beratung dieses Themas nicht möglich. Der Seniorenbeirat hätte eine finanzielle Beteiligung der Stadt Landshut sehr begrüßt.

Der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Franz Wölfl, weist darauf hin, dass die Sitzungen des Seniorenbeirates öffentlich sind. Dies gilt auch – nach vorheriger Anmeldung – wenn die Sitzungen online stattfinden. „Es würde uns sehr freuen, wenn die Arbeit des Seniorenbeirates auf großes Interesse – durchaus auch kritisches – in der Landshuter Bevölkerung stoßen würde. Seniorenpolitik ist keine Klientelpolitik. Seniorenpolitik ist Familienpolitik und damit eine Politik für alle Generationen.“

Foto: Archiv DIESUNDDAS/hjl

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